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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-01-01 · Heft 1 (1.1.1847) · p. Seite 8

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 1 (1.1.1847)
Date
1847-01-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 Armuth und des Elendes zu verstopfen und mit geringen Opfern für die Einzelnen eine große Anzahl armer Familien durch Anleitung der Töchter zu ersprießlichem Fleiße und Verbreitung eines kräftigen Sinnes, echter Einfalt, gemäßigter Ansprüche und wahrer Genügsamkeit zu beglücken. Da demselben, wie es heißt, die meisten hier ansässigen israelitischen Frauen, Wittwen und Unverehelichte sich anschließen, so steht eine ausgedehnte Wirksamkeit zu erwarten. Hannover, 3.Dezember. (Hann. 3.) Inder Sitzung der ersten Kammer der hannoverschen Ständeversammlung vom 28. v. M. trat dieselbe dem Beschlüsse zweiter Kammer bei, auf die Petition des Dr. jur. Benfey zu Göttingen, unter Uebersendung derselben an die königl. Regierung, darauf anzutragen, daß sie die im ständischen Schreiben vom 12. Juni d. I. wiederholt beantragte Gesetzvorlage zur Beseitigung der privatrechtlichen Verschiedenheiten der Juden im Allgemeinen, insbesondere aber zur Aufhebung eines alten Verbots in Betreff von Zessionen rc. noch an die gegenwärtige Ständeversammlung gelangen lassen möge. Hannover, 20. Dezember. (Privatmitth.) Die „Kommission zur Errichtung einer Bildungsanstalt für jüdische Lehrer" hat einen neuen Aufruf ergehen lassen. Der Anfang desselben lautet folgendermaßen: „Ein Jahr fast ist verflossen, seitdem der erste Aufruf von Seiten der Kommission zur Errichtung einerBildungsanstalt für jüdischeLehrer erlassen worden ist, und der Erfolg — soweit er sich bis jetzt übersehen läßt — muß im Ganzen ein erfreulicher genannt werden. Einerseits ist dadurch ein frischer Eifer, sich dem heiligen Berufe der Jugendbildung und Erziehung zu weihen, hervorgerufen worden, so daß vielfache Bitten um Aufnahme in die Anstalt eingegangen sind und dieselbe schon heute in's Leben treten könnte, wenn es nur auf die Zöglinge ankäme. Andererseits aber sind auch für den Fonds der Anstalt ansehnliche Beitrage eingezahlt worden; viele, namentlich kleinere Synagogengemeinden haben, ebensowol wie die hiesige, nach besten Kräften beigesteuert; ein lebendiger Gemeinsinn, der das Edle fördert, ohne Rücksicht auf konfessionelle Unterschiede, ist der Anstalt mehrfach zu Gute gekommen und von Seiten der Regierung sind ihr für dieses Jahr 800 Thaler huldvoll bewilligt worden, so daß bis jetzt ---- 6100 Thaler zinslich belegt werden konnten. Wenn indeß die Zinsen dieser Summe zur Eröffnung der Anstalt selbst in kleinerem Maßstabe, nicht ausrcichen, und wenn zu befürchten ist, daß bei längerer Verzögerung die Theilnahme immermehr erkalten, die besten Kräfte sich entmuthigt abwenden und andere Berufsarten ergreifen werden — so ist es schmerzlich, die Theilnahmlosigkeit zu sehen, welche von Vielen dieser wichtigen und heiligen Angelegenheit entgegengesetzt wird. Fast die Hälfte der Synagogengemeinden, theilweise eben die bedeutenderen, haben bisher noch gar Nichts beigetragen! Und doch stellt sich das Bedürfniß immer dringender, immer schreiender heraus! Von 136 Synagogengemeinden entbehren 61 des Lehrers gänzlich; die anderen müssen vielfältig, zum Verderb der Kinder, entweder mit weniger guten Lehrern sich begnügen oder stets mit denselben wechseln, weil Ausländer keine feste Anstellung erlangen können und weil die besseren Lehrer so sehr gesucht werden, daß jede Gemeinde, der das Wohl ihrer Kinder am Herzen liegt, zittern muß, wenn ihr Lehrer sie verläßt. — An manchen Orten fehlt den Kindern schon seit Jahren der Religionsunterricht — wie soll da in bewegter Zeit religiöser Halt gewonnen werden? Wie soll da inmitten aller Anfechtungen der Glaube unserer Väter in seiner veredelnden und bildenden Kraft sich forterben? wie soll ohne genügenden Unterricht wahres Wissen, echte Bildung und höhere Sittlichkeit dem empfänglichen kindlichen Gemüthe eingepflanzt werden? Wenn die Lämmer nicht aufgezogen werden, wie soll die Heerde bestehen? Und wenn keine Hirten da sind, wer soll der Heerde warten?" Preußen. Posen, 11. Dezember. (Schles. Z.) In Krotoschin hat es am 7. bei einer Versammlung der Juden Behufs einer Rabbinerwahl Unruhen gegeben, so daß einiges Militär zur Steuerung derselben herbeigerufen werden mußte. Oesterreich. Pesth, 10. Dezember. (Privatmitth.) Zu den mannigfachen Streitpunkten, die sich in mehren ungarischen Gemeinden in so betrübender, friedstörender

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