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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-03-19 · Heft 12 (19.3.1849) · p. Seite 164

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 12 (19.3.1849)
Date
1849-03-19
Page
Seite 164 (sequence 12)
Language
German
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164 Wir meinen nämlich, es würde von unendlich segensreichem Erfolge sein, wenn es gelänge, ein jüdisches Wochenblatt in's Leben zu rufen, welches in der populärsten Sprache abgefaßt, Unterhaltung mit Belehrung und Erbauung verbindend, ausschließlich den unteren Klassen, namentlich den Landleuten gewidmet wäre. An Stoff könnte es nicht mangeln, da die allgemeine Volksliteratur vielfach benutzt werden könnte; wenn gleich vorzugsweise das sogenannte jüdische „Moschelch en" einen Ehrenplatz erhalten müßte. Ein solches Unternehmen dürfte aber nicht blos Geldspekulation sein; im Gegentheil es müßte dabei mit einiger Uneigennützigkeit verfahren werden und der jährliche Abonnementspreis für 50 bis 60 Bogen inkl. des jetzt sehr geringen Postaufschlags*) in keinem Falle einen THaler übersteigen. Bei einer starken Auflage und bei Verwendung einer ordinären Papiersorte scheint uns dieser Preis ganz genügend. Um sich aber von vorn herein eines beträchtlichen Absatzes zu vergewissern, dürfte der etwaige Unternehmer wohl thun, vorab die Beihilfe der Rabbiner, Prediger, Lehrer, Vorsteher rc., bei Verbreitung des Blattes dringend nachzusuchen. Hier würde aber keineswegs der gewöhnliche Schlendrian genügen, welcher das Seinige gethan zu haben glaubt, wenn er eine Subskriptionsliste bei den Leuten hat zirkuliren lassen. Vielmehr müßte ein solches Unternehmen von allen Seiten mit großer Liebe ausgenommen und gepflegt werden und jeder Mann von Einfluß müßte den Letztern gern verwenden, um einem Blatte auch in den kleinsten Ortschaften Eingang zu verschaffen, welches die Bestimmung hatte, das Volk aufzuklaren und in moralischer wie in sozialer Beziehung zu heben. Aber nicht allein die Beihilfe zur Verbreitung eines solchen Blattes würden wir beanspruchen, sondern wir würden auch erwarten, daß alle Männer von Geist und Herz es nicht unter ihrer Würde hielten, ein so volksthümliches Unternehmen durch die Früchte ihres Talentes zu unterstützen. Möchten doch diese Zeilen einige jüdische Volksfreunde veranlassen, zur Verwirklichung der ausgesprochenen Idee zusammenzutreten! *) Der Weg des Buchhandels müßte als viel zu langsam ganz unberücksichtigt bleiben. Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1*/* Ng«.(1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petitschrift oder deren Raum sowie Literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Bei der israelitischen Gemeinde in K o b l e n z wird ein unverheiratheter, wissenschaftlich gebildeter Mann, welcher den höhern Religionsunterricht zu leiten, und .gleichzeitig das Vorbeteramt nach abgekürztem Ritus zu bekleiden, event. auch religiöse Vorträge zu halten im Stande ist; ferner ein unverheiratheter Mann, welcher den Unterricht in der untern Klasse der Religionsschule zu ertheilen befähigt und ein tüchtiger artra ist, vom 1. Juli d. I. ab zu engagiren gesucht. Hierauf Reflekticende belieben sich unter Einsendung ihrer Qualisikations- und Moralitätszeugnisse und unter Bemerkung ihrer Ansprüche in portofreien Briefen baldigst an Unterzeichnete Stelle zu wenden. Der Vorstaud der israelitischen Gemeinde. Gr* Die israelitische Gemeinde hieselbst wünscht zu Ostern d. I. einen mit guten Zeugnissen, sowol seiner Fähigkeiten als seines moralischen Betragens versehenen Religionslehrer, Schächter und Vorbeter und wollen hierauf Reflektirende in portofreien Briefen an den Unterzeichneten Vorstand sich wenden. Zugleich wird bemerkt, daß erwähnte Stelle bei gänzlich freier Station und außer Schächt- und anderer Akzidentien ein Fixum von 60 Thlr. Kct. bietet. Warin, im März 1849. I. Bohrend. GT Ein zünftiger Tischlermeister, israelitischer Religion, Ln einer hannöverschen Stadt, sucht einen Lehrling. Den Sabbat- und Speisegesetzen wird Genüge geleistet. Reflektanten erfahren das Nähere in postfreien Briefen durch den Lehrer Herrn Löwenthal in Dannenberg. Literarische Anzeige. In Baumgartners Buchhandlung zu Leipzig und in allen Buchhandlungen ist zu haben: Harfenklänge -er heiligen Vorzeit. Ein Schul- und Haus-Lesebuch über alle Theile der heiligen Schrift alten Testaments. AuS den besten Bearbeitungen der deutschen Claffiker, gesammelt von vr. H. Jolowicz. 15 Bogen gr. 8. broch. 15 Ngr. Druck von I. B. Hirschfeld iu Leipzig.

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