Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 11 (1847)
- Issue
- Heft 29 (12.7.1847)
- Date
- 1847-07-12
- Page
- Seite 451 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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451 freutiche Erscheinung am pädagogischen Horizonte begrüßen zu können. Man beschloß demnach, dem wackern Leeser für das der Versammlung geschenkte Vertrauen zu danken und ihn zur Erfüllung seines Versprechens fteundlichst zu ermuntern. 2) Konferenzvorsteher Wolff las eine Abhandlung über Begriff und Umfang der Bildung vor, welche von der Versammlung beifällig ausgenommen wurde. Man beantragte, Abfasser möge dieselbe ihrem wesentlichen Inhalte nach veröffentlichen, wozu derselbe sich denn auch bereitwillig erklärte. 3) Es wurde die nach der Lautirmethode bearbeitete hebräische Fibel mrän von Levison nach ihren einzelnen Stufengangen vorgelesen. Die Versammlung äußerte sich dahin, daß diese Fibel wegen ihrer Zweckmäßigkeit und Wohlfeilheit allen denen Lehrern zu empfehlen sei, welche des eigenen Leitfadens ermangeln. 4) Konferenzvorsteher legte der Versammlung die Frage vor, ob nicht auch, um Einseitigkeit zu vermeiden, die Beschlüsse der krefelder Konferenz in Erwägung gezogen werden sollten? Als diese Frage bejaht wurde, bat ec die Versammlung um ihre Ansicht über die desfallsigen letzten Beschlüsse hinsichtlich der zwei verschiedenen w?2in- Ausgaben ohne und mit Die Versammlung konnte sich jedoch, den Standpunkt und das Bevürfniß ihrer Schulen berücksichtigend, aus folgenden Gründen mit den krefelder Beschlüssen nicht einverstanden erklären. Die Anschaffung eines bloßen macht spater die vollständige hebräische Bibel schon wegen des Religionsunterrichts nicht entbehrlich. Darum scheine es ihr räthlicher, den Kindern lieber gleich die ganze ohnehin nicht theure hebräische Bibel vorzulegen; zudem lasse sie dem Lehrer bei der Wahl des Lesestoffes mehr Spielraum. Was nun die Ausgabe mit betrifft, so war die Versammlung der Ansicht, daß die Benutzung eines hebräischen Kommentars für Schüler außer dem Bereiche der jetzigen jüdischen Schulen liege und lediglich als Gegenstand des Privatunterrichts betrachtet werden müsse. 5) Es wurde ein Brief aus Verden a. d. Aller, betreffend die Uebernahme der dortigen Lehrer-, Kantor- und Schächterstelle unter ziemlich günstigen Bedingungen, vorgelesen; es konnte sich jedoch keiner der anwesenden Lehrer zur Annahme jener Stelle entschließen. 6) Konserenzvorsteher schritt hierauf zur Rechnungsablage und nahm die Beiträge zur Unterhaltung des Lesezirkels von den Anwesenden entgegen. Demnächst wurde festgesetzt, daß künftighin jährlich nur zwei Konferenzen, die eine im April, die andre im Oktober, und zwar, wo immer möglich in der Woche nach dem Feste stattsinden soll. Für die nächste Konferenz in Petershagen haben an pädagogischen Arbeiten übernommen: a) Kaufmann und Wolff: die Ausarbeitung eines methodischen Stufengangs für den gesammten hebräischen Unterricht in der Elementarschule, I)) Schneidacher I. eine Abhandlung über ein beliebiges pädagogisches Thema, e) Rothschild, Abhandlung über die innere Organisation seiner Schule. Hierauf erklärte Konferenzvorsteher die 5. Lehrerkonferenz für geschlossen. Vorstehender Bericht giebt über Geist und Tendenz der Konferenz genügenden Aufschluß. Wir enthalten uns daher jeder weitern Anpreisung eines Instituts, vas sich die hohe Aufgabe gestellt, durch gegenseitige Ueberwachung der Schulen die höchsten Interessen der Gemeinden zu wahren. Um so mehr ist die Theilnahmlosigkeit einzelner Mitglieder zu bedauern, welche bereits mehren Konferenzen nicht beigewohnt haben. Wir wollen jedoch zur Ehre dieser Herren voraussetzen, daß lediglich nicht zu beseitigende Hindernisse sie zurückhalten konnten. Wff. Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen iVrNgr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Seile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Bekanntmachung. Die hierorts in Erledigung gekommene Vorsängerstelle, mit welcher ein fixer Gehalt von 175 Fl. und auß^c freier Wohnung noch mehrere Akzidenzien verbunden'-sind, soll sofort durch einen musikalisch gebildeten, unverheirateten Schuldienstkandidaten, der durch vielfache Gelegenheit zum Privatunterrichte eine sehr gute und freundliche Existenz sich verschaffen, und dem eventuell seiner Zeit eine Lehrerstelle übertragen werden kann, provisorisch wieder besetzt werden. Bewerber um diese Stelle haben ihre Gesuche mit beigesügten Befähigungs- und Leumundszeugnissen binnen vier Wochen dato frankirt einzusenden. Burgkundstadt in Oberfranken, am 27. Juni 1847. Die israelitische Kirlttlsgemeinde.