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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-06-04 · Heft 23 (4.6.1849) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 23 (4.6.1849)
Date
1849-06-04
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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XIII. Jahrgang, N-. 23. Allgemeine Zeitung des Zudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Dr. Ludwig Philippson, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. ZU Leipzig. Leipzig, den 4. Juni 1849. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registersu. s.w. umfassen. Zn Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für fechs Monate — 22z Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspcdition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel r Predigt zum Schebuotfeste. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Berlin, Berlin, Hamburg. Ungarn: Debreczin. Großbritanicn: London. Dänemark: Altona. Rußland: Kosel. Literarische Nachrichten: Magdeburg. Auszüge: Aus d'Jsraeli's Tankred (Schluß). — Szenen aus der Geschichte der Juden kurz nach der Zerstörung Jerusalems. Leitender Artikel. Magdeburg, 29. Mai. Predigt zum Schebuotfeste *). Ewiger! ich hörte deinen Ruf, ich bebte; Ewiger, dein Werk, inmitten der Jahre bring' es zum Leben, inmitten der Jahre mach's offenkundig; im Zorn ge¬ *) Wir gestatten uns, Jünger des Predigtamts darauf aufmerksam zu machen, daß wir in dieser Predigt eine eigenthümliche Form anwandten, die bisweilen, dem Gegenstände angemessen, und der Abwechselung wegen, nicht unpassend sein möge. Ohne eigentlichen Text, wird im ersten Theile die Frage, welche das Thema der Predigt, erörtert, im zweiten Theile ein größeres, zusammenhängendes Schriftstück, hier Ps. 73, in paraphrastischer Behandlung zur Beantwortung der Frage angewendet, im dritten Theile fernere Schlußfolgerung gegeben. Es macht diese Form, wie die Erfahrung sich bot, einen guten Eindruck, indem sie die Aufmerksamkeit der Zuhörer ganz von Neuem belebt, wo dann die herrliche, unerreichbare Sprache der Schrift belohnend einwirkt. Der innige Zusammenhang zwischen der Schrkstlehre und dem denkst du des Erbarmens (Chab. 3, 2.). So wir den Blick in deine Werkstatt verlieren, und unser Auge sich verschleiert vor dem Drange, „erleuchte du uns, daß wir den Tod nicht schlafen" (Ps. 13, 4.) Amen. I. Andächtige Zuhörer! Die Blumen, mit denen wir unsere geweihete Stätte geschmückt, sie erinnern uns an die fröhlich blühende Natur, die draußen, unbekümmert um die ringende und wogende Menschheit, ihr heiliges Schöpfungswerk begonnen und fördert. Der Tag, den wir heute feiern, er erinnert uns an die ewig erhabene Religion, die heute vor Jahrtausenden durch Verkündigung der Zehnworte ihr heiliges Gesittungswerk begonnen, und unablässig fördert, unerschüttert von der kämpfenden und zerstörenden Menschheit. Ja, wie die Natur ewig dieselben Bahnen durchschreitet, keinem Wandel, keiner Vernichtung unterthan: also schreitet auch die Religion immerfort dieselben Bahnen, sie wandelt nicht, sie geht nicht unter; ihre Lehren sind immer neu und doch dieselben, ihre Verkündigungen gehen von Mund zu Mund, und dock niemals als andere. Und dennoch, wie die Natur abhängig ist von der Kultur der Menschen, wie auch sie unter der arbeitenden Hand des Menschen sich veredelt und verfeinert und bereichert, daß Nutzloseres verschwindet, und Nahrungspendendes an die Stelle tritt, daß Unschöneres weicht, und Aug' und Herz Ermodernen Gedanken, der dadurch hervorgerufen wird, ist von großer Wichtigkeit. Redakt.

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