Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 11 (1847)
- Issue
- Heft 30 (19.7.1847)
- Date
- 1847-07-19
- Page
- Seite 467 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3224737-3225497-3225528--08738-3239566- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
467 Dekrets vom 17. Marz 1808 wegen Forderungen von Juden an Christen demnächst im Regierungsblatte verkündigt werden soll. Literarische Nachrichten. Magdeburg, 26. Zuni. nm rpttttn. Hebräische Leseft'bel nach Denzel's, Hientsch's u. A. Grundsätzen der Lautirmethode. Auch als Anwendung des „neuen, beweglichen Alphabets" zu gebrauchen. Von L. M. Lewisohn, öffentl. israel. Lehrer in Fulda. Mit einem Vorworte von Oberkonsistorialrath Di*. Miß. Fulda, 1847. Diese Leseft'bel zeichnet sich vortheilhast aus. Die beiden pädagogischen Grundsätze: „Schreite immer vom Bekannten zum Unbekannten, vom Leichten zum Schweren!" und „Führe nur Eines auf einmal vor die Anschauung deiner Kinder!" sind hier wacker zur Anwendung gekommen. So führt dieselbe die Konsonanten nach Verhättniß ihrer Leichtigkeit in der Aussprache, so wie nach gewiffen Gesetzen ihrer Verwandtschaft in Beziehung auf die zu ihrer Hervorbringung nothwendkgen Sprachorgane einzeln, oder die ähnlich lautenden in einer Gruppe auf einmal vor, und stellt sie dann jedesmal auf 1) als Auslaute, 2) als Anlaute, 3) beide Uebungen durcheinander, 4) ein und denselben Konsonanten als An- und Auslaut, 5) verschiedene Konsonanten als solche. So zeichnet sich auch diese Fibel in der Behandlungsweise des Schwa aus. Das Schwazeichen selbst im Anfänge weglassend, führt sie zuerst Wörter auf mit zwei Konsonanten im Auslaute, und dann erst mit zwei im Anlaute. Da Letzteres den Kindern die meiste Schwierigkeit macht, so sind erst zwei Paragraphen als Vorübungen aufgestellt, wodurch der Uebergang zu den wirklichen und schwierigen Uebungen sachgemäßer und natürlicher ist. So ist auch bei der Behandlungsweise des Schwa kompositum, Pathach furtivum und des Akzents eine methodische Anordnung nicht zu verkennen. Wir erkennen es gern an, daß in dieser Fibel einem geisttödtenden Mechanismus, in welchen der hebräische Leseunterricht so leicht verfällt, sorgfältig vorgebeugt ist. Magdeburg, 27. Juni. Erstes Lese- und Sprachbuchfür jüdische Schulen. Bearbeitet von A. Horwitz, Vorsteher der jüdischen hohem Knabenschule zu Berlin, und S. Piek, Lehrer am jüdischen Seminar und ander Gemeindeknabenschule daselbst. Berlin, 1847. ZurEharakterisr'rung dieses in allen Theklen dem Zwecke entsprechenden Lesebuchs theilen wir folgende Stellen aus dem Vorwort mit: „Das vorliegende erste Lesebuch, dessen Anfertigung uns von dem Vorstande der hiesigen jüdischen Gemeindelehranstalten übertragen worden, ist zunächst aus dem sehr fühlbaren Bedürfniß hervorgegangen, aus dem Bildungskreise der ersten noch ganz unreifen jüdischen Schuljugend konfessionelle Differenzen zu entfernen. Wie solche einmal ausden üblichen Leselehrmitteln dem jüdischen Kinde entgegentreten, muß der Lehrer es in dieselben e i n- oder um dieselben herumführen; Beides aber ist unstatthaft. Es liegt in der Natur eines vernunftgemäßen Unterrichtsverfahrens mit dem Nächsten zu beginnen, und alles Störende möglichst fern zu hatten. Gleichwol sollte das vorliegende Lesebuch mehr um dessentwillen, was es entfernt, als um deffentwillen, was es gegeben, ein jüdisches sein, weil, wie wir überzeugt sind, auf dieser Stufe, selbst aus dem eigenen Glaubensgebiete kurze und zweckmäßige Andeutungen ersprießlicher sind, als breite oder gar systematische Ausführungen. Unsrerseits waren wir bemüht, hierin das richtige Maaß zu halten. Wir haben nunmehr noch Einiges über den allgemeinen Inhalt zu bemerken. 1) Der Elementarlesestoff gründet sich in seiner allgemeinen Auffassung und Behandlung auf die Grasersche Auflösungsmelhode; doch sind wir in der Ausführung manches Einzelnen dem von Otto Schulz in seiner Handfidel eingeschlagenen und in seiner „Anweisung zum ersten Leseunterricht" beschriebenen Wege, doch nicht ohne Selbstständigkeit gefolgt." ,/2) Im eigentlichen Lesestoff gehen Darstellungen für die Anschauung, Erzählungen, Beschreibungen und Gedichte mannigfachen Inhalts neben und durcheinander. Eine starre Rubrizirung der einzelnen Gattungen erschien uns für das betreffende Alter zu einförmig und darum unstatthaft. Wir haben in Anfertigung, Auswahl und Zusammenstellung für diesen Theil weder Fleiß noch Liebe gespart, und hoffen so von jenen Unerquicklichkeiten frei geblieben zu sein, mit denen man so oft das früheste Jugendalter abspeist *). 3) Die Sprachübungen enthalten nur das auf *) Wir erkennen rühmend an, daß in der Auswahl des Lesestoffes neben dem ernsten, zur Entwickelung Les Verstandes und Gemüthes gegebenen Material auch Jugendlich-Humoristisches zum Ergötzen der Lesenden.