Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 11 (1847)
- Issue
- Heft 11 (8.3.1847)
- Date
- 1847-03-08
- Page
- Seite 171 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3224737-3225497-3225509--08423-3239234- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
171 Rabbi einzunehmen sich eingebildet, jener Mendel, der seine Glaubensgenossen verachtet, sich ein Schloß gebaut fern von ihrer Gemeinschaft, weiß man doch kaum, ob er nicht Tresa ißt und den Sabbat entweiht, der unfern Rabbi haßt und die Gemeinde nicht minder, weil sie ssich ihm widersetzt hat — man konnte sie fähig halten solcher verruchten That-aber weiter, Neb Hirsch?'^ /,So Ihr nun wißt, wer die Urheber sind: so wißt Ihr doch nur erst die Halste... „So sprecht, so sprecht, was kann noch kommen?../' „Was noch kommen kann? Daß es gar nicht allein abgesehen ist auf Rabbi Haller und sein Verderben, sondern daß die ganze Kehilla soll vertrieben und verjagt werden aus der Residenzstadt, wegen der Unglaubigkeit und des Haffes, die ihr Rabbi bewiesen, d. h. wegen aller der Schulden, mit denen die Herren verschuldet sind an die Juden, diese mit einem Male tos zu werden, ja vielleicht alle Juden aus dem ganzen Land, um sich ihres Gutes und Besitzes zu bemächtigen.... Das ist es, was man vorhat, und warum man eingegangen auf die Anzeige von Dajan Jsak und Parneß Mendel..." „Weh, weh über das große Unglück! Und wissen diese Beiden, daß man das vorhat? Oder haben sie es nur angefangen gegen den Rabbi, und es wendet sich nun gegen uns Alle?" „Der Dajan Jsak gewiß nicht, aber ob nicht der Mendel, der uns Alle haßt, auch dies gewollt ... man kann es wenigstens fragen... „Und was ist nun da zu thun? Was sollen wir anfangen? was sollen wir machen?" Eine tiefe Pause trat ein, Niemand wußte Etwas anzugeben. Baruch erhob sich. „Hört mir zu. Was wir uns vorgenommen, das haben wir erreicht. Wir durchschauen nun das ganze Gewebe. Helfen können wir, die wir hier sind, nicht. Das ist ein größer Ding, das über unsere Kräfte hinausgeht. Aber: ist die Sache angelegt, um die Juden zu vertreiben, und nur darum mit dem Rabbi angefangen: so wird die Sache mit dem Rabbi beigelegt, wenn wir erst dahin gelangt sind, daß man uns nicht an den Hals will. Gehen wir also heute auseinander, und morgen sagen wir die Sache weiter, und flüstern es allen Leuten zu, bis es Alle wissen. Sind dann Alle in Sorge, so werden schon die geeigneten Männer auftreten, man wird an dem rechten Ort große Summen anbringen, wie es schon oft geschehen — vielleicht will man auch weiter Nichts — um die Sache zu hintertreiben." Alle billigten diesen Rath, und beschlossen, eheste Tage wieder zusammenzukommen, um Weiteres zu hören und zu beschließen. Ehe die Männer sich entfernten, sprang Joseph noch einmal auf, und stieß die Worte aus: „Und meine Schwester?" — Alle schwiegen. Niemand hatte eine Spur, wo sie geblieben, und in dem großen Interesse war das minder bedeutende um das unglückliche Mädchen verloren gegangen. Mit Versicherungen, auch hierüber nachzuforschen, trennte man sich. (Fortsetzung folgt.) Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen l'/i Ngr. (IgGr.j Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Vakanzen. In dem Landrabbinate Hildesheim sind mehrere Stellen vakant. Tüchtige Lehrer, die zugleich als Vorbeter und Schächter fungiren können, wollen sich baldigst in frankirten Briefen an den Unterzeichneten wenden. M. Landsberg, Landrabbiner zu Hildesheim. Gesuche. Zu Michaelis d. I. soll die Stelle eines Kantors, der zugleich Schächter ist, und die Stelle eines examirren Lehrers, der religiöse Vorträge in deutscher Sprache halten kann, wieder besetzt werden. Qualifizirte Individuen werden aufgefordert, unter portofreier Einsendung der über ihre Fähigkeit und bisherigen Leistungen sprechenden Zeugnisse sich an den Unterzeichneten Vorstand zu wenden. Anklam, im Februar 1847. Der Vorstand der hiesigen israel. Gemeinde. Zur Beachtung! Ein unverheiratheter geprüfter Lehrer, Vorsänger und Schächter, der in diesen Fächern sowol, als besonders auch im Gesang und der Musik Vieles zu leisten im Stande ist, wünscht gleichbald bei einer wohllöbl. israelitischen Gemeinde eine wo möglich definitive Stelle zu finden. Ueber seine Qualifikation und sittliches Be-