Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-04-02 · Heft 14 (2.4.1849) · p. Seite 192

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 14 (2.4.1849)
Date
1849-04-02
Page
Seite 192 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3224737-3225606-3225621--10098-3240127
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

wirft einen neuen Glanz, einen neuen unbegrenzten Werth auf Dich. Fast kann ich jetzt nicht mehr begreifen, daß wir ohne Dich gelebt, so schnell bist Du ein untrennbares Glied meiner Familie geworden...Er sah hierbei bedeutungsvoll Abraham an, dieser aber schüttelte sanft das Haupt.... Juda verstand ihn, und fuhr fort: „Ja, Hulda, wir lasten ihn nicht wieder, und Du, meine Tochter, wirst sicherlich das Deinige dazu thun...." Hulda erröthete. „Weißt Du denn aber auch, wen Du vor Dir hast?" — „Was brauche id) wol den Namen zu haben, da ich den Retter meines Lebens vor mir habe?" — „Nun, Hulda," erwiderte Juda; „wenn nun aber dennoch in dem Namen noch ein bedeutend Mehr läge? wenn es ein Name, der eine höhere Bedeutung, der.. ." „Beschäme mich nicht, Rabbi," fiel Abraham ein. „Nun gut, Hulda, es bedarf auch der vielen Worte nicht. Es ist genug, wenn ich Dir sage, es ist Abraham Aben-Esra, der vor Dir steht...." „Aben-Esra!" rief Hulda aus, „der Dichter! dessen schöne, gedanken- und lehrreiche Gesänge mich, die Schülerin Juda Hallevi's, so tief entzückt.. ." und sie trat einige Schritte zurück. „Du mußt wissen, Abraham, daß ich, da mir der Sohn fehlte, meine Hulda auch in die Sprache und dichterischen Schätze unserer Nation eingeweiht, und sie kennt Dein Ormat-Ha-Megima und Deinen Schir recht wohl, und ist begeistert für sie eingenommen." „Es kommt mir heute des Glückes zu -viel zu", sagte Abraham, „als daß ich Alles ertragen könnte. Was sind die Mühsale der Vergangenheit gegen diese Stunde der Gegenwart? was die geringen Anstrengungen meiner Jugend gegen diesen Preis? Hulda, wie hoch beglückt es mich, daß Du Kenntniß von meinen schwachen Arbeiten hast. Es soll mich dies zu immer Größerm anseuern...." „Sag nicht schwache Arbeiten, Abraham!" erwiderte Hulda, die von einem tiefen Ernste ergriffen schien. „Du hast in jungen Jahren die Krone von dem Gipfel der Palme abgebrochen und Dir zugeeignet, und das Höchste, was Du noch in Deiner Zukunft thun kannst, ist: Dir gleich zu bleiben... . Aber ich schaue jetzt auf mich selbst zurück, und fühle mich wie ein Rathsel.... Einen Juda Hallevi zum Vater, einen Abraham Aben-Esra zum Lebensretter zu haben ... und was bin ich?... Abraham, wenn Du Dein Leben um meinetwillen in den Wellen verloren hattest ... mein Name wäre zum Fluche der Nachwelt geworden...." Eine Todtenblasse überzog das Antlitz der Jungfrau. Die beiden Männer standen bewegt da, und blickten auf sie.... Endlich ergriff Juda das Wort: „Kinder, wir sind Thoren. Lasten wir den allzustrengen Ernst, sondern freuen wir uns einander. Wir haben uns, was wollen wir mehr?..." Er umarmte Hulda, legte ihr schönes Haupt an seine Brust, und küßte ihre weiße Stirn. „Hulda, laß diese Bewegung; mache unserm Freunde den Aufenthalt bei uns angenehm, zeigen wir uns von der liebenswürdigsten Seite, damit er Gefallen an uns finde." So verweilten die beiden Männer noch eine Stunde bei Hulda, und im geist- und gemüthvollen Gesprächen verging diese Zeit wie im Fluge. Es war eine Stunde süßer Befriedigung und Befreundung, welche die drei immer näher zu einander führte. Das Geschick hatte sie ihnen gewahrt: sollte sie ein Entgeld sein für die Tage, die da kamen? _(Fortsetzung folgt.)_ Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen lV«Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Seile aus Petitschrift oder deren Ramv sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Da unser zeitheriger Kantor, Religionslehrer und Schächter Familienverhältniste wegen unsere Gemeinde verläßt, so fordert der Unterzeichnete Vorstand diejenigen Kandidaten, die die obenangegebenen Funktionen ausüben können, und so viel musikalische Fähigkeit besitzen, den Gottesdienst mit Choralgesang zu leiten, hiermit auf, unter freier Einschickung ihrer Zeugnisse sich sofort zu melden, indem die Stelle sofort zu besetzen ist. Guben, den 20 März 1849. Der Vorstand S. Israel. NB. Ich bezeuge sehr gern, daß obige Stelle sowol eine angenehme als einträgliche ist. Salöchin, Kantor und Lehrer. Israelitische Eltern, denen die Bildung und religiöse Erziehung ihrer Kinder am Herzen liegt, werten darauf aufmerksam gemacht, daß der Unterzeichnete bereit ist, Knaben, die Elementar- oder hohem Unterricht genießen sollen, unter billigen Bedingungen in Pension zu nehmen. Die häusliche Umgangssprache ist meistens die französische. N. Frank, Lehrer der israel. Gemeinde zu Düsseldorf. Ein unverheiratheter Lehrer jüdischer Religion, der französischen Sprache mächtig und in Schulwissenschaften wohlunterrichtet, wird zu 'VN HH für einige Knaben und Mädchen von 10 bis 14 Jahren zur Erziehung und Unterweisung gesucht, und erhalt dafür freie Station und 100 bis 120 Thlr. Gehalt. Frankirte Meldungen unter Uebersendung von Zeugnissen über religiöse und sittliche Aufführung erbittet man unter Adresse des Rabbiners Dr. Hirfchfeld in Gleiwitz. Druck von I. B. Hirschfeld in Leipzig.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.