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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-04-19 · Heft 17 (19.4.1847) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 17 (19.4.1847)
Date
1847-04-19
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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No. IV. XI. Jahrgang. Allg 0 MklNk Zkitvng des Zudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Dr. Ludwig Philippson, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. ZU Leipzig (Mit königl. sächsischer allergrradigster Konzession.) Leipzig, den 19. April 1847. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u.s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Tblr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22± Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Die Gegenwart des Judenthums. II. (Fortsetzung.) Zeitungsnachrichtenr Preußen: Magdeburg, Berlin, Magdeburg,Posen,Marienwerder. Deutschland: Mannheim, aus Mecklenburg. Türkei: Konstantinopel. Italien: Rom. Korrespondenz: Geschichte der Juden in Kurland und Zustand derselben in der kurländischen Gouvernementsstadt Mitau. Mitgetheilt von R. I. Wunderbar. (Fortsetzung.) Belletristisches: Der Rabbi und der Minister. Eine Novelle aus dem Anfang des vorigen Jahrhunderts. (Fortsetzung.) Leitender Artikel. Magdeburg, 12. April. Die Gegenwart des Judenthums, n. (Fortsetzung aus No. 12.) Drei große Ideen waren es, welche der Mosaism us in die Welt brachte, und damit den Gegensatz aufstellte zu altem und neuem Heidenthume: I. Die Idee des überwelttichen Gottes, dessen Werk die Welt ist, der aber eben darum mit der Welt nicht identisch ist. Von diesem, durch die Offenbarung gewußten Gotte aus erklärt der Mosaismus die Welt und den Menschen, das Verhaltniß Gottes zur Welt und zum Menschen. Gott ist der große Hintergrund, auf welchem Welt und Mensch Leben erhalten, und ihr Wesen verständlich wird. Dieser gegenüber muß die Spekulation stets vom Menschen ausgchen, von diesem zur Welt, von dieser zu Gott übergehen, und kann daher über die Identität des Seins in Mensch, Welt und Gott nicht hinauskommen. Oft versucht sie es sprungweise, oft reißt sie die mosaische Idee an sich und eignet diese sich an; aber die Kritik muß immer wieder ihr dann Nachweisen, daß sie in diesem Falle Prämissen setzt, die sie nicht erweisen kann, die sie aus einem andern Gebiete entlehnt hat. II. Daß die Sittlichkeit desMenschen ihre Grundlage in Gott, nicht aber km Menschen selbst hat. Der Mensch hat einen gottebenbildlichen Geist; folglich muß seine Bestimmung sein, sich Gott immer mehr zu nähern; „heilige dich, weil Gott heilig ist"; somit ist die Quelle alles Sittlichen, Reinen, Guten in Gott; was bei Gott gut ist, ist auch bei dem Menschen gut; das Gute ist demnach zweifellos, weil es Gott ist. Im Gegensatz muß die Spekulation die Grundlage der Sittlichkeit im Menschen selbst suchen: in diesem ist an sich aber nur der Egoismus vorhanden; so lange wir den Menschen an sich allein betrachten, finden wir den Egoismus als das Wesen seines Wittens und also alles seines Thuns; und wenn dieser Egoismus auch bald grob sinnlich, bald fein geistig ist, zu verkennen ist er nirgends. Es bleibt also für das Prinzip der Sittlichkeit nichts weiter übrig als der Egoismus. Mag man aber nun von hier aus die Sittlichkeit verlegen,

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