Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 13 (1849)
- Issue
- Heft 33 (13.8.1849)
- Date
- 1849-08-13
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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XIH. Jahrgang. 33. Allgemeine Zeitung des Zu-enthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Dr. Ludwig Philippson, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. zu Leipzig. Leipzig, den 13. August 1849. Diese Aeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. Zn Gemäßheit des Ameckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit r Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22^ Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Aeitungs-Erpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. Seitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel r Der Kampf um die Wahrung der Gleichstellung (Schluß). Zeitungsnachrichten: Deutschland: aus Baden, Stzrelrio, aus Westphalen, Unna, Unna, Hamburg (Fortsetzung). Oesterreichisch er Kaiserstaat: Wien. Abhandlungen verschiedenen Inhalts: Schulwesen. Leitender Artikel. Magdeburg, 6. August. Der Kampf um die Wahrung der Gleichstellung. (Schluß.) So kommt es, daß ein Handelshaus, welches oft Geschiklichkeit im Abbrechen solcher Geschäfte gezeigt hat, seinerseits ein unendliches Renomme und Vertrauen bei den Juden in Galizien bekommt und mit Geschäftsanlagen überlaufen wird. Auch das ist ein Beweis von der unvertilgbaren Güte der menschlichen Natur. Gelingt aber dem Juden seine List, so verschwindet er auf mehrere Jahre spurlos, kommt aber vielleicht doch wieder zu demselben Handelshause zurück, wenn er annimmt, daß seine alte Sünde vergessen und verziehen ist. Es ist ein Verkehr, wie mit Kindern oder Wilden und als Wilde oder Kinder werden sie behandelt. Dies Beispiel mag statt vieler anderen zeigen, daß der Christ in Breslau oft Gelegenheit hat, den Gegensatz zwischen seinem Geschäftsbetrieb und dem der Juden peinlich zu empfinden, zumal trotz einer Anzahl ehrenwerther jüdischer Häuser, die große Mehrzahl der kleinen jüdischen Geschäftsleute noch viele Verwandschaft mit ihren polnischen Nachbarn zeigt. Unrecht aber thut der Christ dem Juden sehr häufig dann, wenn er auch den größern jüdischen Kaufmann wegen seiner nervösen Unruhe und Hast verachtet, welche ihn oft zu gewagten Geschäften treibt und einen soliden Reichthum unter Juden weit seltner macht, als man nach ihrer Betriebsamkeit annehmen sollte. Auch der Mangel an gentiler Leichtigkeit im Abwickeln der Geschäfte und an feinem Ehrgefühl, welches der Kaufmann von gesetzlicher Ehrenhaftigkeit sehr genau zu unterscheiden weiß, wird dem Juden mit Unrecht zum Verbrechen angerechnet. Alle diese höchsten Tugenden eines Kaufmanns sind erst die Folgen eines edeln Selbstgefühls, Stolzes, einer sichern Stellung zu der menschlichen Gesellschaft, die Blüten eines freien und leichten Verkehrs mit starken und guten Menschen auch außer dem Geschäft, sie sind auch bei Christen selten genug, war es dem Juden bis jetzt leicht gemacht, sie zu erwerben?') So lange die Juden in den deutschen Staaten unter ') Der Verf. sagt selbst, die kaufmännischen Tugenden „sind selten auch bei Christen" -- nun, die Hand aufs Herz, hat er sie bei Juden niemals gefunden? oder hatte er keine Gelegenheit dazu, weil er sich zu viel mit den Polen beschäftigte? Wir fragen ihn überhaupt, was sollte seine lange Schilderung polnischer Juden, wenn