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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-04-09 · Heft 15 (9.4.1849) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 15 (9.4.1849)
Date
1849-04-09
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Xffl. Jahrgang. No. 15. Allgemeine Zeitung des Zudcnthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Dr. Ludwig Philipps»«, Rabbiner zu Magdeburg. Verlag von Baumgartners Buchhandlung zu Leipzig. Leipzig, den 9. April 1849. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s.w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr., 1ö Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22^- Rgr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspcdition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Einige Kreuz- und Querzüge. Zeitungsnachrickten rDeutschland: Berlin, Berlin, Berlin, Berlin, Magdeburg, Danzig, Frankfurt am Main, Leipzig, Leipzig, Hamburg, Karlsruhe, Stuttgart. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien. Abhandlungen verschiedenen Inhalts: Schulprograinm von Geiger. — Jüdisch-soziale Fragen. (Fortsetzung.) Belletristisches: Hispania und Jerusalem. Novelle aus dem zwölften Jahrhundert. (Fortsetzung.) Leitender Artikel. Von der Saale, den 1. April. Einige Kreuz- und Querzüge. An den Redakteur dieser Zeitung. Wenn ich Etwas an Ihnen bewundere, so ist es der Muth, die Hoffnung und die daraus immer verjüngte Kraft, mit der Sie die Dinge resp. anschauen, handhaben und angreifen. Und gerade weil dennoch bisweilen auch bei Ihnen das Gegentheil durchblitzt, auch bei Ihnen irgend ein Satz jene Muthlosigkeit verrath, welche im erhöhten Grade „Verzweifeln an Etwas" genannt wird, also ein volles Durchschauen der Zustande bei Ihnen vorausgesetzt werden kann: darum bewundereich es, wenn alsbald das Feuer des Lebens wieder emporlodert hoch über die dunkle Kluft, in die wir eben hineingeblickt. Dann aber lasten Sie mich auch einmal das Gegentheil aussprechen und das beschwerte Herz ausschütten. Ich habe Ihre Artikel gegen die erbärmlichen Wichte der Vossischen Zeitung und anderer Orten gelesen. Sie gehen also, Herr Redakteur, bereitwillig in die Fehden ein, welche nach guter, alter Weise gegen die Juden wieder beginnen, und die mit „insofern" und „ausgenommen" schon wieder enden werden — jene sind nur die Tirailleurs — Sie stehen nicht an, den Unsinn und die Lüge wieder aufzudecken und nachzuweisen? Wie, Herr Redakteur, liegt Ihnen denn der Schmerz über die Zeit nicht tiefer? Was können uns denn eigentlich jene Menschen schaden, was sie uns nicht schon geschadet hätten? Ob sie nun noch erbärmliche Verleumdungen hinzufügen — fürwahr, darauf möchte es wenig ankommmen. Ja, damit ich Ihnen Alles sage, selbst wenn sie den Juden die s. g. Emanzipation wieder nehmen oder beschränken, wenn sie wieder Kategorieen der Staatsbürger schaffen, und die Juden in eine Kategorie hineinschieben, der so niedliche Grenzen gezogen sind, daß jene dem „christlichen Staate" Nichts zu schaden vermögen — ich würde mich ebenso wenig grämen wie wundern, aber auch kein Wort verlieren. Die Hauptsache ist verloren; die Umgestaltung der Gesellschaft in organischer Weise nach gesunden Prinzipien, nach Prinzipien, welche nicht aus abgestandenem Wasser als Lust- und Gasblasen sich erheben, sondern die eine Zukunft haben. Und in dieser Umgestaltung allein konnte den Juden das werden, was ihnen Noth thut, konnten sie dem Volke ohne Trennung und Ausschließung angchören und jeder besondern Stellung, von der Vorurtheile und Haß niemals weichen werden, über-

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