Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 13 (1849)
- Issue
- Heft 24 (11.6.1849)
- Date
- 1849-06-11
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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XIII. Jahrgang. No. 34. Allgemeine Zeitung des Zudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von irr. Ludwig Philippfon, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. zu Leipzig. Leipzig, den 11. Juni 1849. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22z. Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr ungesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Die Synode und die Gegenwart. Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Berlin, Berlin, München. Oesterreichischer Kaiserstaat: Prag, aus Mahren. Frankreich: Paris. Korrespondenz: Lehrerkonferenz zu Krefeld. Auszüge: Einige Reiseturen im heiligen Lande, ausgezogen aus Robinsons Palästina. — Szenen aus der Geschichte der Juden kurz nach der Zerstörung Jerusalems. (Fortsetzung.) Leitender Artikel. Magdeburg, 3. Juni. Die Synode und die Gegenwart. Der Frühling fangt an seinen Abschied zu nehmen, der heiße Sommer steigt herauf — aber zur Verwirklichung der allgemeinen israelitischen Synode ist noch kein Schritt gethan, von da aus nicht gethan, von wo es geschehen müßte. Einen Vorwurf i\ m man den Männern nicht daraus machen. Gerade in und um Frankfurt gahrt es am Meisten; dort ist der Brennpunkt aller politischen Fragen und Stürme, die jetzt Deutschland bewegen. Wo soeben die deutsche Nationalversammlung Abschied genommen, um feindlichem Begegnen zu entgehen, oder der süddeutschen Bewegung naher zu rücken; wo die deutsche Zentralgewalt im letzten Momente ihres Bestehens alle Energie zusammenrafft, um sich dem Norden gegenüber noch zu erhalten; wo die Bewegung Badens und der Pfalz so nahe ist, daß ein Streich sie nach Frankfurt zu bringen vermöchte — da läßt es sich nicht tagen, um religiöse Fragen zu beantworten, auszugleichen. Es muß verschoben werden.... Schadet auch Nichts, Unterdeß wird das religiöse Interesse wieder starker erwachen, kräftiger hervortreten, und so ein Größeres zu Stande bringen. Aber eine Synode muß zu Stande gebracht werden. Sie wird mancherlei zu thun haben, das Hauptwerk wird sein: die Hauptprinzipien des Judenthums, so fest diese auch an sich sind, feierlich zu verkünden, um der kommenden Zeit die Parole zu geben, um die sie sich zu schaaren. Die Synode hat jetzt dasselbe Werk zu vollbringen, was unsere Vater in den nächsten Jahrhunderten nach der Zerstörung Jerusalems, das Synedrion zu Liberias, vollbrachte, das Judenthum irgendwie fester zu gestalten für die Zeit, die da kommt, gegen die auflösenden Elemente, die auf dasselbe losstürmen werden. Damals bedurfte es der Jahrhunderte, um es zu konsolioiren, warum sollte es jetzt nicht der Jahrzehende bedürfen? Und all die Versuche, die bis jetzt gemacht worden sind, sind Vorbereitungen, die allmälig zu einem bestimmten Ziele führen. Wir sind durchaus nicht besorgt. Gerade je mehr auf religiösem Gebiete das äußerste Extrem sein Haupt erhebt (s. den Art. Paris Ln dieser No.), desto eher werden sich im Kampfe die Streiter für die Religion Israels zusammenfinden, desto eher die Massen sich wieder um sie schaaren. Wir müssen unfern Blick, unsere Anschauung nur über den Augenblick erheben. Und wer sollte dies leichter