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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-02-26 · Heft 9 (26.2.1849) · p. Seite 124

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 9 (26.2.1849)
Date
1849-02-26
Page
Seite 124 (sequence 12)
Language
German
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124 sondern auch durch Ranke Alles zu vernichten, was nicht Christ ist?... Fürwahr, es ist ein weites Gebiet der Vecmurhungen... „Aber, Rabbi," fiel Abraham ein, „die Vermuthungen helfen hier zu Nichts, sind gleichgiltig, da wir jedenfalls den Feind kennen. Die Lage ist klar. Der Orden wie die Bürgerschaft Sarragossa's will die Juden tilgen, Falls Du ihnen nicht Dienste leistest. Diese Dienste aber laufen der Treue gegen Deinen Herrn zuwider, und, selbst wenn Du auf sie eingehest, läufst Du Gefahr, daß das Spiel dem Könige offenbar wird, und dann bist Du verloren, und wir — das brauchen wir uns nicht zu verhehlen — mit Dir: denn wann hätte man Einen Juden allein getroffen? Die Lösung kann daher nur darin zu finden sein: wie ist der größtmöglichste Vortheil des Königs damit zu vereinigen, daß wir unsere Glaubensgenossen nicht den Schlagen ihrer Feinde preisgeben?" „Sehr scharfsinnig bezeichnet. Ein Anderes giebt es nicht." „Dann, Meister," fuhr Abraham fort, „würde ich mir die Forderungen der Gegner auf die eine Seite stellen, und das Geringste, was der König bewilligen könnte, auf die andere Seite. Ich zöge dann eine Linie mitten hindurch, und suchte beide Theile zu dieser Mittellinie hinzubewegen." „Sehr schön, Abraham. Du betrachtest diplomatische Unterhandlungen wie eine mathematische Figur. Vergiß aber nicht, daß der König verlangt, ich soll das Mindeste bewilligen, nicht ein Mittleres. Jndeß jeden Falls giebt Dein Vorschlag uns Gelegenheit, die ganze Sachlage uns völlig deutlich zu machen. Ich werde mich sofort an die Arbeit machen. Ich werde auch hier Geradheit und Offenheit mir zur Richtschnur machen, und vielleicht daß hieran die Pläne meiner Feinde zerschellen." Abraham erhob sich. Juda fuhr fort: „Abraham! Schwierige Verhältnisse haben uns zusammengeführt. Laß uns so schnell nicht wieder auseinanderkommen. Du sagtest mir zuvor, daß die Vater in Jerusalem Dich zu ihrem Boten erkoren, weil unsere Feinde Dich dort nicht bemerkt. Sprich, hast Du hier viele Bekannte?" „Ich bin allein als der Abschreiber Abraham von den Gelehrten gekannt, und auch diesen bin ich seit Jahr und Tag entschwunden." „Gut. So kann es nicht auffallen, wenn Du fortan mein Haus öfter besuchst. Du erscheinst als Einer der vielen Jünger der Wissenschaft, die zu mir kommen. Du weißt, ich halte einen besondern Tisch für diese. Mische Dich zuerst unter diese, Du wirst diese Rolle um des höhern Zweckes willen eine kurze Zeit übernehmen. Ich weiß. Du suchst Nichts bei mir, aber ich suche Dich. Erfülle mir diese Bitte. Du wirst nach Sarragoffa müssen. Geh, mein Unbekannter, geh im Schatten der Nacht von dünnen, und kehr' im Lichte des Tages wieder zu mir..." Diese Worte waren mit einer so unendlichen Güte gesprochen, daß sich Abraham, der stolze, unwillkürlich über die Hand Judas beugte, und sie küßte. Juda antwortete ihm durch einen kräftigen Händedruck. (Fortsetzung folgt.) Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen iViNgr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petitschrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Es wird gesucht ein Kandidat der Theologie mosaischen Glaubens zum Unterricht für Kinder von 10 bis 14 Jahren in den höheren Wissenschaften, so wie in Musik, ferner eine Modistin, welche im Stande ist einem Geschäfte als Direktrice vorzustehen. Wo? erfährt man auf frankirte Anfragen in der Be re n d soh n' sehen Buchhandlung in Hamburg. Ein mit den besten Zeugnissen versehener, schon über 5 Jahre im Amte stehender, geprüfter Lehrer und Prediger, der sowol in den jüdischen Religionswissenschaften, als auch in den deutschen Realien und in der französischen und englischen Sprache den gedeihlichsten Unterricht ertheilt, sucht im Laufe d. I., am Erwünschtesten zu Michaelis, einen seinen Fähigkeiten angemessenen dauernden Wirkungskreis. Hierauf reflektirende Gemeinden belieben sich in portofreien Briefen unter der Chiffre M. K. an die vereheliche Redaktion dieses Blattes zu wenden. *) *) Ich kann nach persönlicher Bekanntschaft und der Einsicht m die Zeugnisse des betreffenden Mannes denselben wahrhaft empfehlen. vr. Philipp so n. In Baumgartners Buchhandlung in Leipzig ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Kleiner Katechismus der israelitische« Religion. Von vr. Ludwig Philippson, Rabbiner. Preis (2gGr.). Gebunden 4Ngr. (3 gGr.). Druck von I. B. Hirschfeld in Leipzig.

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