Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 11 (1847)
- Issue
- Heft 10 (1.3.1847)
- Date
- 1847-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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No. IO. XI. Jahrgang. Allgemeine Zeitung des Zu-ent-ums. unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Vertag von Dr. Ludwig Philipps««, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. ZU Leipzig (Mit königl. sächsischer allergnädigfter Konzession.) Leipzig, den 1. März 1847. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u.s. w. umfassen. Zn Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Tblr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22A Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzr worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und .Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sächs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Vorlesungen über Geschichte, Inhalt, Stellung und Beruf des Judenthums. (Fortsetzung.) Zeitungsnachrichten: Nordamerika: New-Uork. Dona ufürftenthümer: Galacz. Frankreich: Paris« Rußland: Petersburg. Preußen: Magdeburg. Berlin, Berlin, Liffa. Oesterreich: Lugos. Deutschland: Mainz, aus Württemberg, aus Württemberg. Literarische Nachrichten: Breslau. Korrespondenz: Russische Skizzen. Von Dr. Lilienthal. Leitender Artikel. Magdeburg, 15. Februar. Vorlesungen über Geschichte, Inhalt, Stellung und Beruf des Judenthums. Fünfte Vorlesung, gehalten am 21. Januar. Der Lchrinhalt des Prophetismus und -er „Schriften". (Fortsetzung.) Werfen wir noch einen Blick auf die Einzelnen, so hat Jeschaja insonders die Heiligkeit Gottes hervorgehoben. Das dreimal Heilig! tönt ihm, da er zum Prophetenamt entsühnt wird, als höchster Ausspruch von den Lippen der Seraphim entgegen; „Heiliger" benennt er Gott am Öftersten; dieser heilige Gott wird geheiligt durch Gerechtigkeit; wer sein Strafgericht sieht, heiligt ihn. Daher Gottes Mißfallen an Miflethat und Ungerechtigkeit, an Völlerei und Heuchelei; darüber hält er Gericht und stürzet den Hochmüthkgen, ahndet die Hoffarth; aber durch die Strafe reinigt er; „wenn die Gerichte Gottes aus Erden walten, so lernen der Welt Bewohner Gerechtigkeit"; doch zürnt er, so erbarmt er sich wieder, und die Schuld ist gesühnt. Zeschaja sagt: „Gott vernichtet den Schleier, der alle Völker verschleiert, zerreißt die Decke, die alle Nationen bedecket, vernichtet den Tod auf ewig, wischt die Thrane von jeglichem Angesicht." Aber: „den Stecken, das Joch der Tyrannen zerbricht er, das Tosen der Barbaren beugt er wie Gluth in der Steppe, dämpft wie Gluth durch Wolkenschatten den Jubelgesang der Tyrannen." Zechesket arbeitet am Meisten die Lehre von der unbedingten Gerechtigkeit Gottes durch. Das Gericht Gottes erstreckt sich auf alle Seelen; jede Seele wird, unabhängig von der andern, gerichtet, die sündige trifft der Tod, d. i. das Verderben, die gerechte das Leben, d. i. das Heil; giebt die gerechte Seele ihre Gerechtigkeit auf und wendet sich zum Uebel, so wird sie bestraft, giebt die sündige ihre Sündhaftigkeit auf und wendet sich zur Tugend, so wird ihr vergeben und sie erwirbt das Leben. Gott ist also zum Vergeben stets bereit, und hat sein Wohlgefallen an der Umkehr des die Reue bethatigenden Sünders. So im Leben des Einzelnen, so im Leben der Völker. Aber der zweite Jeschaja ist insonders der Prophet der Unglücklichen, der Bedrängten, Unterdrückten. Mit allen Tönen der Liebe ruft er sie zu seinem Gotte, als der alleinigen Quelle des Heils, zu dem Gotte, der