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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-05-24 · Heft 22 (24.5.1847) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 22 (24.5.1847)
Date
1847-05-24
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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No. SS XI. Jahrgaug. AltgeMelNk Zeitung -es Zu-cnthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Dr. Ludwig Philipps»«, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. zu Leipzig (Mit königl. sächsischer allergnädigsier Konzession.) Leipzig, den 24. Mai 1847. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u.s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Tblr. 16 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22z Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Harfenklänge: Mein Schmerz und meine Freude. Vou Leopold Stein. Zeitungsnachrichten: Türkei. Frankreich: Paris. Großbritanien: London, London. Belgien: Brüssel. Holland: Amsterdam. Preußen: von der Elbe, Königsberg, Berlin. Deutschland: Frankfurt am Main, aus Württemberg, aus Vätern, vom Taunus, Mannheim, vom Süden, Hamburg. Harfenklänge. Mein Schmerz und meine Freude. Von Leopold Stein. I. Leiden wol Hab' ich getragen Viel schon in der stillen Brust, Doch sie wechseln mit den Tagen, Ueberwund'ner Schmerz ist Lust. Wie des Winters Tage scheiden Und der Lenz die Welt erneut, Also schieden meine Leiden Und das Herz ward neu erfreut. — Doch ein Leiden, Brüder, heg' ich, Das nicht Lenzeslust verweht, Einen Schmerz im Busen pfleg' ich, Der mir mir zu Grabe geht. Ihr, o grambelad'nen Alten, Trüget dieses Leiden schon, Werd' ich einst im Tod' erkalten, Erbest Du es fort, mein Sohn! Dieses Weh, tief eingewebet Hat mir's Gott in Mark und Bein, Meine ganze Seele bebet, Denk' ich Seltenfroher sein; Hilfe wollt ihr mir bereiten, Fragend, was so weh mir thut? Ach, es ist ein Seelenleiden, Ob es gleich im Blute ruht! Seht, es ist der Sckmerz des Juden, Dessen Pfeil mein Herz durchdrang! Ach, aus dieser Wunde bluten Werd' ich all mein Lebelang. Diesen Schmerz Hab' ich empfangen, Als die Mutter mich gebar, Diesen -Schmerz mit glüh'nden Wangen Reich' ich Dir, mein Knabe, dar. O Du wirst es inne werden, Was es heißt ein Jude sein. Welche Fülle von Beschwerden Schließe dieser Name ein!

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