Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 10 (1846)
- Issue
- Heft 42 (12.10.1846)
- Date
- 1846-10-12
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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No. 42. x. z-hrg-ug. Allgemeine Zeitung -es Zu-enthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Vertag von Dr. Ludwig Philipps»», Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. zu Leipzig. (Mit königl. sächsischer allergnädigster Konzession.) Leipzig, den 12. Oktober 1846. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Tblr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22*- Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Ueber den Religionsunterricht. (Fortsetzung.) Zeitungsnachrichten:Westindien: ausWestindicn. Preußen: Berlin, Magdeburg, Berlin, Magdeburg. Oesterreich: aus Obervugarn, Groß-Kamscha. Die Schweiz: Bern. Auszüge: Die heldenmüthige Jüdin oder das Märtyrthum der jungen Hachnel. (Fortsetzung.) Leitender Artikel. Magdeburg, 2. Oktober. Ueber den Religionsunterricht. (Fortsetzung aus No. 19. 40.) Dies führt uns angemessen zunächst zu der Abteilung der Religionsschule in Klassen. Bevor man aber diese angeben kann, muß man über'den Umfang ihrer Lehrgegenstände im Klaren sein. Wir haben eS hier nicht mit gelehrten und theologischen Schulen zu thun, sondern mit der Volks-Religionsschnle, wo jeder Israelit und jede Israelitin so viel Kenntlliß der Religion erlangen, und so viel religiöse Bildung erhalten soll, als sie brauchen, um bei fortdauernder Liebe von ihrer Religion durchdrungen zu sein. Wollen sich Söhne der Gemeinde entweder dem theologischen Fache widmen, oder, nach dem Wunsche der Eltern, oder aus eigenem Antriebe, sich eine tiefere Kenutniß der jüdischen Theologie und Literatur erwerben, so kann dies nicht die Religionsschule leisten, sondern muß privatim auf geeignetem Wege, oder, so Gott will, auf besonderen Lehranstalten, verfolgt werden. Dennoch muß auch hier ein Mittelweg vorhanden sein. Es bleibt immer Bedürfniß, und daher wünschenswerth, daß eine Anzahl Juden, namenUich befähigtere, eine tüchtigere Kunde der Bibel, Geschichte und späteren Literaturwerke besitze, als die allgemeine religiöse Bildung umfaßt. Ehemals war dies ein allgemeines Eigenthum der Juden, und — der Ignorant in diesen Dingen wurde verachtet. Bei dem, verhältnißmäßig ungeheuer größer» Umfange der Lehrgegenstände, in welchen die jetzige jüdische Jugend unterrichtet wird, nimmt diese theologische Bildung der jüdischen Individuen ungemein ab, und droht gänzlich zu erlöschen. Aber der Jude bedarf einer festern religiösen Grundlage, um, der Welt gegenüber, fester in seiner Religion zu stehen. Es wird daher auzustreben sein, daß auch die Religionsschule wenigstens Gelegenheit gebe, ein Weiteres den jüdischen Jünglingen darzubieten. Die Religionsschule muß, aus diesen Ansichten heraus, an sich in zwei Klassen gctheilt sein, zugleich aber noch zwei Separatklassen haben. Von den zwei eigentlichen Klassen ist die zweite — na$ dem gewöhnlichen Schulgebrauch — gemeinschaftlich für Knaben und Mädchen, die Vorbereitungsklasse, vom 6ten bis 10ten Jahre. Die erste Klasse zerfällt in eine Knabenuud eine Mädchcnklaffe, den eigentlichen Religionsunterricht umfassend, vom lOtcn bis 14tcu Jahre. Von den beiden Scparatklaffen ist die eine die Konfirmations-