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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-10-26 · Heft 44 (26.10.1846) · p. Seite 642

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 44 (26.10.1846)
Date
1846-10-26
Page
Seite 642 (sequence 8)
Language
German
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642 während bei der christlichen Bevölkerung 2 Frauen unter 10 Gefangenen sich befinden. Großbritarrien. London, im September. Die Voice of Jacob wird forterscheinen, indem ein Könnt« sich gebildet hat, um den Ausfall zu decken. London» im Oktober. Die Deutsche A. Zeit, enthält einen Artikel über die Deutschen in London, der folgendermaßen beginnt: Seit dem Frieden hat sich allmälig hier wie in den Bereinigten Staaten eine An deutscher Bevölkerung entwickelt, deren Wirksamkeit und Charakter sich bereits ziemlich sichtbar machen. Eine kurze Darstellung dieser Bevölkerung und des Ganges ihrer Entwickelung dürfte nicht ganz uninteressant sein. Während der französischen Kriege war die Anzahl der Deutschen, welche sich hier häuslich niederließcn, ziemlich gering. Am Frühesten kamen die Juden, und auch diese der Mehrzahl nach aus Polen — der verstorbene Rabbiner Dr. Herschel hatte Söhne und Verwandte in Warschau —, indessen die Sprache und besonders die Nationalität der Reichsten und Einflußreichsten unter ihnen (Rothschild, Salomon, Goldschmidt) gaben ihnen einen deutschen Charakter. Ihre politische Wirksamkeit erprobten sie zuerst in der letzten allgemeinen Wahl, wo es allein durch ihre Beihülfe geschah, daß Lord I. Russell Parlamentsmitglied für die City wurde; sie hatten den Ausschlag gegeben. Nun aber gar, seit Dr. Adler mit vermehrter Gewalt Rabbiner der ganzen Judenschast von England, mit Ausnahme der numerisch geringen portugiesischen Juden, geworden, kann man sagen, sind Richtung und Charakter noch mehr deutsch geworden. Indessen läßt es sich nicht leugnen, daß schon nach den besonderen nationalen Ansichlen der Juden dies nur dahin führen wird, daß wahrscheinlich bald in allen Ländern Europa's die englische Judenschast die bedeutendste und einflußreichste sein dürfte, weil sie sich am Freiesten entwickeln kann und überdies die Regierung sie als Mittel betrachtet, um besondere englische und politische Zwecke im Orient zu verfolgen. Für unfern Zweck bleibt aber immer so viel sicher, daß sie die frühesten Verbreiter und Lehrer des Deutschen allhier genannt werden müssen. Preußen. Berlin, 13. Oktober. (Voss.Ztg.) Dem Vernehmen nach hat der Vorstand der erst vor zwei Jahren gegründeten Pischon'schen Pensionsstiftung für Elementarlehrer und Lehrerinnen, obwol dieselbe leider derjenigen Unterstützung Seitens des Publikums sich noch nicht zu erfreuen hat, die sie in so hohem Grade verdient, dringend bedarf und erwartet — dennoch bereits einen vierten Pensionär ausgenommen und zwar der der hiesigen jüdischen Gemeinde angehört und den hohes Alter das lang, treu und redlich verwaltete Lehramt aufzugeben gezwungen hat. Wenn nun auch damit lediglich geschehen ist, wasdas Statut der Stiftung vorzeichnet, welches die zu bewilligenden Pensionen und Unterstützungen ausdrücklich von jeglichem Glaubensbekenntniß unabhängig stellt, so wird dieses Faktum nichtsdestoweniger von allen Menschenfreunden als einen unsere Zeit hochehrenden und religiösen Frieden fördernden Fortschritt um so freudiger begrüßt werden, je schmählicher Finsterlinge sich fortwährend abmühen, zu den unheilvollen Szenen des Mittelalters zurückzuzwängen. Berlin, 13. Oktober. Nach offizieller Zählung besuchen von 1005 jüdischen schulpflichtigen Kindern 355 die drei jüdischen Lehranstalten, alle übrigen christliche Schulen. Köln, 18. Oktober. In der großen Wahlschlacht der hiesigen Stadtverordnetenwahl ist als Kandidat der Konservativen der Bankier A. Oppenheim, israelitischen Glaubens, gewählt worden. Lissn, im September. (Privatmitth.) Der Rabbinatskandidat Herr Pollach hat hier wiederholt gepredigt, und so günstigen Eindruck gemacht, daß man an seine Anstellung als Rabbinatsassessor und Religionslehrer denkt. Zwar haben sich auch hier sofort allerlei Machinationen und Jntriguen erhoben, doch werden sie wirkungslos bleiben. Eine Erfrischung der sehr danieder liegenden religiösen Regungen thuet hier so sehr Noth, daß es eine Sünde wäre, die günstige Gelegenheit vorübergehen zu lassen, um den Bedürfnissen unsres Geschlechts Befriedigung zu schaffen. Die Mittel werden sich in einer so bedeutenden Ge-

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