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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-02-19 · Heft 8 (19.2.1849) · p. Seite 112

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 8 (19.2.1849)
Date
1849-02-19
Page
Seite 112 (sequence 16)
Language
German
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112 sich der mechanischen Arbeit zugewendet haben. In der Provinz Posen z. B. lebten 1843 von 1000 selbstständigen Juden je 207 als Meister und 85 als Gehilfen, also von 1000 je 292, also beinah */», während in der Provinz Sachsen, der orthodox laxesten, von 1000 selbstst. nur 58 als Meister, 42 als Gehilfen, also nur 100, folglich V10 vom Handwerk lebten. Zn der Provinz Schlesien lebten 1843 als Landwirthe, Gärtner, Wein- und Obstbauer von 1000 selbstständigen Juden 26, also circa V38/ wahrend in der Provinz Sachsen von 1000 nur 5, also */2oo der jüdischen Bevölkerung der Provinz. Nicht minder können wir dies aus eigener Beobachtung bestätigen, denn wir sahen ebenso jüdische Handwerker zu Grunde gehen, welche das Zeremonialgesetz bei Seite setzten, als Solche, welche es ziemlich streng hielten. — Wir müssen daher noch andere Ursachen aufsuchen. Wir finden diese in zwei Umstanden, von denen der eine nicht in den Juden, der andere allerdings in den Juden liegt. Der Erstere ist, daß das Handwerk im Allgemeinen, und einige Gewerke im Besondern, wie Tischler, Schneider rc., gegenwärtig sehr im Argen liegen und kaum hinreichend Brod geben. Vergessen wir nun nicht, daß die Juden in gewerblicher Beziehung noch immer in der Uebergangsveriode begriffen sind, so werden wir leicht einsehen, daß das Handwerk wenig anlockendes jetzt bietet. Das Handwerk muß im Allgemeinen jetzt zugleich'Handel werden, um Brod zu gewinnen, und in diesen Handel geht in der Regel das Handwerk auf — wie nahe liegt es da, daß der Jude eher Händler bleibt, o^er wieder Händler wird, wenn ec schon Handwerker war. Allerdings kann dies von der, in den jüngsten Jahren so sehr gehobenen Landwirthschaft nicht gelten — allein der Uebergang zur Landwirthschaft ist einmal für den Städter, der nicht darin aufgezogen, sehr schwer, und der ärmere Theil kann um so weniger sich ihr zuwenden, da dazu — Grund und Boden gehört, denernichthat. (Schluß folgt.) Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1V* Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petitschrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Die hiesige Kantor- und Schächterstelle, deren Einkommen inkl. 150 Thlr. baares Gehalt überhaupt 400 Thlr betragt, soll von -TW mn a. e. durch ein Subjekt, daß außer seiner zu dokumentirenden Tüchtigkeit als Schächter, mittelmäßige talmudische und deutsche Kenntnisse so wie eine angenehme Sängerstimme besitzt, placirt werden. Die betreffenden Reflektanten, die sich zu den gedachten Erfordernissen befähigt halten, wollen sich unter portofreien Briefen an den Unterzeichneten Vorstand wenden. Graudenz, den 2. Januar 1849. Der Gemeindevorstand. Moritz Hirfchberg. I. Mühlendorf. Ein israelitischer unverheiratheter junger Mann, von religiöser Gesinnung und hinreichenden Fähigkeiten, wird in einer europäischen Hauptstadt gesucht, um daselbst als Hauslehrer von 8 bis 10 halb erwachsenen Knaben in Ebraisch (als Tnach mit Rasche wie auch in Mischna) gründlich zu unterrichten, und mit denselben ihre Lektionen von der christlichen Schule zu repetiren. Vorläufig wird ein jährlicher Gehalt von 100 Thlr. Pr. Krt. wie auch Kost und Logis zugesagt, jedoch wird Elfterer wol auch vergrößert, wenn man gut zufrieden ist. Reflektirende belieben sich bis zum 1. März an Herrn Meyer Hirsch in Hamburg in frankirten Briefen zu melden. Zeugnisse von wenigstens zwei bekannten achtbaren Männern für moralischen Lebenswandel und gute Bildung sind erforderlich. Ein unverheiratheter, israelitischer Elementar- und Religionslehrer, der für mittlere Gymnasialklassen vorbereitet und die Stelle eines ttimö zu bekleiden im Stande ist, wünscht zu Ostern d. I. als Gemeinde- oder Hauslehrer angestellt zu werden. Hierauf Reflektirende wollen.sich gefälligst recht bald an M. G. in Namslau (Schlesien) wenden. Literarische Anzeigen. In Baumgärtners Buchhandlung in Leipzig ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: fünf Bücher Moses für Schule und Haus. Neue Ueberfetzung, mit Jnhaltserläuterungen zu jedem Kapitel, Zeit-, Orts- und nalurhistorischen Bemer> kungen und einer Zeittafel. Von 0r. L. Philippson. Stereotypausgabe. 12'/rBogen. gr> 8. broch. Preis 10 Ngr. Druck von I. B. Hirschfeld iu Leipzig.

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