Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 11 (1847)
- Issue
- Heft 2 (4.1.1847)
- Date
- 1847-01-04
- Page
- Seite 31 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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31 gegenseitig ihre Schulen kennen lernen; jedoch kann nur dazu der Wohnort eines Konferenzmitgliedes gewählt werden, welches für die Unterbringung der einzelnen Lehrer während der Tage ihres Dortseins Sorge zu tragen hat. Um aber den geehrten Lesern ein klares Bild dieser Konferenzen zu entwerfen, nehme ich Veranlassung, die vierte, welche in den verwichcnen Chanuckatagen zu Lübbecke gehalten wurde, zu schildern, doch weniger in der Absicht, noch mehr Mitglieder für unsre Konferenz zu gewinnen,—denn durch eine zu weite Ausdehnung würde die Wirksamkeit des Lesevereins nur geschwächt werden, — als in der Hoffnung, in anderen Gegenden ähnliche Konferenzen erstehen zu sehen. — Schon am Vorabende stellten sich alle diejenigen Mitglieder ein, welche ungeachtet des ungünstigen Wetters der Konferenz ihre Gegenwart schenken wollten. Nach dem herzlichsten Empfange von Seiten des dortigen Lehrers, Herrn Wolff, der auch zugleich zeitiger Präses ist, wurden sie durch ihn in die schon im Voraus ermittelten Logis eingeführt. Später wurden noch die Lehrgegenstände in Berathung genommen, welche am folgenden Morgen unter der Assistenz der Konferenzmitglieder von dem Herrn W. in der Schule vorgenommen werden sollten, und man entschied sich einstimmig für den Bibel- und hebräischen Sprachunterricht. Dieser Unterricht nahm den ganzen folgenden Morgen in Anspruch. — Zn einer spätem Besprechung, wo ein Zeder seine Ansichten über die etwa ihm nothwendig erscheinenden Modifikationen in Bezug auf jene Unterrichtsgegenstände darlegen sollte, ergab es sich, daß man einstimmig der Lehrmethode des Herrn W. den höchsten Beifall zollte, und seine Schule für eine trefflich organisirte erklärte. Dann wurden andere pädagogische Themata, so wie auch einige Lektüren besprochen und endlich die von den Konferenzmitgliedern gelieferten Arbeiten vorgelesen und beurtheilt. —*• Der kollegialische Ton, der die Anwesenden mit dem Bande der Herzlichkeit umschlang, mußte einem Jeden zum größten Vergnügen gereichen. Nachdem der gemeinsame Beschluß gefaßt worden, daß in Zukunft die Zeit so wie der Drt unsrer Lehrerversammlung zeitig genug in dieser weitverbreiteten Zeitung annoncirt werden sollte, und noch schließlich über die sämmtlichen Verhandlungen ein Protokoll ausgenommen worden, löste sich die Konferenz auf, und gewiß schied ein Jeglicher mit befriedigtem Herzen und dem Bewußtsein, nicht nutzlos eine so mühsame Reise zur Winterszeit gemacht zu haben. Zum Schluffe fühle ich mich veranlaßt, dem Herrn Lehrer W., von welchem eo ipso als Präses der Impuls der gemächlichen Stimmung ausgehen mußte, die uns durchdrang, hiermit öffentlich den verdienten Dan? darzubringen, und die Hoffnung auszusprechen, im Schooße unsres Vaterlandes ähnliche Institute errichten zu sehen, die eben so sehr den Betheiligten zur Belehrung als zum Vergnügen gereichen. Hahn. Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen iViNgr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Seile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. G e s u dj e. Zum nächsten Ostern (“p^ WS) findet ein unverheiratheter jüdischer Religionslehrer, Vorsänger und Schächter zu solchen Funktionen ein Engagement bei unterschriebener Gemeinde. Das jährliche fixe Salär, neben freier Wohnung und freier Beköstigung, ist außer den unbestimmten Auskünften der rttrntü und sonstiger vorfallender Sporteln 80 Thlc. Pr. Krt. Auf eine gute, dem Synagogenvortrag angemessene Summe wird gesehen. Hierauf Reflektirende, welche ihre Qualifikation bei dem Herrn Landesrabbiner darzulegen haben, wollen sich in portofreien Briefen baldmöglichst anmelden bei dem Vorstande der israelitischen Gemeinde zu Malchin im Großherzogthum Mecklenburg-Schwerin. Den 10. Dezember 1846. Zu Ostern k. I. wird für die hiesige israelitische Gemeinde ein junger Mann als Vorbeter, Religionslehrec und Schächter gesucht, und wollen sich auf diese Stelle reflektirende Subjekte, unter Beibringung ihrer Zeugnisse, wenden an M. A. Wolff. Grabow im Großherzogthum Mecklenburg-Schwerin, im Dezember 1846. Zu ■pwn riS kommenden Jahres findet ein jüdischer Kantor, Schachterund geprüfter Religionslehrer, der zugleich mit der Musik vertraut, den Gottesdienst mit Choralgesang einzuführen und zu leiten im Stande