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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-10-12 · Heft 42 (12.10.1846) · p. Seite 623

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 42 (12.10.1846)
Date
1846-10-12
Page
Seite 623 (sequence 15)
Language
German
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623 Nachruf! Am 17. August erlitt unsre Gemeinde einen herben, für lange Zeit unersetzlichen Verlust durch den Tod des Kaufmanns, Herrn S. P. Cohn, seit 9 Jahren Präses der Unterzeichneten Repräsentanten-Versammlung. Eine von scheugewordenen Pferden ihm beigebrachte Verletzung der' inneren Gefäße des Unterleibes machten seinem thätigen Leben im 41. Jahre ein frühes Ende, welches um so tiefer empfunden werden mußte, als die schönsten Tugenden des Herzens und eine vorzügliche Klarheit des Verstandes in der schlichten, anspruchslosen Persönlichkeit des Verewigten zu einer seltnen Harmonie vereinigt waren. Unerschütterliche Rechtlichkeit, hohe Uneigennützigkeit und wahrhafte, stets dienstfertige Menschenliebe gegen Jedermann leiteten alle seine Handlungen im häuslichen, wie im amtlichen Leben, und erwarben ihm bei allen Standen der verschiedenen Konfessionen der Stadt und Umgegend eine Achtung und Liebe, wie sie nur der ungekünstelten, allge- " mein anerkannten Tugend und Gesinnungstüchtigkeit gezollt werden können. In welchem hohen Grade diese ihm eigen waren, zeigte sich besonders auf seinem Krankenlager und in seinen letzten Stunden. Mit vollem Bewußtsein bis zum letzten Ooemzuge erwartete er diesen mit der bewunderungswürdigsten Ruhe und Ergebenheit in den Willen Gottes. Keine Miene entstellte sein verklärtes Gesicht, kein Seufzer entfuhr seiner gepreßten Brust, die furchtbaren Schmerzen des Todeskampfes vermochten nichts über die Stärke seines Geistes, sein sonst oft bewahrter Scharfblick schien mit Wohlgefallen die Grenzen des Jenseits zu überschreiten, und wer ihn so scheiden sah, mußte in der Tiefe seines Herzens flehen: nttn w-inN rra Sein Tod verbreitete auch bei Andersglaubenden eine so ungeheuchelte Trauer, daß er gewiffermaaßen ein LWN ittvrp genannt werden kann. Der Vorsteher der Stadtverordneten, zu welchen der Verstorbene gehört hatte, forderte durch ein Zirkular, in dem sich die ehrendsten Gefühle lebhaft aussprachen, sammtliche Mitglieder zur Theilnahme am Leichenbegängnisse auf. Alle folgten der Einladung, und im zahlreichen, freiwilligen Gefolge, dem auch der Magistrat sich anschloß, blieb kein Herz ungerührt, kein Auge trocken. — Um den Dahingeschiedenen weinen eine Wittwe mit fünf unmündigen Kindern und eine 80jährige Mutter, die ec innigst verehrte; um ihn jammern Verwandte und Freunde, die in seinem stets heitern Umgänge Erholung und Rath fanden; um ihn trauern endlich viele Arme, denen ec seinen stillen Beistand nie versagte. — Und auch den Unterzeichneten Amtsgenossen, die fein redliches Streben und seine Ordnungsliebe stets anerkennen mußten, wird sein Andenken unvergeßlich bleiben, und hoffentlich auch segensreich nachwirken. Schwerin a. W., im August 1846. Die Verwaltuugsbeamteu und Repräsentanten der jüdischen Korporation. ..-.. - ■ ----- - Gefu ch. Ein unverheiratheter, von einer königl. preuß. Regierung sowol als von dem jetzt in London fungirenden Landesrabbiner, Herrn 1)r. Adler, als Lehrer geprüft, der von mehren Rabbinen Polens und Deutschlands als Schächter aprobirt, neben musikalischen Fähigkeiten eine gute kräftige Stimme im Vorbeten besitzt, auch mächtig ist den Gottesdienst mit Ehoralgesang zu leiten und bei nicht zu hochmachenden Anforderungen von Zeit zu Zeit religiöse Borträge zu hatten im Stande ist, wünscht zum angehenden Sommersemester seine gegenwärtige Gemeindestelle mit einer andern zu vertauschen. Reflektanten belieben gefälligst ihceAdreffen an die Hellwing'sche Hofbuchhandlung in Hannover portofrei einzusenden. Cif Eine jüdische Familie, welche durch Herrn Lr. Auerbach sehr vortheilhaft empfohlen werden kann, wünscht einige junge Leute, welche hiesige Schulen besuchen, oder die Handlung erlernen, in Pension zu nehmen. Der älteste Sohn der Familie könnte die Nachhülfe in Sprachen und Elementarwissenschafteu übernehmen. Näheres Ncue-Friedrichsstraße 34. 2 Treppen. Berlin, den 26. September 1846. Literarische Anzeigen. Von E. L. Fritzsche in Leipzig ist durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Hiob. Praktische Philosophie, oder klare Darstellung der im Buch Hiob obwaltenden Ideen, nebst wortgetreuer, rhythmisch gegliederter Uebersetzung und fortlaufendem Kommentar. Allgemein faßlich bearbeitet von SJr. Moritz Löwenthal. gr. 8. drosch. Preis 1 Thlr. 16 Ngr., feines Papier 2 Thtr. Dieses Buch enthalt neben der von namhaften Gelehrten gerühmten Uebersetzung einen sehr korrekten hebräischen Tert, und dürste demnach auch jedem christlichen Theologen zu empfehlen sein.

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