Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 11 (1847)
- Issue
- Heft 26 (21.6.1847)
- Date
- 1847-06-21
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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XI. Jahrgang. N». 26. Allgemeine Zeitung -es Iudcnthums. unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Dr. Ludwig Philippfon, Rabbiner zu Magdeburg. Verlag von Baumgärtners Buchhandlung jtt Leipzig. (Mit königl. sächsischer allergnädigster Konzession.) Leipzig, den 21. Juni 1847. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 86 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u.s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Tblr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22z. Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Ein Sommergruß. —Die Denkschrift des königlich preußischen Ministeriums. (Fortsetzung und Schluß.) Zeitungsnachrichten: Preußen: Berlin, Polnisch-Liffa, Berlin, Berlin. Deutschland: Weimar. Italien: Rom. Korrespondenz: Kritische Bemerkungen zu dem Kommisflonsberichte über Chaliza in der dritten Versammlung deutscher Rabbinen. Von Dir. S. Adler. (Schluß.) Belletristisches: Der Rabbi und der Minister. Eine Novelle aus dem Anfang des vorigen Jahrhunderts. (Fortsetzung.) Leitende Artikel. Thale im Harze, 9. Juni. Ein Sowwergruß. Einen Sommergruß, einen herzlichen, warmen, will ich meinen freundlichen Lesern senden. Sicherlich gönnen sie es mir, daß ich ihnen einen solchen zu senden vermag. Seit fast vierzehnjährigem Amtsleben, nach einer elfjährigen Redaktion ist es das erste Mal, daß ich es mir gestattet habe, in einem sonnigen Thale voll reifender Saaten, vor mir die uralten Felsgebirge, neben mir der murmelnde, hüpfende Bach, in schattiger Laube, umgeben von den Kindern Flora's, angeweht vom belebenden Hauche, der von den Berggipfeln herniedergrüßet, fern vom Gewühls der Stadt, vom Staube der Landstraßen, vom Dampf der Fabriken und Eisenbahnen — in solch wonniger, lauschiger Abgeschiedenheit einige Wochen der Muße und Stärkung zu leben. Wenn mein Leser irgend einmal dieses Wonnegefühl empfunden hat, so frei und ledig im Schooße der Natur zu weilen, zu wandeln, zu träumen, mit Gedanken und Bildern zu spielen, dem Genuß der Anschauung sich zu überlassen, von der Andacht vor der Majestät der Gottesschöpfung und ihrer kühnen Gebilde durchdrungen zu werden — ja, so wird er sich freuen, daß auch ich es mir einmal habe so gut werden lassen. Aber derer habe ich darum nicht vergessen, an welche ich allwöchentlich das Wort zu richten mir erlaube, und die mich erfreuen und beglücken durch ihre Theitnahme. Wenn das Menschenherz zuletzt immer wieder zum Menschenherzen zucückkehrt, und die Sehnsucht nimmer erstirbt in ihm, Liebe und Achtung zu wecken und zu bewahren: so ist auch die Einsamkeit nur schön, die Abgeschiedenheit nur erträglich, wenn man weiß, hinter den Bergen wohnen auch Leute, die dich kennen und die dir gut sind. Und darum ist es mir gerade auf dieser schönen Stätte um's Herz: einen warmen Sommergruß meinen Lesern zuzusenden. Geh hin, mein Blatt, nach allen Landen, wo du von Menschenaugen gern gesehen wirst, und sage ihnen: auch Euch scheine die Sonne hell, freundlich, warm; auch Euch wehe ein erfrischender Hauch zu und wölbe sich ein kühlender Schatten; und wenn Ihr müde seid, habet Alle eine Statte, auf der Ihr ruhet, und wenn matt und ergriffen, ein Plätzchen der Erholung; und so sei Euch das Leben immerein frisch spru-