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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-07-16 · Heft 29 (16.7.1849) · p. Seite 402

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 29 (16.7.1849)
Date
1849-07-16
Page
Seite 402 (sequence 10)
Language
German
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402 — 27,343 L. St. (191,401 Thlr.), die Ausgaben 25,868 L. St. (180,976 Thlr.) * *). Wir hoffen, Nichts mehr mit dieser heiligen Gesellschaft zu thun zu haben, aber in der Nummer vom 22. Juni kommt das Chronicle darauf zurück und übergiebt der öffentlichen Schande den Bericht eines Missionärs! Dieses Dokument, von einerin den Annalen des religiösen Fanatismus unerhörten Unverschämtheit, ist betitelt: „Andauernde Verfolgung einer jungen Israelitin für die Liebe zum Christ." Es ist die Geschichte eines jungen Mädchens, das durch List und Gewalt der väterlichen Autorität entzogen und zur Taufe allen göttlichen und menschlichen Gesetzen zuwider gebracht worden. Es ist nicht das erste Mal, daß die Gesellschaft für Bekehrung zum Christenthum sich einen solchen Akt erlaubt hat**), aber niemals noch hat man gewagt auf solch rafsinirte Weise mit den Thrancn und der Verzweiflung einer ganzen Familie sein Spiel zu treiben. Als Entgelt für alle diese schmerzlichen Thatsachen finden wir in einer dieser Nummern, in der vom 8. Juni, die genaue Beschreibung eines Bankets zu Ehren des lüsten Jahrestages der Gründung des israelitischen Hospitals Mile-End. Dies ist eine Versammlung, würdig des britischen Bodens, eine jener Feierlichkeiten, die nur in einem Lande möglich sind, wo alle Religionen, so gegensätzlich sie in ihren Lehren sein mögen, sich in der Liebe zur Humanität vereinigen. Unter den Rednern, welche nach einander das Wort ergriffen, bemerkt man Eines der ausgezeichnetsten Mitglieder der anglikanischen Geistlichkeit, einen baptistischen und einen Geistlichen der Jndependantcn. Weit ist cs von diesem Banket bis zu der Sitzung der Bekehrer: wie können diese beiden Vorgänge, mehrere Jahrhunderte von einander verschieden, fast zu besser für zu anstrengend. Lieber lassen sic die Kinder Israels fahren! Rev. d. A. Z. d. Jud. *) Wenn man bedenkt, wie viele Irländer die Herren Engländer Hungers sterben lassen, und welche religiöse Unwissenheit z. B. in den englischen Fabrikdistrikken allgemein ist: so könnte man wol um Gottes und der Menschheit willen rathen, diese enorme Summe besser zu verwenden. Red. d. A. Z. d. Jud. **) Bekannt ist es, daß darum die englische Missionsgesellschaft mit allen ihren Söld- und Sendlingen im österreichischen Kaiserstaat verboten ist. Red. d. A. Z. d. Jud. gleicher Zeit unter demselben Himmelsstrich stattfinden? Dies ist ein Problem, das zu lösen wir nicht versuchen wollen. Norwegen. Chrisiiania. Jüngst wurde hier ein Vaudeville unter dem Titel „der Jude in Mandel" durch den Schauspieler Rosenskilde aufgeführt. In diesem Vaudeville verspottet man sehr geistreich das Gesetz, welches den Juden den Aufenthalt in Norwegen verbietet. Ein verschuldeter Student will nach Dänemark reisen, wo seine Braut wohnt. Durch seine Gläubiger in Mandel arrctirt, giebt er sich für einen Juden aus, und diejenigen, welche ihn zurückhalten wollten, bestehen auf seine Entfernung. Diese geistreiche Satyre wird vielleicht mehr auf die wirken, welche sich bis jetzt der Abschaffung dieses Gesetzes widersetzten, als alle Gründe der Vernunft. (Arch. isi'. de Fr.) Frankreich. Paris, 6. Juli. Der gesetzgebenden Versammlung liegt jetzt ein Unterrichtsgesetz vor. Im „Oberschulrathe" sollen drei Erzbischöfe oder Bischöfe und ein protestantischer Geistlicher Sitz haben — aber von einem der Großrabbinen ist nicht die Rede. Dies nennt man republikanische Freiheit und Gleichheit der Kulte! Jeder akademische Departementalrath soll aus 11 Gliedern bestehen, worunter ein Bischof oder dessen Delegirter, ein durch den Bischof bezeichneter Geistlicher und ein protestantischer Geistlicher in den Departements, wo eine protestantische Konsistorialkirche vorhanden, sein sollen. In Frankreich giebt es acht israelitische Konsistorien, ein Zentralkonsistorium und zahlreiche israelitische Primärschulen. Aber diese sollen in den gedachten Schulräthen nicht repräscntirt sein. Dies nennt man republikanische Freiheit und Gleichheit der Kulte! Wird das Zentralkonsistorium, werden die Departementalkonsistorien protestiren? —. Die DD. Michel Levy und Worms, Hospitalarzte, sind für ihren Eifer und ihre Hingebung während der Cholera zu Offizieren der Ehrenlegion erhoben worden. — Die Cholera hat auch unter den Ju-

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