Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 11 (1847)
- Issue
- Heft 48 (22.11.1847)
- Date
- 1847-11-22
- Page
- Seite 712 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3224737-3225497-3225546--09003-3239849- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
712 erst Jahre lang beim Herrn vr. in die Schule gehen. Dazu haben wir aber gewiß keine Lust, und halten uns lieber an den weisen Ausspruch Proverb XXVI. Nur die Ursache mag die Welt wissen, warum nun der Herr vr. Fürst jetzt besonders den Herrn Rapaport zum Ziele seines unwürdigen Angriffs wählte? „weil Herr R. es wagen konnte, ihn öffentlich eines Plagiats zu zeihen." Wie, Herr vr., wollen Sie vielleicht auch in der geistig literarischen Welt den Kommunismus heraufbeschwören? Die Sprache eines ordinären Proletariers führen Sie — ganz gut. Aber darum sollte Herr R. seine Forschungen, die von unseren ausgezeichneten jüdischen Gelehrten, wie Zunz, Jost, Frankel, Sachs, Geiger, gefeiert, und von vielen christlichen Gelehrten nur mit Ruhm und Hochachtung genannt werden, und die ihm nicht wenig Mühe kosteten (trotz der Allweisheit eines Fürst, der diese Forschungen *m N72L-Literatur zu nennen beliebt), sollte Herr R., fragen wir ihn, diese Arbeiten ganz muthwillig ausbeuten lassen? Schon Herr vr. Geiger in seiner theolog. Zeitschrift (6. Bd. 1. Heft) machte hierauf aufmerksam, da einem rechtlichen Manne diese literarische Freibeuterei nicht gleichgiltig sein kann, und weil Herr Rapaport dieses nochmals bestätigte, führen Sie solche Sprache gegen solchen Mann? Doch, darüber mag Herr F., wenn er in sich gehen wird, mit sich selbst fertig werden! Wir erklären ihm nun hiemit, Herrn Rapaport hat er mit seinem skandalösen Artikel weder in unseren Augen, noch in der allgemeinen Achtung der Welt Nichts geraubt, Rapaports literarische Arbeiten seine bisherigen Leistungen in diesem Fache, und die, so wir von ihm mit Gewißheit erwarten können, wird man immer mit Liebe suchen, und mit Hochachtung lesen; die Schmähworte eines Fürst aber werden verhallen und gleich ihm, mit seinem Orient und dessen schimpfenden Artikeln der ewigen Vergessenheit preisgegeben werden. Prag. Mehrere Freunde und Schüler Rapaports. Gesuch. Die hiesige israelitische Gemeinde sucht zu Neujahr 1848: 1) Einen Religionslehrer, welcher das Elementarlehrer- Examen gemacht, oder zu machen im Stande ist, und religiöse Vortrage halten kann. Das Gehalt dafür ist, neben freier Wohnung mit 200 Thlr. angesetzt. 2) Einen Schächter und Vorbeter, welcher so viel musikalisches Talent besitzt, den Gottesdienst mit Ehoc zu leiten. Das Gehalt dafür ist neben freier Wohnung ebenfalls mit 200 Thlr. angesetzt. Beide Individuen müssen unverheirathet sein. Bewerber wollen sich in frankicten Briefen gefälligst wenden an den Vorstand der hiesigen israel. Gemeinde. Eisleben, im November 1847. Bei der israelitischen Gemeinde zu Ludwigslust (ganz in der Nahe Schwerins) wird zu Ostern 1848 die Stelle eines Religionslehrers und Vorbeters (nicht Schächters) vakant. Neben freier Station wird ein ansehnliches Gehalt zugesichert. Hierauf Reflektirende, die über ihren religiösen und moralischen Charakter, so wie über ihre Fähigkeiten zum hebräischen Unterricht und Einüben und Leiten eines Ehors, Zeugnisse beibringen können, wollen sich baldigst beim Unterzeichneten entweder persönlich oder schriftlich melden. Der Vorstand. Ein gebildetes Mädchen von 21 Jahren, mosaischer Konfession, die bereits als Gouvernante konditionirte, sucht in gleicher Eigenschaft, oder als Gesellschafterin unterzukommen, und sieht weniger auf großen Gehalt, als freundliche Behandlung. Anfragen erbittet man sich mit J H bezeichnet franko durch die Redaktion dieser Zeitung. Heilsame Erfindung* Hümmert’s Pollutions-Verliiitnngs-Iiistrnment, welches ohne im Geringsten Unannehmlichkeiten odernachrheiligen Folgen für die Gesundheit herbeizuführen, durchaus keine Pollution zuläßt. Die Wahrheit dieser Aussage ist durch vielfache Erfahrungen und glücklichen Erfolg der Anwendung dieses Mittels seit längeren Jahren dargethan, so wie von den berühmtesten Aerzten Deutschlands für gut geheißen. Zum Wohle des Publikums erhält man dieses Instrument in dauerhafter Beschaffenheit nebst Gebrauchsanweisung für den billigen Preis gegen portofreie Einsendung von 2 Thlr. Pr- Krt. vom Unterzeichneten per Post zugeschickt. Bleicherode bei Nordhausen, im November 1847. I. C. Rudolph. Bemerkungen. Es sind uns jetzt die Hefte Juli — Oktober der Arch. isr. de Fr. zugekommen. Welch Interesse kann aber nach so Langer Zeit eine Zeitschrift haben! April—Juni haben wir gar nicht erhalten. Die Zurückweisung früherer Hefte auf der preußischen Post ist wahr. So eben kommen uns für die Wittwe des sel. Rabbi Wormser (s. No. 45) 2 Thaler von J. A. aus G. zu. Die Redaktion. Druck von I. B. Hirschfeld.