Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 11 (1847)
- Issue
- Heft 16 (12.4.1847)
- Date
- 1847-04-12
- Page
- Seite 246 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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246 gerne zukommen lassen, und sie hoffen an ihnen, den jungen Bäumen im Garten des Herrn, auch die herrlichen Früchte eines geläuterten Glaubens zu erblicken." Oesterreich. Papa, 11. März. (Privatmitth.) Das zarte Streben, durch Errichtung gemeinnütziger Institute, die den Geist bilden und das Gemüth veredeln, den Anforderungen unsres Jahrhunderts Genüge zu leisten, verdient eine um so lobenswerthere Anerkennung, als die dazu erforderlichen Mittel oft nur mit großen Aufopferungen von vielen Seiten zusammengebracht werden. So hat sich hier unter den fremd anwesenden Studiosi und Lehrern eine Gesellschaft zur Beförderung der wissenschaftlichen Bildung und der Annäherung der Freundschaft im Laufe deS Monats Januar a. c. unter dem Namen: „A papai ifjusäg alvasö tarsasag", „diepapaerJugcnd-Lese-Gcsellschaft", gebildet, deren Tendenz ist, Sinn für zeitgemäßen Fortschritt zu wecken, die Nationalsprache zu verbreiten und überhaupt jüdisch-religiöses Interesse zu beleben und gemeinnützige Kenntnisse zu verbreiten. Die Leitung und Verwaltung der Gesellschaft geschieht durch einen Ausschuß und besteht aus zwölf Mitgliedern, zu deren Direktor Referent gewählt zu werden die Ehre hatte. Also abermals ein Verein und zur Verbreitung der Nationalsprachc unter den Israeliten gegründet, welcher alle Mittel anwendet, um seinem Zweck immer mehr zu entsprechen. Nach den Statuten der Gesellschaft dürfen nicht nur Juden, sondern Individuen ohne Unterschied der Konfession der Gesellschaft beitreten; und so sehen wir auch mit Vergnügen, wie christliche Studiosi der Gesellschaft sich annahern, und auch Viele der hiesigen Elite der Gesellschaft beigetreten sind. Wir hoffen auch bald, bei uns eine Kleinkinder-Bewahranstalt in's Leben treten zu sehen. Auch verdient in diesen geschätzten Blättern erwähnt zu werden, daß Viele unserer Glaubensbrüder bei der allgemeinen drückenden Noch, die leider hier herrscht, gegen unsere hiesigen jüdischen Armen sich bereits durch den ganzen Winter schon durch echt israelitische Mildthätigkeit auszeichnen. Doch das größte Verdienst gehört unstreitig bei diesem Unterstützungsverein dem äußerst humanen, braven Manne Herrn Markus Fischer, der in eigner Person durch mehr als 14 Tage zu den Reichen und Vornehmsten der Gemeinde ging, und kleine und große Beiträge sammelte, welche er jeden Donnerstag der Woche selbst an die Armen verabreicht. Monatlich eine Summe von mehr als 200 Fl. K. M. Vor Kurzem erschien das erste Heft der vom würdigen Herrn Oberrabbiner L. Löw redigirten und herausgegebenen Vierteljahr-Zeitschrift „A magyar Zsinagöga" (die ungarische Synagoge) und verdient wahrlich die größte Beachtung. Der Zweck dieser Zeitschrift ist die Verbreitung geläuterter Religiosität, reiner Moral und eifriger Vaterlandsliebe unter den Israeliten Ungarns. In der That ein schönes Ziel und wir zweifeln nicht, daß nicht nur sehr Viele unserer ungarischen Glaubensbrüder, sondern auch, daß andere Männer vom Fach diese neue interessante Erscheinung mit warmer Thcilnahme begrüßen werden. Zumal da bei vielen Brüdern des ungarischen Israels schon längst der rege Wunsch erwacht war, eine religiöse Zeitschrift auch in der Vaterlandssprache zu besitzen. Die vaterländische Sprache nährt das Gefühl für's Gute und Große, prägt den Menschen kräftig aus und stählt sein Gemüth gegen die Stürme der Zeit. Wir können daher dem ungarischen Israel zu dieser neuen Erscheinung mit Recht gratuliren. Dem geschätzten Herausgeber wünschen wir, daß sein Unternehmen sich solcher äußeren und inneren günstigen Umstände zu erfreuen habe, daß dessen Fortbestehen und Gedeihen gesichert ist. Von den im ersten Hefte erschienenen Aufsätzen verdient nebst der vom gelehrten Herrn Oberrabbiner L. abgehaltenen gehaltvollen Einweihungsrede der papaer Synagoge, noch rühmlichst erwähnt zu werden, ein von dem rühmlichst bekannten echt wissenschaftlich gebildeten weck. vr. Samuel Pserhofer gediegener Aufsatz über Religionsunterricht, der sich durch treffende Bemerkungen auszeichnet. A. Rosen seid. Anzeiger. In demselben werden Annoncen alldr Art gegen 1^4 Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Zu besetzende Kantorstelle. In hiesiger Gemeinde ist termino Michaelis d. I. der Posten eines Kantors zu besetzen. Individuen, welche sich darum zu bewerben wünschen, wollen sich in fran-