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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-02-08 · Heft 7 (8.2.1847) · p. Seite 106

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 7 (8.2.1847)
Date
1847-02-08
Page
Seite 106 (sequence 10)
Language
German
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106 stand hingewiesen, daß statt der Lehrer noch immer Privatleute, welche, mit einigen ehrenwerthen Ausnahmen, ganz unfähig hierzu sind, bei Trauungen und Eidesabnahmcn die geistlichen Funktionen ausüben, und daß der Oberrabbiner gebeten werden möge, damit nur die Ersteren zu beauftragen, indem die Vornahme derselben nur ihnen gebühre und die religiöse Feier dadurch auch sehr gehoben würde. Auch würden dadurch die pekuniären Verhältnisse der Lehrer verbessert werden. — Durch das anhaltend schlechte Wetter und die dadurch gehemmte Kommunikation veranlaßt, wurde beschlossen, nur eine Konferenz im Monat Mai zu halten, daß diese aber einen Tag länger dauern möge. — Ein von Herrn Friedländer verfaßtes Lesebuch wurde einer Kommission zur Prüfung übergeben. — Von einem Mitgliede wurde der Antrag gestellt, daß die Lehrer sich gegenseitig das Verzeichniß ihrer Bücher mittheilen und sich gegenseitig dieselben leihen möchten. Mehre Anträge, welche von Lehrern eingeschickt waren, wurden, da die Einsender nicht zugegen waren, um dieselben motiviren zu können, bis zur nächsten Konferenz ad acta gelegt. — Ein Buch über jüdische Geschichte, welches in der vorigen Konferenz einer Kommission zur Ausarbeitung überlragen wurde, wurde im Entwürfe von einem Mitgliede der Kommission der Versammlung zur Prüfung vorgelegt, aber im Ganzen nicht für geeignet befunden. Aus diesem Grunde wurde eine neue Kommission gewählt und durcheine tüchtige Debatte über die Art und Weise der Abfassung des Buches wurden die Grenzen ziemlich bestimmt. — Eine allgemeine Klage war über den Mangel eines Pentateuchs in hebräischer Sprache; die vorhandenen sind größtentheils inkorrekt. Der Herr Dr. Philippson hat in einer getreuen Uebcrsetzung des Pentateuchs*) ein tüchtiges Schulbuch verfaßt; möge derselbe sich auch veranlaßt finden, einen hebr. Pentateuch zu einem eben so billigen Preise herauszugeben, der dann durch Korrektheit, schönen Druck und Wohlfeilheit die schlechten Ausgaben verdrängen würde. — In der vorigen Konferenz wurde beschlossen, statt Raschi den Biur zu lehren. So zweckmäßig, ja nothwendig dieses auch ist, so hat es die größte Schwierigkeit, dieses zu ver- *) Die fünf Bücher Moses. Für Schule und Haus. Neue Uebersetzung mitJnhaltserlauterungen, Zeit-, Orts¬ und natuchist. Bemerk. Baumgärtner. (10 Ngr.) wirklichen, weil Raschi allgemein und Biur noch sehr selten ist und die vorhandenen Biur-Chumoschim enorm theuer sind. Möge daher eine jüdische Verlagshandlung sich veranlaßt finden, eine wohlfeile Biur-Ausgabe zu veranstalten, welche mit den Raschi-Chumoschim konkurriren könnte, so würde sie sich ein bedeutendes Verdienst um Schule und Volk erwerben. — Nach einer kurzen Anrede des stellvertretenden Sekretärs an die Versammlung wurde dieselbe für diesmal aufgehoben und die Mitglieder schieden von einander mit dem freudigem Bewußtsein, bei so ungünstigen Umständen Bedeutendes geleistet zu haben und mit der sichern Aussicht im Mai c. bei größerer Konkurrenz auch größere Zwecke zu erreichen. 6. Oesterreich. Pap«, 3. Januar. (Privatmitth.) Nachdem die hiesige obskure Partei den Muth und die Hoffnung verlor auf juridischem Wege die hiesige Rabbinerwahl als illegal erklären zu können, suchte selbe neue Mittel: Verrath und Verleumdung. Sie sendete nämlich zwei ihrer listigsten Genossen in's zalader Komitat, um in der Gegend und in dem Orte des frühem Rabbinatssitzes unsres Oberrabbiners gegen ihn falsche Zeugnisse für's theure Geld zu erkaufen. Sie suchten Zeugen, daß er einem armen Juden ein wollenes Beinkleid schenkte, worin leinene Taschen waren; daß man vor seiner Thüre die Spuren des Seifenwassers sah, womit er sich v ermu th li ch rasiren ließ, daß er sich weigerte einen Eid more judaico vorzunehmen, daß er bei einem christlichen Herrn eine Jause einnahm rc. Nachdem selbe, laut schriftlicher Bestätigung des löblichen Vorstandes der egerseg er Gemeinde, den dortigen Rabbiner auch zum Helfershelfer hatten, zu ihrem Aergerniffe aber ihr blankes Gold vergebens verwendeten, meinem Komitate, wo Löw abgöttisch verehrt wird, gegen ihn falsche Zeugen miethen zu können, hatten sie noch das Unglück, daß am 29. v. M. ihre vergeblich bestochenen, und mit Bestechungen angegangenen 6 Zeugen hieher kamen, und vor dem betreffenden Gerichte eidlich die Schurkereien der erwähnten Emissäre enthüllten. Außer den 6 Zeugen kam auch hieher Herr von Hollemayer, Doktor der Philosophie und Geschworner des löblichen zalader Komitates und indem derselbe vor Gericht die schändlichen Versuchungen entdeckte,

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