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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-05-21 · Heft 21 (21.5.1849) · p. Seite 284

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 21 (21.5.1849)
Date
1849-05-21
Page
Seite 284 (sequence 12)
Language
German
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284 über ihn gekommen, jetzt ist ihm das Judenthum ein Glück, da er durch dasselbe doch noch etwas ist, ein Jude; erst mit der Armuth, mit dem Siechthum ist das Judenthum ihm wieder gekommen, und erhalt ihn aufrecht. Merken wir uns dies. Es ist so leicht, etwas Anderes zu sein, wenn Geld und Gesundheit und Jugend und Geist uns zu Gebote stehen, aber auch da Jude zu sein, auch da das Heil und die Freude in etwas Höherem, als leichtfertigem Verneinen, in größeren Aufgaben und Werken zu finden, ist schwerer. Aber auch der arme, todtkranke Heine findet noch eine Freistatt im Judenthume. Sei da wenigstens ein Jude; ein Jude im Hangen am einigen, überweltlichen Gotte, ein Jude in der Liebe der Familie, in der Barmherzigkeit gegen seine Menschenbrüder, in der Wahrheit und Aufrichtigkeit. Es ist dies dann doch noch mancher Honigtropfen im Wermuthstranke des Leidens und der — Reue.. . Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen iVsNgr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Seile aus Petitschrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Ein verheirateter examinirter jüdischer Lehrer, der zugleich und einen geregelten Gottesdienst zu leiten im Stande ist, kann bei einem festen Gehalt von 200 Thlrn. jährlich und Nebeneinkünften von Michaelis d. I. ab in Landshut in Schlesien ein Engagement finden, derselbe darf jedoch kein sein. Hierauf Reflektirende wollen sich unter portofreier Einsendung ihrer Zeugnisse bei dem Unterzeichneten melden. Landshut in Schlesien, den 15. April 1849. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde. H. Rofenstein. Vakanz. fcr* An der neuen jüdischen Gemeinde zu Schneidemühl soll ein Lehrer (unverbeirathet) sofort placirt werden, der im Stande ist, die Funktionen eines tsmiö zu übernehmen und bei Ausübung des Kantorats einen Chor zweckmäßig zu leiten. Hierauf Reflekurende wollen sich, unter Beifügung ihrer Qualifikationsatteste, schleunigst an den Vorsteher Herrn H. Bornstein wenden. In einer Stadt in Baiern wird ein junger Mann israelitischer Konfession als Theilnehmer einer schon mehrere Jahre bestehenden Weinhandlung zu engagiren gesucht, der im Stande wäre einige tausend Thaler einzulegen, wogegen ihm ein Theil des Nutzens gewährt wird, und er hätte dann die Geschäftsreisen, welche sich größtentheils nach Sachsen und Preußen erstrecken, so wie das Inkasso zu besorgen, wobei hauptsächlich auf solides angenehmes Aeußere und einen Norddeutschen reflektirt wird. Frankirte schriftliche Offerten mit bezeichnet, besorgt die Expedition dieses Blattes. In No. 18 vom 30. April d. I Pag. 248 dieser Zeitung befindet sich eine Aufforderung (d. <1. Hildes heim den 12. April 1849) eines tüchtigen Lehrers, der mit einer angenehmen Stimme so viel musikalische Bildung verdindet, als Vorbeter einen Ehor leiten zu können. Ob diese Aufforderung nur eine Satyre sein foll, oder wirklich von den Unterzeichneten Vorstehern ausgeht? Die Gemeinde hat wenigstens die Vorsteher nicht dazu beauftragt und ist damit auch nicht einverstanden, weil ihr alle Mittel zur Bestreitung solcher Kosten, die doch nicht unbedeutend sein können, fehlen, wenn nicht die Herren Vorsteher einen solchen tüchtigen, mit angegenehmer Stimme versehenen und chorteitenkönnenden, Lehrer, auf eigene Kosten haben wollen, was zwar sehr menschenfreundlich wäre, aber wol nicht glaublich ist. Wir warnen deshalb jeden angenehm stimmhabenden, tüchtigen Lehrer, der vielleicht darauf reflektiren sollte, sich keine Kosten durch frankirte Meldung zu machen, da sie doch der Umstände wegen nicht berücksichtigt werden würde. Hildesheim, den 10. Mai 1849. Mehrere stimmberechtigte Mitglieder der Gemeinde. Literarische Anzeigen Bei Fried. Aschenfeldt in Lübeck ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Bericht über die jüdische Elementarschule in Moisling bei Lübeck von I. Bukoszer. 1 Bog. gr. 8. drosch. Preis 3 Sgr. Diese Schrift dürfte ihres Inhalts wegen besonders für jüdische Lehrer von Interesse sein, da manche jüdische Elementarschule ihre eigene historische Entwickelung darin charakterisirt findet. Neue Fortsetzung. In Baumgartners Buchhandlung zu Leipzig ist so^ eben erschienen und an alle Buchhandlungen versendet worden: Die israelitische Dibel, enthaltend: Den heiligen Urtext. Die deutsche Uebertragung. Die allgemeine, ausführliche Erläuterung. Mit mehr als 500 englischen Holzschnitten. Herausgegeben von Dr. Ludw. Philrppson. Lex. 8. III. Bd. 4. Lieferung zu l1/2 Ngr. (6 gGgr.) Druck von I. B. Hirschfeld in Leipzig.

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