Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 11 (1847)
- Issue
- Heft 40 (27.9.1847)
- Date
- 1847-09-27
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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xi. z°hrg-°g. Allgemeine No. 40. Zeitung des Iudcnthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von ])r. Ludwig Philippfon, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. ZU Leipzig. (Mit königl. sächsischer allergnädigster Konzession.) Leipzig, dm 27. September 1847. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Tblr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22± Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Die Judenfrage außerhalb Preußens und in demselben. Zeitungsnachrichten: N o rd a m er ika: New-Dork. Gr o ßbritanien: London. Deutschland: aus Württemberg, Fürth. Oesterreich: Preßburg. Preußen: Meseritz. Korrespondenz: Ein Reisebericht von I. B. Leitender Artikel. Magdeburg, 19. September. Die Judenfrage außerhalb Preußens und in demselben. Die preußische Regierung hatte einen Entwurf zu einem neuen Judengesetze vorgelegt; die Stände hatten denselben berathen; das Gesetz ist wirklich veröffentlicht und in Kraft getreten. Nach solch' bedeutenden Vorgängen frägr man natürlich: wie sieht es nach diesen um die JudenfrageMuß, wie dieselben ein Ausfluß der neuesten Stellung dieser Frage waren, ihnen nicht wieder rückwirkender Einfluß zugeschrieben werdend Wir wollen dies ein wenig zu beantworten suchen. Zunächst kömmt uns hier ein Artikel der Köln. Zeit, für das Ausland zu statten, aus dem wir Folgendes hervorheben: „In Frankreich, wo die Juden seit 50 Jahren emanzipirt sind, wo zwölf *) Juden in der Depulirten- *) Es sind nur drei —Beweis, daß der Artikel nicht von einem Juden herrührt, was uns lieb. R e d. d. A. Z. d. I. kammer sitzen und jede Spur der Zurücksetzung, welche sie nicht selber verschulden, verschwunden ist, sind sie, wie das „Journal des Debats" sich vor einigen Tagen ausdrückte, nicht mehr eine Nation in der Nation, sondern blos eine Kirche mehr im Staate. Hören wir die Presse jenes Landes, wo sich die Juden seit einem halben Jahrhunderte der Emanzipation erfreuen. Die Verhandlungen über die Judenfrage in Berlin gab ihr die passendste Gelegenheit, ihre Klagen über etwa übereilte I Konzessionen darzuthun. Nicht die Organe der Oppo-! sitionspresse Frankreichs wollen wir zu Rathe ziehen — sie möchten Manchem verdächtig scheinen —, sondern die ultrakonsirvative Presse in ihrem absolutesten Ausdrucke, dem „Journal des Debars", welches, die Angelegenheiten der Juden in England und Preußen besprechend, deren Gleichstellung „den schönsten Triumph der menschlichen Vernunft" nennt. Das „Journal des Debats" nimmt sich mit Wärme der Juden in Preußen an, indem dasselbe England aufmuntert, es an einem guten Vorbilde nicht fehlen zu lassen, nicht rückwärts zu gehen auf der Bahn, welche Deutschland eingeschlagen, sondern durch sein Beispiel eine Regierung zu ermuthigen, die so gern seiner Schule zu folgen scheine. Der englische Liberalismus sei es würdig, diese Verantwortlichkeit zu begreifen. Die Geschichte der Juden in Preußen aber sei die beste Rede gegen die oxforter „Heiligen". Wir wollen übrigens weder das Zeugniß des „Journal des Debats" noch die Aeußerungen der öffentlichen Meinung in Frankreich überhaupt zu hoch anschlagen.