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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-10-04 · Heft 41 (4.10.1847) · p. Seite 619

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 41 (4.10.1847)
Date
1847-10-04
Page
Seite 619 (sequence 15)
Language
German
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619 gung erhalten. Sie haben fast alle Poststationen in den den Juden zum Aufenthalte angewiesenen Provinzen und haben ein sehr anständiges Auskommen. — Alle diese verschiedenen Geschäfte beschäftigen noch eine Masse von Zwischenhändlern, Buchhaltern, Schreibern, Aufsehern und Fuhrleuten rc., die hiebei, wenn auch ein spärliches, dennoch ein Auskommen finden. Zu diesen Erwerbszweigen der Juden kommen noch die Geistlichen und Lehrer. Die Anzahl der Ersteren ist sehr bedeutend, da fast jedes jüdische Städtchen seinen Rabbiner, und wo möglich seinen besondern Magid — Prediger Hatz in den bedeutenderen Gemeinden, in welchen mehrere Synagogen sind, hat jede ihren Prediger, zu denen dann noch die Dajanim kommen; und in den großen Gemeinden, wie Wilna rc. gab es außer den verschiedenen Beth-Din, zehn und zwölf angestellte Rabbinen unter einem Obecrabbinen, denen die verschiedenen Sektionen des INblÄ einzeln zur Entscheidung zugetheilt waren. Die russischen Gemeinden, die streng nach dem jüdischen Gesetze leben, und selbst genug unterrichtet sind, um es einzusehen, daß die so mannigfachen kasuistischen Fälle nicht von dem Ersten Besten, der sich die Entscheidung anmaßt, auch entschieden werden können, sondern Männer erfordern, die von Jugend auf sich dem Studium des Talmuds und der jüdischen Kodizes ergeben haben — diese russischen Gemeinden, sage ich, würden sich in ihrem Gewissen nicht beruhigt fühlen, wenn sie nicht einen Rabbinen an der Spitze ihrer religiösen Angelegenheiten sahen, — und da die Zahl der Gemeinden in Rußland so sehr bedeutend ist, so laßt sich leicht berechnen, wie groß die Anzahl der Rabbinen ist, wie viele Männer in dem geistlichen Amte ihr Brod finden, und wie viele Jünglinge sich auf diesen Stand vorbereiten. Ihnen zunächst steht die Anzahl der Melamdim. Diese beläuft sich in Rußland wenigstens auf 20,000. Da jedes Kind den jüdischen Unterricht genießen muß und selbst die ärmsten Familien Alles aufbieten, ihren Kindern diesen Unterricht zu Theil werden zu lassen, so kann man es leicht begreifen, welche Masse von Menschen hier beschäftigt ist. In den einzigen drei Städten Podoliens, in Karminiez, Balta und Mohilew waren nach genauen Daten vom Jahre 1842 hundert- und sechsundzwanzig Melamdim beschäftigt, die 1592 Knaben und Mädchen für 10,302 Rub. Silb. unterrichteten; Städte, wie Wilna und Berditschew, die zu den zahlreichsten gehörten, zählten allein eine Jede über 200 Melamdim. Und obwot die Summe, die die Juden jährlich für den Unterricht ihrer Kinder spenden, sich auf 2—3 Millionen Rub. belaufen mag, so kann man durchschnittlich dennoch auf einen Melamed nicht mehr als circa 80 Rub. Silb. rrchnen, wofür er alle Kosten seiner Familie bestreiten muß. Es ist dabei nur zu bewundern, wie sich eine so große Masse von Menschen auf einen so ärmlichen Erwerb werfen mag, in dem sie mit einem Fleiße, mit einer Treue und mit einer Ausdauer arbeiten, die die Lehrer aus der neuen Schule weder ahnen, noch kennen. (Fortsetzung folgt.) Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen i Vi Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Gesuch. Für 4—6 Kinder im Alter von 6—12 Jahren wird unter vortheilhasten Bedingungen ein unverheiratheter Hauslehrer mosaischer Religion gesucht. Derselbe muß sowol in den Elementarwissenschaften als auch in Sprachen Unterricht ertheilen können, namentlich im Hebräischen, Lateinischen und Franzöft'schen; auch wäre es zu wünschen, daß er Musikunterricht ertheilen könnte. Auf portofreie Anfragen unter Einreichung der Atteste ertheilt nähere Auskunft Lindenheim in Briefen in Preußen. Auch glebt hierüber nähere Auskunf der Cand. med. Herr I. Lnzneus in Berlin, Schiffbauerdamm 31 parterre. Handelslehrmstitut in Ansbach. Der Unterricht in meiner Anstalt für kommendes Wintersemester beginnt mit dem 18. Oktober l. Js., und Aufnahmen finden bis zu diesem Termine statt. Lehrgegenstände sind: Kalligraphie, deutsche Sprache und Stylübungen, Zeichnen, Geographie, Arithmetik und Algebra, Korrespondenz, einfache und doppelte Buchführung, Wechselkunde und Konto rwissenfchaften, französische, englische und italienische Sprache, welche Fächer theils durch mich, theils durch andere hierzu angestellte öffentliche Lehrer unterrichtet werden. Alljährlich wird eine öffentliche Prüfung meiner Schule unter Leitung der königt. Schulkommrssion und der Handelsprüfungskommission abgehalten, und auch bei der vor einigen Tagen stattgehabten, wurden mir von jener Seite aus die schmeichelhaftesten Zeugnisse über meine Leistungen

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