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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-09-28 · Heft 40 (28.9.1846) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 40 (28.9.1846)
Date
1846-09-28
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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No. 4« X. Jahrgang. Allgemeine Zeitung des Iudeiithums. unparteiisches Organ Redakteur Dr. Ludwig Philippson, Rabbiner zu Magdeburg. Ein für alles jüdische Interesse. Verlag von Baumgärtners Buchhandlung zu Leipzig. (Mit königl. sächsischer allergnädigster Konzession.) Leipzig, den 28. September 1846. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemafheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Tblr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22| Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzr worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspeditivn für beide Letztere hat sich die königl. sächs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Ucber den Religionsunterricht. (Fortsetzung.) — Anträge an die vierte hochwürdige Rabbinerversammlung zu Mannheim, von Emanuel Hecht. Zeitungsnachrichten: Türkei: Konstantinopel. Amerika: Philadelphia, Cincinnati, Kingston, New-Iork, Buenos AyreS. Preußen: Posen,Berlin, Berlin. Oesterreich: Altofen, Papa, Szegedin, Pefth. Literarische Nachrichten: Leipzig. Leitende Artikel. Magdeburg, 18. September. Ueber den Religionsunterricht. (Fortsetzung aus No. 19.) Wir haben in unserm ersten Artikel zuerst die Rothrvendigkeit des Religionsunterrichtes, und dann dessen Schwierigkeiten in unsrer Zeit besprochen. Jedenfalls muß dieser Religionsunterricht aus dem zerfallenen, zersplitterten Wesen herauskommen, bei dem er in so vielen Gemeinden noch stehen geblieben, und in geordneten Religio nsschulen konzentirtwerden. Es ist hier nicht der Ort, die vielfach erörterterte Frage über Vorzüge oder Rachtheile gesonderter jüdischer Schulen zu besprechen: auch hier wird das lokale Bedürfniß am Meisten das Wort zu führen haben. Worauf wir aber wol aufmerksam zu machen haben, ist: daß auch an den Orten, wo gesonderte Schulen für die jüdische Jugend bestehen, der Religionsunterricht für sich in bestimmter, mit den Ortsschulen nicht koüidirender Zeit abgehalten werden müßte, um auch den Knaben und Mädchen, welche die jüdische Schule nicht besuchen, die Theilnahme an diesem Unterrichte möglich zu machen. Wir haben es oft genug gefunden, daß mit dem Nichtbesuch der jüdischen Schule auch eine Ausschließung vom Religionsunterrichte faktisch bestand, so daß ein Theil der Jugeud gänzlich ohne Religionsunterricht verblieb. Auf dem Gebiete der Religion muß jeder Eigennutz, jede Privatrücksicht verbannt sein, und es die höchste Aufgabe sein und bleiben, der Jugend ihre Religion kennen zu lehren, und sie von Eifer und Liebe für dieselbe entflammen zu lassen: dies ist die Aufgabe des Rabbi, des Lehrers, des Vorstandes, und Opfer müssen hiefür gebracht werden. Aber nur in geordneter Religionsschule kann dieser Zweck erreicht werden. Denn abgesehen von der großem Unzulänglichkeit des Privatunterrichtes, abgesehen von dem Nichtssagenden einzelner „Stunden", wird der Jugend durch die Religionsschule ebenso die Religion selbst repräsentirt, wie der Gemeinde durch die Synagoge. Die Religion hat für sie durch jene einen sichtbaren Bestand, an den sie sich gewöhnen und halten, wogegen Privatunterricht oder einzelne „Stunden" der Religion schon in den Augen der Jugend das vage, blaffe, überflüssige, zerfallene Ansehen geben, was der unverbesserte Gottesdienst in den Augen des später» Alters. Dies führt uns zunächst zu der Zeit. Stellt es sich hier schon von selbst heraus, daß die Zeit der Religionsschule mit der der anderen Schulen nicht kollidiren darf

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