Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 11 (1847)
- Issue
- Heft 9 (22.2.1847)
- Date
- 1847-02-22
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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No. » XI. Jahrgang. Allgemeine Zeitung des Zudcnthums. Ei» unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Dr. Ludwig Philippson, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. zu Leipzig (Mit königl. sächsischer allergnädigster Konzession.) Leipzig, den 22. Februar 1847. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Tblr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22£ Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Harfenklänge: Judäa. Von David W ihl. Leitender Artikel: Vorlesungen über Geschichte, Inhalt, Stellung und Beruf des Judenthums. (Fortsetzung.) Zeitungsnachrichten: Frankreich: Paris. Holland: Amsterdam. Australien: Sydney. Moldau: Galacz. Preußen: Magdeburg, Berlin, Pr. Oldendorf, Leipzig. Oesterreich: Pesth. Rußland: von der polnischen Grenze. Belletristisches: Der Rabbi und der Minister. Eine Novelle aus dem Anfang des vorigen Jahrhunderts. (Fortsetzung.) Harsenklänge. Judäa. Du warst ein wunderschönes Weib Judäa, auf der Vater Thron, Da Purpur Dir umhüllt' den Leib, Nationen Dir gezinst den Frohn. Da noch erstrahlt des Tempels Zier, Den Du Gott Zebaot geweiht. Da noch das stolze Siegspanier Von Salem's Zinnen wehte weit. Da noch im weißen Byssuskleid. Der Hohepriester sich gezeigt. Vor dem das Volk von weit und breit In Ehrfurcht hat sein Knie gebeugt. Da Salem, aller Städte Glanz, Noch Zions Veste kühn vertraut, Und aus der Zedern grünem Kranz Vom Libanon herabgeschaut. Zerrissen ist Dein Purpurkteid, Verwaist ist Deiner Väter Thron, Du selbst bist eine arme Maid, Den Völkern rings zu Spott und Hohn. Da Dir das schwarze Lockenhaar Ein blitzend Diadem umwand, Da noch Dein Auge mild und klar Und weiß wie Karmels Schnee die Hand. Entfesselt ist Dein schwarzes Haar, Ein Spiel der Lüste um Dich her, Dein Aug' ist nicht mehr mild und klar. Die weiße Hand so rauh und schwer. Da stolze Heere Du begrüßt Und reiche Schiffe Du bemannt, Das Land, drin Milch und Honig fließt, Dein schönes Echtheit Du genannt. Du schaust vergebens rings umher. Dein Tempel ach! er liegt zerstört, k Dein Salem ist so öd' und leer. Dein Priesterthum hat aufgehört.