Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 13 (1849)
- Issue
- Heft 7 (12.2.1849)
- Date
- 1849-02-12
- Page
- Seite 96 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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96 dahin, daß sie allerdings dm Beruf der Vermittelung zwischen Gott und der sündigen Menschheit nicht von sich abweisen können, obgleich sie denselben in anderer Weise handhaben, als die alten Priester. Wir haben nämlich schon angedeutet, daß die Sühne im nachmosaischen Judenthum bei Weitem mehr als ein Akt des in- 'nern Menschen erscheint, als vordem zur Zeit der materiellen Opfer, obgleich es wahr ist, daß wegen der symbolischen, nicht realen Bedeutung derselben auch dabei von der Vollendung der Sühne durch den innern Menschen nicht ganz abstrahirt ist. Die Fähigkeit und Kräfte die Aussöhnung und Verbindung mit Gott wieder zu Stande zu bringen, nachdem sie durch die Sünde und den Abfall der Menschen von Gott einen Bruch erlitten, liegt in dem Menschen 'selber und wird nicht durch äußerliche Mittel und wie durch Zauber und Wunder in ihm erwirkt. Aber es ist wahr, daß der Gefallene, dem durch seinen moralischen Sturz das Leitseil des göttlichen Gesetzes und Bundes aus der Hand geschnellt ist, nicht immer in sich die Kraft hat, sich selbstständig und allein wieder aufzurichten und dasselbe zu erfassen. Es muß von dem Schutz und der Gnade Gottes, welche selbst den Sünder noch nicht vollständig verlassen, ihm wieder entgegengetragen werden, und den Dienst hierbei versehen eben vorzüglich die Rabbiner, welche durch weise Lehre und Ausübung des göttlichen Willens gleichsam die personisizirte Darstellung des göttlichen Gesetzes sind und in der Wiederherstellung des durch Sünde gebrochenen Bundes das Amt priesterlicher Vermittelung verwalten. (Schluß folgt.) Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen lV«Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petitschrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. (£3T Der Unterzeichnete ist beauftragt, Folgendes anzuzeigen: Von NDO ab wird bei der israelitischen Gemeinde zu Jastrotv (in Westpreußen) die Schächter- und Kantorstelle vakant. Das jährliche Gehalt ist — exklusive Nebenakzidentien — auf 100 Thaler und freie Wohnung festgesetzt, soll aber, Falls die Nebeneinkünfte aufhören, angemessen erhöhet werden. Hierauf Reflektirende, die sich über ihre Fähigkeiten als llNiw, so wie über einen sittlich-religiösen Lebenswandel durch gute Zeugnisse ausweisen können, und die im Stande sind, den Gottesdienst auf eine zeitgemäße Weise zu leiten, wollen sich bei dem lobt. Vorstande genannter Gemeinde Behufs Probeabhaltung recht bald persönlich melden. Eine Reisekosten-Entschädigung wird nicht gewahrt. Jakob Wedelt in Anklam. Ein israelitischer unverheiratheter junger Mann, von religiöser Gesinnung und hinreichenden Fähigkeiten, wird in eine europäische Hauptstadt gesucht, um daselbst als Hauslehrer von 8 bis 10 halb erwachsenen Knaben in Ebräisch (als Tnach mit Rasche wie auch in Mischna) gründlich zu unterrichten, und mit denselben ihre Lektionen von der christlichen Schule zu repetiren. Vorläufig wird ein jährlicher Gehalt von 100 Thlr. Pr. Krt. wie auch Kost und Logis zugesagt, jedoch wird Ersterer wol auch vergrößert, wenn man gut zufrieden ist. Reflektirende belieben sich bis zum 1. März an Herrn Meyer Hirsch in Hamburg in frankirten Briefen zu melden. Zeugnisse von wenigstens zwei bekannten achtbaren Männern für moralischen Lebenswandel und gute Bildung sind erforderlich. Ein junges Mädchen, welches in allen weiblichen Handarbeiten sehr befähigt, und bereits mehrere Jahre in einem angesehenen Hause der Erziehung von Kindern und der Leitung des Haushalts Vorstand, sucht ein anderweitiges Engagement. Ueber ihre Wirksamkeit sprechen vielseitige Empfehlungen. Näheres zu erfahren bei Herrn S. Jüdel in Braunschweig. Literarische Anzeigen. Soeben ist bei Li. Oelirich <L Comp, in IC r efeld und in allen Buchhandlungen zu haben: Bodenheimer, L., Konsistorial-Oberrabbiner, das Testament unter der Benennung einer Schenkung. Nach rabbinischcn Quellen bearbeitet. 5tes Heft. gr. 8. gell. 10 Sgr. Wir verweisen hinsichtlich des tiefen Quellenstudiums des Verfassers auf die Rezensionen dieses Werkes in der ^Allgemeinen Zeitung des Judenthums“ und der „Neuen Jenaischen Literaturzeitung“. 3n Baumgartners Buchhandlung zu Leipzig und in allen Buchhandlungen ist zu haben: Geschichte der Juden von der Zerstörung Jerusalems an bis auf die gegenwärtigen Zeiten. Von Hanna Adams in Boston in Nordamerika. 2 Thle. gr. 8. 3 Thlr. Druck von I. B. Hrrschfeld in Leipzig.