Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-11-01 · Heft 45 (1.11.1847) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 45 (1.11.1847)
Date
1847-11-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3225497-3225543--08949-3239792
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

No. 45. XI. Jahrgang. 21111\ C Itt C ttt C Zeitung des Audcnthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Dr. Ludwig Philipps»», Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. ZU Leipzig. (Mit königl. sächsischer allcxgnädigster Konzession.) Leipzig, den 1. November 1847. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Tblr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 r Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzr worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. ZeitUttgsnachrichten: Frankreich: Marseille, Mühlhausen. Preußen: Magdeburg, Magdeburg, Neukirchen beiNietberg. Oesterreich: Wien, Triest, Pcsth. Belletristisches: Das jüdische Herz. (Fortsetzung.) Zeitungsnachrichten. Frankreich. Marseille, 1. Oktober. Die französischen Blätter erzählen Folgendes, was interessant wäre — wenn es wahr wäre: Ein hier wohnhafter Katholik, Herr Vecchi, hatte vor einigen Jahren ein junges Mädchen aus Florenz geheirathet, daß der jüdischen Religion angehörte. Er konnte bisher den Ehedispens vom heiligen Stuhl nicht erhalten, und die Verbindung bestand nur unter dem Schutz des Zivilgesetzes. Als aber der jetzige Papst zur Regierung kam, wandte sich Herr Vecchi an ihn, und hat jetzt den Dispens erhalten, ohne jede andere Bedingung, als die: „daß er mit seiner Gattin in getreuem Einvcrständniß leben solle, und daß Beide einander eine vollständige religiöse Toleranz zu gewähren hätten." Mühlhausen, 20. Oktober. (Privatmitth.) Unter die, welche sich um die vakante Großrabbinenstelle von Paris bewerben, gehört auch der Rabbine S. Dreyfuß von hier. Derselbe hat mehre Male mit Erfolg in Paris gepredigt. Aber anstatt persönliche Bewerbungen zu betreiben, Ambulanz und Jntrigue zur Hilfe zu nehmen, hat derselbe eine sehr beredte, warme Ansprache an die Notabeln von Paris erlassen, worin er seine Studien skizzirt, seine Ansichten darstcllt, und nun das Urtheil der Wähler erwartet. Allerdings sind hier keine Prinzipien entwickelt; dies wäre eben so unpassend wie hinderlich; aber die Art und Weise, wie er das Amt auffaßt, wie er die bedeutenden Pflichten, die es auferlegt, anerkennt, und was er aus seiner Stellung zu machen gedenkt, sind mit edler Wärme dargelegt. Da nun Herr Dreyfuß in seiner jetzigen Stelle schon so wackere Anstrengungen gemacht, so schönen Pflichteifer gezeigt, und hinlänglich kund gethan, daß er die Bedürfnisse der Zeit verstanden: so würde seine Wahl sicherlich einen tüchtigen Mann nach Paris bringen, wo ein Solcher, zur Vertretung der jüdischen Theologie, so sehr noch thut. Preußen. Magdeburg, 24. Oktober. (Privatmitth.) Die ersten Schritte zur Ausführung des neuen Gesetzes werden jetzt von den Regierungen in den verschiedenen Provinzen gethan. Das Allererste ist: Bildung der Synagogcnbezirke. Zu diesem Behufe wird jetzt die Zahl der stimmfähigen und wählbaren Juden

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.