Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 13 (1849)
- Issue
- Heft 11 (12.3.1849)
- Date
- 1849-03-12
- Page
- Seite 151 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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151 prophetischen Büchern in meinem Bibelwerke zu verweisen. Nur auf die beiden Hauptpunkte will ich Sie aufmerksam machen mit Wenigem: 1) die israelitischen Propheten waren die Vorkämpfer der Volksfreih eit gegen die asiatischen Knechtungsgelüste der Könige von Israel und Juda, die Vertheidiger der Armen gegen die Unterdrückung der Reichen, der Geringen gegen denHochmuth der Vornehmen. Ich brauche Ihnen keine Stellen zu zitiren, schlagen Sie sie auf, wo Sie wollen. 2) die israelitischen Propheten, während der Mosaismus das Recht in bestimmten Lehren und speziellen Lebensvorschriften ausprägte, brachten die Sittlichkeit im Allgemeinen zur Anerkennung, stellten sie als das allgemeine Gesetz alles menschlichen Lebens hin, ohne die die Völker nicht leben können, sondern unrettbar untergehen müssen. Dies ist der große Inhalt der Propheten, und da sie überall auch in das wirkliche Leben eingriffen, so finden Sie im Leben derselben die verschiedensten und großartigsten Szenen. Jene Szene, wo Samuel, dem, durch die Waffen eine absolute Krone gründen wollenden Saul gegenüber, den Mantel zerreißen laßt: also soll dein Königthum zerrissen werden! — eröffnet den Reigen eines fast 500jährigen Kampfes der Propheten gegen die Könige, Priester, Reichen und falschen Propheten. Ich habe Ihnen genug gesagt. Fühlen Sie sich vom heiligen Feuer ergriffen, dann versenken Sie sich in das Buch der Propheten selbst, und wenn Sie im Stande sind, überall die tiefe Idee aus der kindlichen orientalischen Umgebung herauszuscheiden und dann wieder neuschaffend in dieselbe Umgebung zu versenken, so daß die Idee, wie sie Ihnen klar geworden, aus der Umgebung dem Beschauer entgegentritt, — dann legen Sie Hand an. Nach dem Gesagten wird Ihnen nicht zweifelhaft sein, was ich Ihnen bemerkte, daß Sie mit Auffassung dieser Idee auch tief in die Gegenwart geriethen. Denn die Propheten lehrten, daß dereinst Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit in der Erkenntniß eines einigen, die Menschheit leitenden Gottes, die gesammte Menschheit durchdringen würden und wohinausgehen, aller Reaktion zum Trotz, die Bestrebungen der Menschheit anders, als zur Verwirklichung dieses? Ich habe früher schon wiederholt gesagt, daß der Beruf des israelitischen Stammes doch nur im Religiösen begriffen sei, und selbst in den Zeiten, wo die Juden der allgemeinen Bildung leben, dennoch die Besten und Edelsten immer wieder dahin zurückkehren. Wolan, sind Sie, junger Freund, was ich wünsche, daß Sie seien, nun, so werden Sie, Israelit, der Maler des höchsten israelitischen Lebensproduktes, des Prophetenthums.... Ihr Dr. L. PH. Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1 V« Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petitschrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Einladung. Die Konferenz der israelitischen Lehrer des hiesigen Konsistorialsprengels wird laut Statuten §§. 3. 4. am 2. Mai d. I. Hieselbst abgehalten, zu welcher die Herren Lehrer mit dem Bemerken eingeladen werden, ihre Theilnahme spätestens bis zum 15. April zur Kenntniß des Unterzeichneten bringen zu wollen. Die auf das Schulwesen bezüglichen Paragraphen unserer Staatsversassung vom 5. Dezember, die bereits publizirten ministeriellen Erläuterungen, so wie die wahrscheinlich bis dahin schon erlassenen organischen Schulgesetze dürften ohne Zweifel den Konferenzmitgliedern reichen Stoff zur Diskussion und Debatte darbieten. Der Unterzeichnete giebt daher der Hoffnung Raum, daß kein Schulmann des Bezirkes, dem das Fortbestehen und Fortschreiten der israelitischen Elementar- oder Religionsschule ernstlich am Herzen liegt, seine Mitwirkung einer Versammlung versagen wird, deren Hauptaufgabe es ist, in richtiger Auffassung der Zeitverhaltnisse und in Bezugnahme auf das an sie ergangene Ministerialreskript vom 26. Mai v. I., die einzuschlagenden Wege anzubahnen und segensreiche Beschlüsse zu faffen. Krefeld, den 1. Marz 1849. Der Oberrabbiner des Konststorialsprengess, L. Bodenheimer. Es wird gesucht ein Kandidat der Theologie mosaischen Glaubens zum Unterricht für Kinder von 10 bis 14 Jahren in den höheren Wissenschaften, so wie in Musik, fernereine Modistin, welche im Stande ist einem Geschäfte als Direktrice vorzustehen. Wo? erfahrt man auf srankirte Anfragen in der Bere ndsohn'schen Buchhandlung in Hamburg. Ein zünftiger Tischlermeister, israelitischer Religion, in einer hannöverschen Stadt, sucht einen Lehrling. Den Sabbat- und Speisegesetzen wird Genüge ge-