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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-05-17 · Heft 21 (17.5.1847) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 21 (17.5.1847)
Date
1847-05-17
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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XI. Jahrgang. No. 21. Allgemeine Zeitung des Zu-enthmus. Ein unparteiisches Organ Redakteur Dr. Ludwig Philippson, Rabbiner zu Magdeburg. für alles jüdische Interesse. Vertag von Baumgärtners Buchhandlung zu Leipzig (Mit königl. sächsischer allergnädigster Konzession.) Leipzig, den 17. Mai 1847. Diese Jeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u.s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Tblr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22± Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sächs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. leitender Artikel: Die Gegenwart des Judenthums. IV. (Fortsetzung.) Zeitungsnachrichten: Deutschland: Seesen, Hannover, Darmstadt, Darmftadt. Preußen: Berlin, Berlin, Magdeburg, Magdeburg. Griechenland: Athen. Frankreich: Straßburg. Korrespondenz: Die am 17. April d. I. stattgefundene feierliche Ueberreichung eines Ehrenpokals an Herrn Kollegialaffessor vr. Weil in Stuttgart. (Schluß.) Belletristisches: Der Rabbi und der Minister. Eine Novelle aus dem Anfang des vorigen Jahrhunderts. (Fortsetzung.) Leitender Artikel. Magdeburg, 9. Mai. Die Gegenwart des Judenthnms. (Fortsetzung aus No. 12. 17. 20.1 IV. Wir haben im vorigen Artikel den Kernpunkt unsres Systems, unsrer Anschauung dargestellt: es ist die Einheit der Religion und der Gesellschaft. Diese fand im Mosaismus statt; und war deshalb allein in ihm die Religion eine Wahrheit; diese suchte sich im Judenthum immer, und selbst beim kärglichsten Spielraum zu erhalten; diese muß in der Zukunft des Judentums wieder den Vordergrund einnehmen, soll das Judenthum langer eine selbstständige Erscheinung sein. Im Ehristenthum war die Religion blos Jdee, Religion des Individuums, so daß in ihm nur ein religiöser Egoismus enthalten war. Würde man das Judenthum, wie es in neuesterZeit angestrebt wurde und wird, lediglich auf dasselbe Gebiet reduziren: so würde es nur eine Modifikation des Christenthums sein. Denn es ist nicht wahr, daß das Christenthum eine Modifikation des Judenthums war; allerdings hatte es viel Modifizirtes aus dem Judenthum entnommen; allein schon in seiner Grundanschauung, welche die Religion aus der Wirklichkeit zurückzog, ihren Schwerpunkt in das Jenseits verlegte, und alle Gemeinsamkeit mit dem weltlichen Leben aufhob, war das Christenthum ein Gegensatz des Judenthums. Jetzt aber bringt man das Judenthum zu demselben Inhalt, nur mit anderen Dogmen als die kirchlichchristlichen, und dadurch wird das Judenthum nur zu einer Modifikation des Christenthums. Die Mission des Judenthums ist also: nicht blos die Einheit Gottes zu lehren, sondern auch: die Einheit der Religion und der Gesellschaft, der Idee und des Lebens. Religion und Gesellschaft, welche ein so gänzlich Getrenntes, von einander weit Entferntes gewesen, so daß eine der andern fast gegenüber stand, daß die Grundsätze der einen die der andern geradezu aufhoben, bis endlich die eine die andere gründlich verschmähete — müssen einander durchdringen, müssen in ihren Prinzipien dieselben werden, zwei einander deckende Figuren. Zu diesem Behufe muß aber auch das Judenthum mit einer gewissen Verwirklichung vorangehen, und dazu

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