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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-11-16 · Heft 47 (16.11.1846) · p. Seite 689

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 47 (16.11.1846)
Date
1846-11-16
Page
Seite 689 (sequence 15)
Language
German
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689 Literarische Nachrichten. Magdeburg, 8. November. Manna von M. Steinschneider. Berlin, 1847. Unter diesem Titel giebt der rühmlich bekannte Vers, eine Lese von Nachbildungen jüdischer Poesie, oder vielmehr Rhetorik, aus der Blüthenzeit jüdisch-arabischer Bildung im 11.—13. Jahrhundert. Allerdings wehet ein eigner, charakteristischer Geist aus diesen Dichtungen oder Dichterübungen entgegen. ES ist kein schöpferischer Genius, der eigenthümliche Gestalten vor unserm geistigen Auge hervorzaubert; es ist keine klassische Form, die Kern und Schale in organischer Wechselwirkung verschmelzt und gegliedert zur Erscheinung bringt. Darum ist hier auch kein unbewußtes Produziren vorhanden, welches, ohne sich zu begreifen, in der Tiefe arbeitet. Das Wort ist in diesen Arbeiten die Hauptsache; der Dichter findet seinen Beruf in dem gewandten und zierlichen Spiel mit dem Worte, in der Anmuth des Wortes, welche die Weisheit des Gedankens als vorhanden voraussetzt und nur reproduziren will. Daher Künstlichkeit des Wortes, Bewußtsein dieser Künstlichkeit, und Preis derselben; Armuth der Erfindung, Reichthum des Ausdrucks, Anwendung des schon längst Gesagten im neuen Flusse des Worts. Dies ist das Charakteristische dieser ganzen Literatur, in der die einzelnen Heroen sich wenig von einander unterscheiden. Der Uebersetzer findet natürlich sein Verdienst in der Wiedergabe dieses Charakteristischen, in dem ungezwungenen Flusse des Wortes, in dem Zutreffenden des Wort- und Reimspiels. Dieses Verdienst ist Herrn Steinsch. bei dieser Lese gänzlich zuzusprechen. Den Inhalt bilden Parabeln, Erzählungen, Makamen von Jbn Chisdai, Charisi, Immanuel, Jbn Sahula, N. Berachja, Kalonymos; dann kleinere Gedichte, Epigramme, Gnomen von M. und A. Jbn Esra, Jehuda Halewi, Ghasali rc. In dem Anhang werden Erläuterungen und Notizen gegeben. Möge das Heftchen (114 S.) recht viele Abnehmer finden, um diese Arbeiten zu immer reicherm Genüsse zu vermehren. Magdeburg, 9. November. Theoretisch-praktisches Elementarbuch der hebräischen Sprache. Von E. Bondi, Lehrer am Beth-hammidrasch in Kollin. Prag, 1845. In dem ersten, dem theoretischen Theile bearbeitet der Berf. die Formenlehre der hebräischen Sprache in bündigen, verständlichen und treffenden Sätzen, mit Beispielen belegt, wie sie zum Elementarunterrichte in dieser Sprache sehr anwendbar und dem Schüler zugänglich sind, so daß er der Elemente auf nicht zu schwierige Weise Herr wirk Es ist das Wesentliche vom Unwesentlichen, die Regel von der Ausnahme paffend geschieden, um den ersten Unterricht zu erleichtern, ohne oberflächlich zu sein, dem spätem Studium das Seinige vorzubehalten. Der zweite, der praktische Theil bringt eine hinlängliche Sammlung'von Uebungen und Aufgaben, um den Schüler in den grammatischen Lehren zu befestigen. Das Werk ist den jüdischen Schulen und Lehrern zu gründlicher Anleitung um so mehr zu empfehlen, als die Aufgabe dieser ist, ein reicheres Maaß hebräischen Wissens zu geben, ohne den Weg tiefer grammatischer Auffassung beschreitenzu dürfen.— Erstes hebräisches Lesebüchlein für untere israelitische Schulen von M. G. Dreifus, Lehrer in Endingen in Aargau. Basel, 1846. Dieses Büchlein ist von den Lehrern der jüdischen Elementarschule durchaus nicht zu übersehen. Es hat den Zweck, auch beim Hebräisch-Lesen die Schreiblesemethode einzuführen, und so den geistlose» Mechanismus aus dem ersten Unterricht des Hebräischen zu verbannen. Der Raum dieser Blätter gestattet uns nicht, die Eigenthümlichkeiten und Vorzüge dieser Methode, und wie sie der Verf. für den hebräischen Unterricht normirt, auseinanderzusetzen, und verweisen wir auf die ausführliche Vorrede zu dem Schriftchen. Es versteht sich, daß der Derf. dieselbe in der Schrift selbst praktisch durchführt. Wir wollen unsrerseits nur darauf aufmerksam gemacht haben. Magdeburg, IO. November. Die fünf Bücher MoseS. Für Schule und Haus. NeueUebersetzung, witJnhaltserlauternngen zu jedem Kapital, Zeit-, Orts- und naturhistorischen Bemerkungen und e?ner Zeittafel. Von 1)r. Ludwig Philippson. Stereotypausgabe. Leipzig, 1847. Baumgärtners Buchhandlung. — Das Vorwort zu diesem Pentateuch lautet: „Die Religion ist bei der Mehrzahl der Zeitgenossen etwas ganz Aeußerliches geworden. Nicht bloß die Form, die zumeist Nichts denn Form ward, sondern auch die Lehre, der Inhalt. Es mangelt an der wahren Begeisterung, der Innerlichkeit, die nicht nur durch das laute Wort sich verkündet. Man streitet zu viel, um genug zu empfinden. Man ist nach außen gewandt. Man macht das Bekenntniß zum Panier des Kampfes, und mit diesem weicht die Anspannung." „Solcher Zeiten gab es mehre; aber immer wieder wird im großen Prozesse der menschengeschlechtlichen Entwickelung, in welchem das Gotteswort der tiefgreifendste

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