Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 13 (1849)
- Issue
- Heft 9 (26.2.1849)
- Date
- 1849-02-26
- Page
- Seite 118 (sequence 6)
- Language
- German
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118 Partei, sondern auch Sir R. Peel und ein großer Theil seiner Partei, endlich fast alle maßgebenden Koryphäen des Tages diese Sache unterstützten. London, 6. Februar. Unterhaus. Lord John Ruffel zeigt an, daß er am Montage eine Bill für Abänderung der Formel des von den Unterhausmitgliedern zu leistenden Eides vorlegen werde. (Beifall.) — Das Jahr beginnt also in England mit derselben Farce wie das vorige. Man wird schöne Reden halten, das Unterhaus wird die Bill annehmen mit 50—60 Majorität, und das Oberhaus sie verwerfen. Dann ist die Sache wieder abgethan. Literarische Nachrichten. Leipzig, 15. Februar. Die 4te Lieferung des 3ten Bandes des Bibelwerks von Philipp so n ist erschienen. Sie reicht bis zum 53sten Psalm. Abhandlungen verschiedenen Inhalts, in. Aachen, im Februar 1849. Jüdisch-soziale Fragen. Dritter Artikel. Heber di» Abneigung gegen den Betrieb von Handwerk und Feldba«. (Schluß.) Der andere Umstand liegt im Juden selbst, und dies ist nicht das Speisegesetz an sich allein, sondern daß der Jude, selbst der ärmste Jude nicht an die Mäßigkeit, nicht an die Geringfügigkeit der Nahrungsmittel, Kleidungsstücke rc. gewöhnt ist, welche das geringere Handwerk erfordert, um existiren zu können. Daran, und nur daran sahen wir viele jüdische Handwerker zu Grunde gehen. Während zahllose christliche Handwerker durch die Unmäßigkeit im Trunk zu Grunde gehen, kann der nüchterne jüdische Handwerker an Speise, Kleidung und äußerer Haltung nicht erschwingen, was er, namentlich bei größerer Familie, braucht. In dem Juden liegt der Drang in äußerer Beziehung mehr, wohlhabender zu scheinen, als er ist. Diesen Erfahrungssatz werden wir uns nicht ableugnen. Er verwendet daher zunächst aus seine und der Seinigen Kleidung, Wohnung u. mehr, als er verhältnißmäßig tragen kann. Er ist zu sehr geneigt, wenn er einmal einen bedeutenden Verdienst gehabt hat, einen Theil davon sofort auf das Aeußere zu verwenden, als an die Zukunft zu denken, wo es stocken kann. Bei solcher Verfassung kommt es denn, daß wir öfters plötzlich einen jüdischen Handwerker völlig in's Stocken gerathen sahen, den wir dem Aeußern nach in den besten Umständen glaubten. Dahin wäre die Aufmerksamkeit zu richten, es gilt dies die Erziehung; aber eine solche Richtung, die sich zu sehr vererbt, ist sehr schwer zu ändern. Damit man aber einmal sehe, daß es doch nicht so schlimm steht, wie man gewöhnlich meint, theilen wir hier die statistische Tabelle aus dem Jahre 1843 mit, welche das Ministerium dem ersten vereinigten Landtage vorlegte. I. Als Aerzte, Lehrer, Vorsteher von Bildungsanstalten oder sonst mit Wissenschaften und Künsten beschäftigt, so wie auch in Kommunalämtern stehend: in Posen 333, von 1000 selbstständigen Juden 14 - Schlesien 270, - - 3 - 30 - derRheinprov. 142, - - - - 18 - Ostpreußen 33, - - - - 18 - Westpreußen 108, - - - - 18 - Brandenburg 557, - - - - 88 - Westphalen 98, r - 3 - 23 - Pommern 73, - e s 3 36 - Sachsen 52, - - - - 35 im ganzen Staat 1666, von 1000 selbstständigen Juden 27 II. Von Einkommen aus eigenem Vermögen, Renten oder Pensionen ohne eigenen Geschäftsbetrieb: irr Posen 151, von 1000 selbstständ. Juden 7 - Schlesien 271, - - : 30 - Rheinprovinz 132, - - - 3 17 - Ostpreußen 98, - - s - 53 - Westpreußen 72, - - 3 3 12 - Brandenburg 823, - - 3 3 130 - Westphalen 57, - - 3 3 13 - Pommern 37, - 3 3 18 - Sachsen 46, - r 3 30 im ganzen Staat 1687, von 1660 selbstständ. Juden 27 III. Im Handelsbetriebe für eigene Rechnung und damit verwandten Gewerben: