Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 13 (1849)
- Issue
- Heft 27 (2.7.1849)
- Date
- 1849-07-02
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3224737-3225606-3225634--10280-3240322- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
XIII. Jahrgang. No. SV. Allgemeine Zeitung -es Zudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Dr. Ludwig Philippson, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. zu Leipzig. Leipzig, den 2. Juli 1849. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22^ Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspcdition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Harfenklänge r An Israel. 1849. Leitender Artikel: Das moderne Heidenthum. II. ZeitungSnachricktenr Deutschland: Berlin, Berlin, Kassel, aus Anhalt-Bernburg, aus dem Großherzogthum Weimar. Rußland: Wilna. Literarische Nachrichten: Magdeburg. Abhandlungen verschiedenen Inhalts: Das jüdische Schulwesen, von vi. A. Stein, Rabbiner. — Ein Vorschlag, die Absendung einer Denkschrift, die Reorganisation des jüdischen Schulwesens betreffend, von I. Wedell. — Synagogengesang, von Simon Alexander. — Historische Notizen, die Juden in Kurland betreffend, mitgetheilt von R. I. Wunderbar. Harfenklange. An Israel. 1848. Am Himmel fuhren schwefelgelbe Blitze, Und Donner hallt' um des Gebirges Spitze, Bis in die tiefgestreckten Wurzeln schwankten Die trotz'gen Felsen, daß die Kuppeln wankten; Der Strom schwoll auf, und warf die trüben Wellen Die Klipp' hinan, bis brausend sie zerschellen; Die Damme barsten und die Wehre sanken, Die Wogen fluthen höhnisch durch die Schranken; Es neigte tief der Eichenwald die Wipfel, Da heulend zog der Sturmwind durch die Gipset, Und Stamm nach Stamm warf er zersplitternd nieder, Der Strom entführte die zerbrochnen Glieder. Wo birgt das Haupt der schwache Staubgeborne Vor solchem Wettergraus, der Geisterkorne? Sein schwankes Dach zerschlug des Sturmes Schwinge, Und das Gerüst zerschnitt des Blitzes Klinge, Die Pfeiler stürzten vor den schnellen Flammen, Vom Sturm getrieben, wie im Nu zusammen. Da klopft das Herz, da zittern die Gebeine, Es blieb der Stützen, der erprobten, keine; Wild wallt das Haar, das Auge starrt geblendet: Wer har vernichtend diesen Grimm gesendet? Vorüberzog der Sturm, das Wetter schweigt. In seinem Bett das Bächlein wieder schleicht: Es braucht nicht Schranke, braucht nicht Damm und Wehr, Es fließt gebändigt schon von selbst daher. Doch weit und breit die Wüste sich erstreckt, So weit der Sturm die Flügel hat gereckt; Der Wald zerstört, versandet ist die Flur, Mit Felsensplittern auf des Sturmes Spur; Der Menschen Statten Trümmer, unverschont, Wo einst die Liebe, wo der Haß gewohnt. Was mühsam schuf, was aufgehäuft die Hand, Zerbrochen ist's, zerstreut, es sank, es schwand. Da schweigt das Herz, wie in des Grabes Nacht, Wo nicht die Hoffnung, nicht die Sorge wacht, Das Auge starrt, den Blick hineingekehrt, Gelahmt der Geist, verödet, grambeschwert.