Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 13 (1849)
- Issue
- Heft 26 (25.6.1849)
- Date
- 1849-06-25
- Page
- Seite 360 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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360 haben fast ausschließlich uns die Gabe der Musik verliehen, der Wissenschaft harmonischer Klänge, welche die Alten als göttlich anerkannten und in ihrer schönsten Gottheit personifizirten. Ich spreche nicht von der Vergangenheit, obgleich, wenn ich in die Geschichte der Heroen der Melodie eingehen wollte, Sie in derselben die Annalen des hebräischen Genius finden würden. Aber selbst in diesem Augenblicke ist das musikalische Europa unser. Es giebt nicht eine einzige größere Gesellschaft von Sängern, nicht ein einziges bedeutendes Orchester, worunter sich nicht viele unserer Kinder unter den fi'ngirten Namen befanden, welche sie annehmen, um den finstern Widerwillen zu versöhnen, dem Ihre Nachkommenschaft eines Tages mit Scham und Abscheu entsagen wird. Beinahe alle großen Komponisten und Virtuosen, beinahe alle Stimmen, welchen das entzückte Ohr lauscht, sind aus unscrm Volke hervorgegangen. Sie alle zu nennen würde viel zu weit führen, ich beschranke mich hier darauf, zu erwähnen, daß die großen, schöpferischen Geister, deren Harmonieen gegenwärtig fast alle Nationen ftfseln — Rossini, Meyerbeer, Mendelssohn — hebräischen Ursprungs sind und daß die Muskadins von Paris und die Dandies von London, wenn sie sich durch die Zaubertöne einer Pasta oder Grisi zum begeistertsten Enthusiasmus hinreißen lassen, nicht ahnen, daß sie den lieblichen Sängerinnen Israels ihre Huldigung darbringen! Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1 Vi Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petitschrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. In einer Manufaktur- und Tuchhandlung in einer großen Stadt, im Königreich Hannover, wird ein Lehrling jüdischen Glaubens, der einige Fähigkeit im Rechnen und Schreiben hat und die Handlung alldort zünftig erlernen kann, gegen ein billiges Lehrgeld gesucht. Der daraus Reflektirende kann das Nähere hierüber in portofreien Briefen erfahren bei dem Lehrer Benlevi in Hildesheim. NB. In dieser Handlung wird am Sabbat kein Geschäft betrieben. Lehrlingsgesuch. In einer Tuch- und Manufakiurwaarenhandlung Nordhausens wird unler annehmbaren Bedingungen zum sofortigen Antritt ein Lehrling gesucht. Auf portofreie Anfragen ertheilt die Expedition dieses Blattes nähere Auskunft hierüber. Literarische Anzeigen. CwT” Wir haben uns entschlossen, den Preis folgender bekannter Werke, um deren Anschaffung zu ettetchtern, auf unbestimmte Zeit im Preise hecabzusetzen: H a n d b n ch der biblischen A l t e r t h n m s k u n d e vom Prof. Dr. E F. K. Rosenmüller. 4 Bde. enthaltend: die biblische Geographie und Naturgeschichte. Mit Karten und Abbildungen. gr. 8. Preis früher 15 Thlr. 10 Ngr. jetzt S Thlr. 15 Ngr. Das alte und neue Morgenland oder Erläuterungen der heiligen Schrift aus der natürlichen Beschaffenheit, den Sagen, Sitten und Gebräuchen des Morgenlandes. Mil eingeschalteter Uebersetzung von Sam. Burder's morgenlandischen Sitten und Will. Ward's Erläuterungen der heiligen Schrift aus den Sitten und Gebrauchen der Hindus. 6 Bde. gr. 8. Preis früher 9 Thlr. 15 Ngr. jetzt A Thlr. Baumgärtners Buchhandlung. Bekanntmachung. Wir zeigen von Neuem au, daß wir Briefe, die uns unfraukirt mit Annoncen für den Anzeiger der Allgemeiueu Zeitung des Juden thums zukommeu, wie bisher uneröffuet zurückwciseu werden. Solche Anzeige» aber, deren ohugefährer Betrag nicht beigefügt ist, oder für deren Bezahlung eine auswärtige Blichhandlung oder ein hiesiges Handelshaus nicht garantiren, legen wir unberücksichtigt bei Seite. Leipzig, im Juni 1849. Baumgärtners Buchhandlung. Druck von I. B. Hirschfeld in Leipzig.