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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-07-16 · Heft 29 (16.7.1849) · p. Seite 407

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 29 (16.7.1849)
Date
1849-07-16
Page
Seite 407 (sequence 15)
Language
German
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Sara zum Paradiese *), dem einzigen Platze, in den Juden gelaffen wurden. Aber er war noch nicht zu Ende mit seinen Qualen. Kaum hatten sie sich gesetzt, als verspätete Gaffenbuben Moschele an den Kragen faßten und ihn rückwärts warfen. Er hätte sich vertheidigt, aber er war überzeugt, daß beim geringsten Geräusch das ganze Publikum sich gegen ihn gewandt hätte, und die Garde dazwischen käme und ihn hinauswürfe. Er kam nach und nach mit seiner schönen Gefährtin, die halb tobt vor Ermüdung und Schrecken war, von der ersten zur vierten Bank. Erschöpft, strebte er nur danach, einen Winkel für Sara zu erlangen, welche alle seine Anstrengungen sah und ihn beklagte. Jeder Schlag, den er erhielt, hallte in ihrer Brust wieder. Sie wollte schon das Theater verlassen, als ein bejahrter Mann, der in einem Winkel saß, ohne Zweifel von ihren Leiden gerührt, ihnen einen Platz an seiner Seite anwies, und wohlwollend hinzufügte: „Setzt Euch hierher." Sara und Moschele fanden sich, Dank dieserZwischenkunft, getrennt von den übrigen Zuschauern. Allerdings wollten rillige später Gekommene sie verdrängen, aber der Schutz des Unbekannten hatte etwas Geheimnißvolles, und der Blick seines Auges imponirte schon den Unverschämtesten. Drr Greis, der ihnen diesen Dienst erwiesen, war eingehüllt in einen schwarzen Mantel, dessen aufgerichteter Kragen sein Gesicht verbarg. Seine Perrücke fiel über seine Augen herab. Aus seiner ganzen Haltung wie aus seinem Schweigen konnte man schließen, daß er weder bemerkt, noch erkannt sein wollte. Während der ganzen Darstellung drückte er weder Freude noch Mißfallen aus, er applaudirte und pfiff nicht, inmitten der Erschütterungen dos Saales, inmitten der Bravo's und Da capo's sprach er kein Wort aus, machte er nicht eine Geberde. Rur hätte der, welcher ihn genauer beobachtet hatte, bemerkt, daß er den Eindrücken der schönen Jüdin folgte, besonders von dem Augenblicke an, wo er eine Thrane in ihren Augen gewahrte. Kaum war der Hauptakteur auf der Bühne erschienen, als ein Beifallssturm den Saat zittern machte. Seine Züge, seine Gestatt, seine Gesten, sein Anzug stellten einen hohen Beamten vor, der sich durch seine Rechtlichkeit und sein Talent zu einem der höchsten Staats- Posten erhoben, und für den der Neid keine anderen Bor¬ *) Bekanntlich die höchste Gallerke. würfe hatte finden können, als daß ec seinen Ursprung im israelitischen Stamm gesunden. Der Verfasser legte all die gemeinen Späße ihm in den Mund, mit denen die Vorurtheile und der Haß die Juden überhäufen, und der Schauspieler sprach diese mit dem Akzent und Jargon, weche die Juden in Polen bezeichnen. Das Publikum, das nur die Oberfläche der Sache sah, das nicht den Schmerzen nachgeht, welche ähnliche Vorstellungen nach sich ziehen, klatschte Beifall und lachte bis zu Thränen. (Fortsetzung folgt.) Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1 */4 Ngr.(1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petitschrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Vakante Rabbiner- und Chasanstelle. Die Gemeinde Anshi Ehesed in New-Bork, eine der größten und ältesten Gemeinden der Vereinigten Staaten, deren neuer Synagogenbau, welcher auf 36,000 Dollars veranschlagt ist, bis zu Ende d. I. vollendet sein wird, sucht einen Rabbiner und Prediger, welcher 1) ein streng religiöser Mann sein muß und sich deshalb hat nie Etwas zu Schulden kommen lassen; 2) soll derselbe ein besonders guter Prediger sein, einen guten und verständlichen Vortrag haben, insbesondere aber eine starke Stimme, weil der Ban ein altgothischer und der Raum sehr groß werden wird; 3) hat derselbe nachzuweisen, daß er von einem mn yn die in&mn nTin hat, oder wenigstens von einigen Rabbinern. Die Funktionen des Rabbiners und Predigers sind: 3) alle nnu) — ü"*n zu predigen, b) alle Trauungen zu verrichten, e) alle vorkommenden rvDT&m '■£ zu entscheiden, und ä) die Aufsicht über die Schule respektive die Lehrer zu führen, da die Gemeinde eine Schule mit 4 Lehrern unterhalt, wofür ein jährlicher Gehalt von 1000 Dollars, monatlich zahlbar, ausgesetzt ist. Diejenigen Herren Rabbiner und Prediger, welche sich geneigt finden sollten, zu dieser Stelle sich zu melden, belieben sich gefälligst an den Präsidenten der Gemeinde, I. F. Fischer, Grand Street 444 via England sobald als möglich zu wenden, weil es der Wunsch der Gemeinde ist, daß die Stelle bald besetzt werde. Zugleich bringen wir aber auch die Annonce des Herrn Julius Meyer vom 31. Juli 1847 in Erinnerung im

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