Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 10 (1846)
- Issue
- Heft 48 (23.11.1846)
- Date
- 1846-11-23
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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x. 3°hrg°„g. Allgemeine No. 48. Zeitung des Zudcnthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Dr. Ludwig Philippson, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. Leipzig (Mit königl. sächsischer allergnadigster Konzession.) Leipzig, den 23. November 1846. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; —• 1 Tblr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22^ Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzr worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sächs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Harfenklänge: Das Schiff, Gedicht von vr. L. A. zu Brody. Leitender Artikel: Zur Sabbatfrage. Zeitungsnachrichten: Asien: Smyrna. Frankreich: Paris. Deutschland: Schwerin, aus Baden, aus Schleswig-Holstein, Schwerin, Meisenheim. Preußen: aus Westphalen, Königsberg, Breslau, Gnesen, Gnesen, Pr. Oldendorf, aus Westphalen, Berlin, Posen, Magdeburg. Literarische Nachrichten: Magdeburg, Magdeburg. H a r fe n k l ä n g e. Das Schiff. Gedicht vonMr. L. A. zu Brody. I. Es schwankt ein Schifflein müd' auf dem Meer, Es stöhnt, gepeitscht von den Wellen, Vom Sturm gerüttelt, treibt es umher, Und kracht — und kann nicht zerschellen. Wer halt es, o sagt, in der Stürme Gebraus? Wer hält es, das morsche, gebrechliche Haus? Wie's mächtig schwimmt — das ist nicht geheuer! Es fehlt der Rumpf ihm, der Kiel, Nicht Segel hal's, nicht Kompaß, nicht Steuer, Ist ohne Leitung und Ziel; Und Zeiten und Stürme, will's Jemand erklären, Sie können das lecke doch nimmer zerstören. Ja, sah mau's oft an Klippen auch rennen, Versinken, tief in die Fluth, Die morschen Planken sind nicht zu trennen, Ein Wrack bleibt's immer noch gut. Die Trümmer, sie fügen sich rüstig zum Schiff, Und lachen des Sturmes, und trotzen dem Riff. So irrt es umher auf der wogenden See, Geführt von willigen Wogen, Bald tief im Grund, bald hoch auf der Höh', Vom Schicksal mächtig gezogen, Im Donner und Blitz, in der Winde Geheut, Auf schäumendem Meer, mit geflügelter Eil'. Und also sah man's Jahrtausende lang, Die Meere ruhlos durchstreifen, Und — Wunder — nach dem ärmlichen Fang Sah Starke gierig man greifen, Als galt es, das stolzeste Werk zu vollbringen, Sah gegen den Nachen Kolosse man dringen. Bewaffnet mit dem zackigen Blitz, Sah man die Mächtigen nahen; Mit Schimpf, mit Hohn, mit beißendem Witz, Ach, wollte die Schiffer man sahen; Doch Bitten und Drohen und Schmeicheln und Fluchen, Vergebens nur sah man ein Jedes versuchen.