Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 13 (1849)
- Issue
- Heft 13 (26.3.1849)
- Date
- 1849-03-26
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XIII. Jahrgang. Allgemeine No. LS. Zeitung -es Zu-ent-ums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Dr. Ludwig Philipps»«, Verlag von Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. zu Leipzig. Leipzig, den 26. März 1849. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s. w. umfaffen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22^- Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Erpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspcdition für beide Letztere hat sich die königl. snchs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Die Verbindung unter den Juden. Zeitungsnachricbtenr Deutschland: Hamburg, Krefeld, von der Spree, Berlin, Berlin, aus dem Großherzogthum Posen, Wien, aus dem Württembergischen. Abhandlungen verschiedenen Inhalts: Maimonides. (Schluß.) Belletristisches: Hispania und Jerusalem. Novelle aus dem zwölften Jahrhundert. (Fortsetzung.) Leitender Artikel. Magdeburg, 17. März. Die Verbindung unter den Juden. Artikel aus Berlin und Wien in dieser Nummer unsers Blattes geben abermals Zeugnkß, daß man die Juden für eine in sich verbundene, in demselben Geiste, nach denselben Grundsätzen und Richtungen hin strebende Masse halt, oder doch dafür ausgeben will. Man spricht in Berlin von einer Partei der Juden, in Wien von einer Partei der Hebräer. Man legt ein gewisses Gewicht darauf, wohin sich diese Partei wende. Man unterhandelt gewissermaßen mit ihr, macht ihr Vorwürfe, greift sie an und brandmarkt sie. Also jedenfalls denkt man, oder giebt sich das Ansehen, als dächte man sich die Juden wie eine einzige Phalanx, die miteinander, fest geschloffen, Fronte und Kehrt macht, und stopft nun in diese Phalanx alle vorhandenen Israeliten hinein. Wir erinnern uns aus den ersten Jahrgängen dieser Zeitung, daß nach 1830 dieselbe Erscheinung auftrat. Die Juden wurden der Kamercrderie beschuldigt. Ein gewisser Lenz, der bald darauf starb, war es namentlich, der dies in die Welt schleuderte. Als das sogenannte „junge Deutschland" aufkam und in der Literatur einiges Aufsehen machte, waren es ebenfalls die Juden, welche dafür verantwortlich gemacht wurden, weil Börne und Heine aus jüdischem Stamm entsprossen. Daß Gutzkow, Laube, Kühne, Mundt u. A., die dem jungen Deutschland zugerechnet wurden, keine Juden waren, das galt Nichts, man hatte doch einen Sündenbock gefunden, und der mußte die Schlage aushalten. Die Ursachen dieser Erscheinung kann man leicht offen legen. Es war zunächst das Schuldbewußtsein unserer Gegner. Diese mußten sich sagen: wir haben seit vielen Jahrhunderten die Juden so behandelt, daß es gar nicht anders sein kann, die Juden fühlen tief in ihrem Herzen das Unrecht, das wir ihnen nicht blos gethan, sondern fortwährend thun, ja mit aller Kraft ferner zu thun streben, und daher verbinden sie sich untereinander, uns mit gemeinsamer Anstrengung zu überwältigen. Sie setzten es also voraus, und darum mußte es so sein. Es ist das alte Lied, das schon Pharao sang im ersten Kapitel des zweiten Buches Mose: „wenn der Feind in's Land kommt, werden sie sich mit ihm verbinden.^ Er fühlte, er habe sie so behandelt, daß sie es eigentlich thun müßten, darum setzte er voraus, sie würden es thun, und aus dieser Voraussetzung heraus knechtete er sie noch mehr. Es war aber doch nicht so.