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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-02-15 · Heft 8 (15.2.1847) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 8 (15.2.1847)
Date
1847-02-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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No. 8. xi. z°hrg°°g. Allgemeine Zeitlmg des Zudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Dr. Ludwig Philipps»«, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. jy Leipzig (Mit königl. sächsischer allergnädigster Konzession.) Leipzig, dm 15. Februar 1847. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der PreiS äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; -— 1 Tblr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22-j. Ngr. (18 gGr.) füt das Vierteljahr angesetzr worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. söchs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Vorlesungen über Geschichte, Inhalt, Stellung und Beruf des JudenthumS. (Fortsetzung.) Zeitungsnachrichten: Deutschland: Mecklenburg, Hanj nover, von der Elbe, Magdeburg. Preußen: Berlin, Berlin, Bechum, Berlin, vom Niederrhein. Oesterreich: Pesth. Donaufürstenthümer: Jassy. Dänemark: auS Jütland. Literarische Nachrichten: Magdeburg. Leitender Artikel. Magdeburg, 1. Februar. Vorlesungen über Geschichte, Inhalt, Stellung und Beruf des JudeuthumS. Vierte Vorlesung, gehalten am 14. Januar. Der Prophetismus. (Fortsetzung.) Lernen wir nun den Kampf und die Kämpfer etwas naher kennen. Mit dem Kömgthum zugleich war also eine Volkspartei entstanden, welche diesem Königthum gegenüber den Mosaismus aufrecht zu erhalten strebte. Wer war diese Volkspartei? Wir haben schon oben angedeutet, sie bestrmd nicht im Volke als solchem selbst, sondern in Männern aus dem Volke, Männern des Volkes, die auf das Volk wirkten, und die Sache des Volkes führten. Wer war diese? Moses hatte diese Rolle den Priestern und Leviten zugedacht, als Träger des Kultus, auch Träger der Lehre zu sein.- Aber vom Glanze der Krone angezogen, gaben die Priester den Königen und ihren Fürsten sich hin zu blinden Werkzeugen. Die Priester waren es nicht. Es waren — die Propheten. Wer waren die Propheten? Sehen wir ihre Geschichte etwas näher nach. Moses war der erste aras Prophet, d. h. dem, aus dem ganzen Volke heraus, eine göttliche Kundthuung geworden, ans dem „der Geist Gottes ruhete." Er verhieß die Dauer des Prophetenthums in Israel, Männer, „in deren Mund Gott seine Worte legen werde", um der religiösen Idee die Herrschaft über das Heidenthum zu gewinnen. Werden nun auch aus der Richterzeit Debora als Prophetin, und ein ungenannter Prophet erwähnt, so war doch der eigentliche „Vater der Propheten" Samuel. Dieser großartige, tiefschauende Charakter wollte dem Kömgthum gegenüber, zum Schutze der religiösen Idee eine zweite Macht im Volke schaffen, eine geistige Macht, die Macht des Wortes, der Überzeugung. Er gründete daher Propheten schulen und damit einen Prophetenftand, eben mit dem Königthum zugleich. Es wurden in diesen Schulen Männer zu feuriger Rede im Geiste des Mosaismus angelernt, so wie zur Kunst des heiligen Gesanges, die sie zu erhabenen prophetischen Reden und feierlichen Gesängen begeisterte. Die Schüler, „Prophetensöhne" genannt, lebten in Gemeinschaft in selbst gebauten Häusern, und speisten zusammen höchst einfache Kost, nahmen gewisse Kleidung und Gebehrden an, und hatten an ihrer Spitze

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