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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-05-24 · Heft 22 (24.5.1847) · p. Seite 330

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 22 (24.5.1847)
Date
1847-05-24
Page
Seite 330 (sequence 6)
Language
German
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330 Juden zu erzielen, sind sehr bedeutend und ancrkennenswcrth. Aus den verschiedensten Gegenden der Monarchie waren und sind einflußreiche Israeliten hier, um zu wirken, Stadtrath Oppenheim aus Köln, Stadtrath Aschen heim aus Elbing, Stadtrath Max aus Magdeburg, Geiger aus Breslau, Rießer aus Hamburg k. k. Außerdem sind eine Menge Broschüren erschienen, von denen einige, so wie mehre Abhandlungen an die Dcputirten verthcilt worden sind. — Wie steht nun die Sache? In der H crrenkuri e finden weniger günstige Ansichten statt, und obgleich der Gesetzentwurf nicht ohne bedeutende Veränderungen bleiben wird, so ist doch hier am Mindesten an eine Gleichstellung zu denken. In der Kommission der Ständekurie hat unsere Angelegenheit gesiegt, allein es werden in ihr selbst bedeutende Redner, z. B. von Vincke, für Erweiterungen, nicht aber für Gleichstellung sprechen. — Eine unangenehme Diversion macht der v. Sauckersche Antrag: cs mögen die ständischen Rechte nicht mehr an die Bedingung des Glaubens gebunden sein. Die Kommission hat sich dagegen erklärt, jedoch nur in Bezug auf die Juden, denn christlichen Dissidenten will sic sie einräumcn, so lange sie sich nicht eigentlich vom Christenthuine losgcsagt. Dieser Antrag kommt in diesen Tagen zur Sprache, und so das Ende eher als der Anfang zur Debatte. Man hofft, daß der Punkt über die Juden einstweilen bis zur allgemeinen Verhandlung ausgesctzt werden wird. (Man sicht, daß die Ansichten des Art. „von der Elbe" richtig sind. Re da kt.) Deutschland. Frankfurt am Main, 9. Mai. (Privatmitth.) Eine jüngst von mir abgehaltene Toraerklärung*) über Genes. 22, 24—33. (die Geschichte Jakob's, der mit einem unbekannten Manne ringt) hat, wie ich mehr und mehr höre, bei dem orthodoxen Theile der hiesigen Gemeinde eine ganz ungewöhnliche Sensation erregt. Ich soll nämlich den Genuß der sogenannten Hintervierthcile ohne *) Seit Einführung des dreijährigen Zyklus nämlich erkläre ich immer abwechselnd einen Sabbat den Tora- Adschnitt homiletisch, wahrend ich den andern Sabbat über ein bestimmtes Thema predige. A. d. Eins. „Porschin" erlaubt haben. Lediglich daher, um das Urtheil in's rechte Geleise zu rücken und Verdrehungen vorzubeugen, bitte ich Sie, dem betreffenden Theile jenes Vortrages eine Stelle in Ihrem geschätzten Blatte einzuräumcn. Nachdem ich, unter Hindeutung auf einen frühern Vortrag, über die tiefe Bedeutung jener Schriftstelle, daß uns in ihr der Kampf Israels mit dem Heidenthume, sein endlicher Sieg über den Geist der Finsterniß und des in Nacht und Nebel kämpfenden Aberglaubens geschildert werde, mich ausgesprochen hatte, anführend die Worte des Maim., der ebenfalls von dieser Stelle sagt: M8-W3 ibs naim mpaNrirrt M8ia:n (More II. 42.) und darauf hinweisend, „daß der hohe Werth unsrer heil. Tora keineswegs verringert wird, wenn wir manche ihrer Erzählungen in ihrer sinnbildlichen Bedeutung nicht buchstäblich auffassen, indem, während der Buchstabe räthselhaft ist und den Zweifler oft zum Leugner macht, der Geist uns Aufschluß giebt, und den fragenden Sinn aussöhnt mit den Ueberlieferungcn der Vorzeit" — fuhr ich folgendermaßen zu reden fort: „Im Volke aber hat sich zur Erinnerung an jenen Kampf Jakob's mit dem unbekannten Manne ein Gebrauch, eine Sitte ausgebildct, nämlich die Spannader am Hüftgelenke nicht zu essen. Daß wir hier kein Gesetz vor uns haben, sondern eben nur einen volksthümlichen Brauch, das liegt klar zu Tage. Würde hier wirklich der göttliche Wille zu uns sprechen, und es bedeutete wirklich das -p bä’ binu}1' i:a 8b, „darum sollen die Kinder Israels nicht essen" *), wie dürfte dann daneben *) So nimmt es nämlich der Talmud (s. Ehulin 100, 2.). Vgl. auch ^i:nn '2 zur St. 1, 3. ab »T'Nio irsu ‘T2iba> pis’O b» ab ibsto 878 ,T7M W18 biaxbu 3 383 MT M31 /lMibaio 8bvO M3M mMT8 „dieses 17381 ab ist nicht historisch gesprochen, daß nämlich, weil dem Vater Solches zerstieß, die Kinder sich des Genusses jener Ader enthielten, sondern cs ist eine göttliche Verwarnung, man soll sie nicht genießen." Allein neuere und ältere Uebersetzer, selbstOnkelos und Jonathan nicht ausgenommen, von denen der Erste doch sonst der talmudischen Auffassung nicht abhold ist (vgl. Exod. 20, 10. das 3bna iba ■pbS'n. drb), und der Zweite cs doch sonst wagt, den Text frei und mit allerlei Einschiebsel wiederzugeben, übersetzen die betreffende Stelle nicht als eine gesetzliche, sondern als eine historische. Onkelos und

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