Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 13 (1849)
- Issue
- Heft 34 (20.8.1849)
- Date
- 1849-08-20
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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No. 34* XIII. Jahrgang. Allgemeine Zeitung -cs Zu-enthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Dr. Ludwig Philippfon, Rabbiner zu Magdeburg. Verlag von BaumgärtnerS Buchhandlung zu Leipzig. Leipzig, den 20. August 1849. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. JnGemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 224 Ngr. (18 gGr.) für las Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Seitungs-Erpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sächs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Zeitungsnachrichten r Deutschland: Schwerin, aus dem dem Fürstenthum Lüneburg, Berlin. Oesterreichischer Kaiserstaat: Prag, Krakau. Ungarn:Pesth. Frankreich: Paris. Großbritanien: London. Rußland: aus Litthauen, Kiew, Riga. Literarische Nachrichten r Kappel. Abhandlungen verschiedenen Inhalts: Kuttusreform (Schluß). — Schulwesen, von Dr. Ho chstadter. Belletristisches r Sara Grinberg. Nach dem Französischen des Jean Czyoski. (Schluß.) Zeitungsnachrichten. Deutschland. Schwerin (Mecklenburg), 10. August. (Privatmitth.) Ueber Mecklenburg brachten die jüdischen Blätter, besonders im goldenen Zeitalter des weil. „Israelit des 19. Jahrhunderts" gar manche Kunde; aber längst schweigen die Annalen von der einst so sehr gepriesenen Entwickelungsfähigkeit der jüdischen Mecklenburger, als ob diese gar nicht mehr zur Zahl der Lebenden gehörten. Doch Mecklenburg existirt noch in dem gekrönten deutschen Reiche, und die Juden darin leben auch noch; ihr jetziges kirchliches Oberhaupt, Herr Dr. Einhorn, fand bei seinem Antritte die kirchlichen Zustände aber nicht so glänzend, wie sie in dem erwähnten Blatte von einem leuchtenden Korrespondenten „von der Müritz" oft geschildert waren — Schweigen war daher eine beredte Stimme der Weisheit. Schreiber dieses hatte bereits Gelegenheit genug das Gemeindeleben der deutschen Juden kennen zu lernen, doch in keinem andern Lande stehen die Parteien so schroff einander gegenüber, als in Mecklenburg. Die Ursache dieser trübseligen Erscheinung liegt aber lediglich in dem Umstande, daß das Gemeinde- und Kirchenwesen in Norddeutschland mehr polnischer Natur ist — polnischer Aberglaube und polnischer Unglaube liegen mit einander rm Kampfe. Die Anzahl derer, welche von der höchsten Wahrheit des Judenthums und von seinem sittlichen Gehalt recht durchdrungen sind, ist gering. Unter Reform versteht man im Allgemeinen auch hierzu Lande: diese und jene Zeremonie abschaffen, „hier ein Wenig und dort ein Wenig", nur die Negation erblickt man in ihr, keineswegs aber eine Wiederherstellung und Befestigung des wahren Gottesglaubens und Belebung der religiösen Idee. Herr Dr. Einhorn ist indeß unaufhörlich bemüht, durch Wort und That diese positive Seite der Reform hervorzuheben, und so wird es ihm und dem vom besten Willen erfüllten Oberrathe mit der göttlichen Hilfe auch gelingen, dem religiösen Gemeindeleben, das auch hier durch die deutschen Grundrechte wankend gemacht wurde, neuen Halt zu geben, wie Sie aus beifolgendem, der „Demokratischen Zeitung" entnommenen, Artikel ersehen können. Von dem darin in Rede stehenden Entwürfe, welcher nebst einer Denkschrift von Herrn Dr. Einhorn