Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 13 (1849)
- Issue
- Heft 9 (26.2.1849)
- Date
- 1849-02-26
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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9. XHI. Jahrgang Allgemeine Zeitung -es Jndcnthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Dr. Ludwig Philippson, Rabbiner zu Magdeburg. Verlag von Baumgartners Buchhandlung zu Leipzig. Leipzig, den 26 Februar 1849. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 8 b Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. Zn Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 SE&lr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22| Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. ZeitungSnachricklen: Deutschland: Lübeck, München, aus Baiern, Dresden, Prag, Wien, Wien, Pesth, Berlin. Großbritanren: London, London. Literarische Nachrichten: Leipzig. Abhandlungen verschiedenen Inhalts: m. Jüdischsoziale Fragen. (Fortsetzung.) Belletristisches: Hispania und Jerusalem. Novelle aus dem zwölften Jahrhundert. (Fortsetzung.) Zeitungsnachrichten. Deutschland. Lübeck, 9. Februar. Welche Umwandelung! In dem freien Staate Lübeck, wo vor wenigen Monden Juden nur noch in einigen Dörfern wohnen durften, sind jetzt in die neue „Bürgerschaft", d. i. die Bürgerrepräsentation, unter den 25 Gewählten auch zwei Juden gewählt worden! München, 11. Februar. (Privatmitth.) Die zweite Kammer, welche sich diesmal gleich in Fraktionen bildete, hat bei ihrem ersten Auftreten, bei der Debatte über die Adresse an den König, das Gesammtministerium veranlaßt, seine Entlassung zu verlangen, und wir befinden uns sonach wieder einmal in einer Ministerkrise. Jedoch weiß man nicht bestimmt, ob der König die Entlassung gegeben, nur Beisler soll darauf bestanden haben, und dieselbe erhalten. Die Veranlassung in der Adresse selbst war die deutsche Frage. Während das Ministerium nur von Vereinbarung oder Verständigung mit der Nationalversammlung Etwas wissen will, verlangt die Linke, und das ist zugleich die Majorität der Kammer, gänzliche Unterordnung, und spricht sich unter Anderm folgendermaßen aus: „Die Kammer der Abgeordneten erkennt daher auch insbesondere die Gesetzeskraft sowol der deutschen Grundrechte als des geringsten Maßes der Freiheiten und Rechte, die allen Deutschen ohne Ausnahme gehören, wie auch rc." Es ist wol nicht vorauszusehen, ob der König auf die Adresse hin die Kammer auslösen, oder ob er ein Ministerium aus der Linken bilden wird; zu einem Belagerungszustand dürfte sich hier wol gar kein Grund finden, da sich hier namentlich die demokratische Partei ganz ruhig verhält. Auf der Linken befindet sich auch ein Jude, der einzige, der gewählt wurde, vr. zur. Morgenstern aus Bamberg. — Während auf diese Weise die Emanzipationsfrage hinausgeschoben wird, vielleicht auf zu lange Zeit, geschieht von unserer Seite auch gar Nichts, um unsere inneren Angelegenheiten zu verbessern, es geschieht Nichts, um den Gottesdienst zu reformiren. Man läßt sich zu sehr von der Politik Hinreißen und wenn die Feiertage wieder kommen, gehen die Leute unbefriedigt aus dem Gotteshause. So erhebt Euch den jetzt, Gemeindeangehörige, und thut, was an Euch ist; legt Hand an's Werk, und es wird gelingen. — Erwählet Männer, die mit der Fähigkeit zum Resor-