Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 13 (1849)
- Issue
- Heft 19 (7.5.1849)
- Date
- 1849-05-07
- Page
- Seite 259 (sequence 11)
- Language
- German
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herrsch«, im Studentenkomltä auf Schließung der Aula «Nd Aurückteeten der.Legion von jeder politischirr Thätigbeik hinzuwieLen, Rach vielen Kämpstri war es ihnen gelungen, am 25. Mai m bet Abendfitzung des StudenteNkoln'ttö'ä diese Bffchlüffe burchzüsetzen. Aber durch falsche Einflüsterungen, zu einem taktlosen Schritt von Energie bewogen, verbündete plötzlich am 26. Mai früh düs Ministerium durch eine offizielle Kundtnachung des niederösterreichistl^nIkegiewngspräsidenten Grafen Montecuroti di« Auflösung Der akademischen Legion und die Abtiestmng ihrer Waffen. Wir werden die stürmischen Eveigniffe dieses Tages und ihre Folgen später ausführlich schildem. Am Abend desselben Tages sah sich das Ministerium genöthigt, eine neue Behörde, ähnlich dem Zentralkomite, zu kreire», nachdem es selbst di« Bestrebungen der «infichtigerrn und bestgefinnten Volksmänner mit einem GtwNltstretche zu Nichte gemacht hatte. (Schluß folgt.) Eine Szene vor einem französischen korrektionellen Gerichte. Wie der Baker, so die Kinder. Der Lourrier cke la Mose!!« vom 10. März enthält folgenden Artikel: „Es giebt Personen, für die man instinktmäßig sich zu einem großen Wohlwollen gedrängt fühlt; Andere im Gegentheil taffen in «nserm Herze» nur Abneigung, ja Widerwille« entstehen. Dieses letztere Gefühl theilte «in dravrt und frommer Bewohner von Boulay im höchsten Grad« in Betreff der Kinder Israels. Er hatte die gefährliche Sorge getragen,, diese frommen Lehren seinem Sohne, einem strngen Menschen von 18 Jahren einzuflöße», de^wie man sehen wird, ihre Anwendung leicht zu finden wußte."*) „Ein kleiner Mann, mit unruhigem Blick, starker *) Wenn man diese» Einleitungsworten des Lourrier de la Mos. die JrorM leicht abhört, fa ist der Gegenstand doch etwas zu ernst, als daß der frivole To« dazu passe. Es sind nicht die Paar Prügelschläge, hie «in Jude empfangen; wol aber die Brutalität^ der rohe Fanatismus, die in solchen Fakten sich auSpräge», und welche rin schlimmes Zeugniß vom Bolksgeistr in Lothringen und Elsaß geben, die wir hier anschuldigen müssen und die aus dem Wege zu räumen waren. Warum ist eS nun gerade wieder der Elsaß, wo die: Bevölkeumg Lippe, schreitet langsam zum Gerichtshof vor: es ist dev Hauptzeug«, der die Brutalitarm des Vaters und des Sohnes anklagt. Er trägt auf seinem Gesichte das Signalement seiner jüdischen Abkunst in der charakteristischen Form seiner Rase. „Herr Präsident," sagte er, „ich treibe so einen kleinen Handel; ich verkaufe, kaufe hier und da, mit Respekt zu sagen- Hornvieh; ich wach« kleine Geschäfte als ein ehrlicher Mann... Der Präsident. Wir glauben es Ihnen; aber erzählen Sie di« Prügelei. Der Zeuge. Ja, ja; ich werde es niemals vergeffen; ich habe einen großen Schrecken ausgestanden, Herr! Ich hatte «den ein kleines Handelsgeschäft abgemacht ... Der Präsident, lächelnd. Nochmals! Der Zeuge. Ja, nochmals, davon leben wir... Ich hatte eine» guten Kauf gemacht; ich war zufrieden, ich dachte an Nichts, ich kehrte ruhig nach Boulap zurück, als «in ehrlicher Mann, der ich hin. „Halt, da ist ei« Jude!" hör' ich schreien; ich wußte nicht waSdaS wäre, und um sicherer zu sein , fange ich an zu laufen. Gut! ich bekomme einen Stein auf de» Rücken. Ich laufe immerfort, als ich Prügel auf meinem armen Körper fallen fühle: es war ein wahrer Regen, Herr Präsident; ich weiß nicht, wie ich noch lebe! Der Präsident. Kennen Sie die Urheber dieser niedrigen Handlung? Der Zeuge. Ich kenn« fle jetzt sehr gut, aber früher hatte ich fie niemals gesehen. — Nachdem er di« Angeklagten betrachtet, sagt« er: Das sind meine Verfolger; sagt doch, ihr schlechten Kerle, was hatte ich denn Euch gelhan? Habe ich Euch etwa mit meiner Maare betrogen? Der Präsident. Reben Sie zum Gerichtshof. Sind Sie verwundet worden? Der Zeuge entblößt seinen mager» und verhüllten Arm, der eine tiefe Narbe zeigte: Ich frage Sie, ob wol Menschenverstand darin ist, die Menschen so zuzurichten?... Elender Wicht... Ein Gendarme bestätigt die Aussage des Klägers, und erklärt, daß es keine Quälereien gebe, welche die Beklagten nicht Leuten aus jüdischem Stamme anthäten. Restlichst, sagte er, belustigte sich der Sohn aus vollem deutsch ist, wie es die Deutsche» in Preßburg waren« welche den brutalsten Judenhaß im vorigen Jahre übten? Redakt.