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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-11-02 · Heft 45 (2.11.1846) · p. Seite 659

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 45 (2.11.1846)
Date
1846-11-02
Page
Seite 659 (sequence 11)
Language
German
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«LS seln, von wo wir unser Heil zs erwarten haben. Unsre Zukunft liegt Lu denHändenOesterreichs, unsre politisch-geistige Wiedergeburt kann nur eine deutsche sein. Zn der That wie rührend! Wo giebt's noch ein Volk, das uns mit so kalter systematischer Wissenschaftlichkeit von sich fließe, als das deutsche, wo noch ein Volk wie dieses, das sich die Mühe nicht verdrießen ließ, ewig neue Theoreme, Philosophen« und Argumente und Gott weiß was gegen unsre bürgerliche Erhebung, gegen unsre Verbrüderung ausfindig zu wachen, und dennoch wir sind dem Geiste nach Deutsche. Wir wollen eS sein, um uns gerade hier Anerkennung zu verschaffen, wo sie uns bisher am Meisten verweigert wurde, uns gerade hier eine Zukunft zu erkämpfen, wo uns eine mittelalterliche Vergangenheit grauenvoll entgegentritt; wir wollen, ja müssen aber auch darum schon Deutsche sein, um mit unseren erleuchteten deutschen Brüdern auf der Bahn geistiger Selbstemanzipation vorwärts zu schreiten, um den Reinigungsprozeß unsres höchsten Kleinodes — unsrer Religion — mit unseren deutschen Brüdern gemeinsam durchzumachen. Nicht etwa, daß wir die religiös-geistigen Errungenschaften unserer Brüder in Frankreich, England, Holland, Italien u. s. w. uns als die Unsrigen anzueignen verschmähen dürsten; allein Deutschland liegt uns geographisch näher, unsre Sprache ist eine deutsche Mundart und, offen gestanden, auf dem Gebiete geistig-religiöser Entwicklung hatten die Juden Deutschlands von Mendelsohn bis auf den heutigen Tag immer den Vorsprung.— Zst's aber die Mission der Juden Englands und zum Theil auch Hollands ihre Brüder im Orient heranzubilden, die der Juden Frankreichs ihre Mitbrüder und nunmehr zum Theil auch Mitbürger, die Juden Nordafrika's zu sich heranzuzieheu, so ist es offenbar die Mission der deutschen Juden, den Hunderttausenden ihrer Brüder Ln den ehemaligen polnischen Landen ihre geistige Nahrung zu spenden, und sie einer künftigen Regeneration entgegen zu führen. tSchluß folgt.) Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen l'/rNgr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. In einer nicht unbedeutenden Gemeinde am Rhein soll ein theologisch gebildeter und pädagogisch befähigter Religionslehrer zur Ertheilung von wöchentlich etwa 20 Stunden mit einem jährlichen Fixum von 350 Fl. angestellt werden. Auf frankirt eingefchickte Zeugnisse wird die Redaktion nähere Auskunft ertheilen. Vakanzen. Zn meinem Rabbinat find zwei Stellen vakant für Individuen, welche die drei üblichen Funktionen verbinden können; die eine liefert 120 Thlr., die anderen freie Station und etwa 40 bis 5t) Thlr. Braunschweig. Dr. Herzfeld. Die hiesige Religionslehrer-, Vorbeter- und Schächterstelle soll zu Ostern k. Z. Cvw riS) durch einen unverheiratheten Mann besetzt werden. 150 Thlr. Gehalt, Ertrag der freie Wohnung und Beköstigung wird jährlich zugesichert. Von den Bewerbern wird rethorische und musikalische Fähigkeit gefordert und besonders auf eine angenehme Stimme beim Gebetvortrage Reflektion genommen. Mit Produzirung von Moralitats- und Qualifikations-Attesten wollen sich Konkurrenten recht bald melden bei dem Vorstande der Gemeinde zu Roebel im Großherz. Mecklenburg-Schwerin. S ch u l a n z e i g e. In meine am hiesigen Orte seit vier Jahren bestehende Privatschule, die sich die Zufriedenheit ihrer Vorgesetzten, so wie die der hiesigen und auswärtigen Eltern, deren Söhne mir anvertraut sind, erworben, können noch einige Knaben ausgenommen werden. Unterrichtsgegenstände sind: Religion, biblische und israelitische Geschichte, Hebräisch, Deutsch, Rechnen, Realien rc. Reifere SKülec können auf Verlangen außer den Schulstunden einen geregelten und gründlichen Unterricht im kaufmännischen Rechnen und Buchführen, so wiemMischna, Schulchan Aruch und in den spateren hebräischen Schriften erhalten. — Näheres zu erfahren bei I. M. WedeU, israelitischer Lehrer zu Jastrow. Literarische Anzeigen. In Baumgartners Buchhandlung zu Leipzig ist erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben: Pie israelitische Pibel, enthaltend: Den heiligen Urtext. Die deutsche Uebertragung. Die allgemeine, ausführliche Erläuterung. Mit mehr als 500 englischen Holzschnitten. Her-

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