Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 10 (1846)
- Issue
- Heft 33 (10.8.1846)
- Date
- 1846-08-10
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
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»o« sichtlich des Unterrichtes der Kinder in der jüdischen Religion im Umfange der ganzen Monarchie gleichmäßig Abhülfe verschafft werden wird. Berlin, den 1. Juli 1846. Der Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angclegenheiten. Im Aufträge des Herrn Chefs. Ladenberg. An den Oberrabbiner Herrn Bodenheimer, Wohlgeboren, in Krefeld. 15,585. Literarische Nachrichten. Magdeburg, 3. August. (Erklärung.) Zn No. 21 dieser Zeitung hat Herr Eichenbaum aus Kischjneff eine Erläuterung einer von mir vor 2 Jahren in Erell's Journal der Mathematik gegebenen Formel für Berechnung des jüdischen.Kalenders mitgetheilt. Ich hoffe, daß alle Sachverständigen, welche das Buch mm» kennen, und meine Formel gesehen haben, aus dem Artikel des Herrn E. leicht ersehen werden, daß derselbe weder eine genügende Erklärung meiner Formel gegeben, noch auch seine Behauptung, „meine Formel sei aus dem Buche mm» entlehnt", irgend eine Begründung habe. Kaum daß es ihm gelungen ist, nach einer weitläufigen Reduktion und weitschweifigen Erklärungen eine Verwandtschaft zwischen beiden herauszufinden, nämlich die, daß meine Formel dieselben Resultate— nur auf kürzerm und leichterm Wege — erzeuge, als man sie sonst durch die gewöhnliche Rechnung des mm» findet und selbst bei dem, worin er die ganze Verwandtschaft zu finden glaubte, nämlich, daß meine Grenzen nur um 6 Stunden vergrößert sind, hat er den Grund dazu nicht angegeben, nämlich, um die unbequeme zweiseitige Grenze von N2 wegzuschaffen. Ich lasse das Uebrige auf sich beruhen, es Sachkennern überlassend, das Benehmen des Herrn E. einer Sache gegenüber, die er wohl zu würdigen wußte *), *) Wenn hiernach auch Herr B. Goldberg in Berlin, der nach zehnjähriger Beschäftigung mit jüdischer Chronologie nichts Neues herauszubringen vermochte, mit schlechtverhehltem Neide in empörender Dreistigkeit von meinen Formeln als von „nichtssagenden" spricht (s. Orient Nr. ZI d. I. Lbl. S. 490), so zeigt er mit seiner Erklärung, daß er nicht nur die Formel selbst nicht verstanden, sondern auch keinen Schritt über die Elemeutarkenntniffe der allgemeinen Arirhmeltk hinaus gerhan habe. zu beürtheilen und begnüge mich, dem größer» Publikum durch eine populäre Darstellung einen richtigen Begriff von dem in Rede stehenden Gegenstand beizubringen. Unter den Worten: „eine Formel zur Berechnung des jüdischen Kalenders", muß jeder mit der mathematischen Terminologie Vertraute verstehen: eine Methode, den jüdischen Kalender auf leichtere und kürzere Weise zu berechnen, ohne alle Vorkenntniffe von jenen Regeln und Prinzipien zu haben, die man sonst in allen chronologischen Handbüchern weitläuftig auseinandergesetzt findet. So ist z. B. von Prof. Gauß eine Formel zur Berechnung des christlichen Osterfestes gegeben worden, d. h. eine Methode, ohne alle chronologische Vorkenntnisse das Osterfest auf einem leichtern und kürzern Wege zu berechnen. Es versteht sich von selbst, daß eine solche Formel aus den dem Gegenstände zu Grunde liegenden Prinzipien so entwickelt sein muß, daß alle diese in ihr konzentrirt liegen. Je einfacher und leichter die Formel , desto vollkommener ist sie. Herr E. hat sich die Mühe gegeben, meine Formel zur Berechnung des jüdischen Kalenders, deren Anblick ihm Anfangs sehr befremdend gewesen sein muß, da dieselbe sowol sehr kurz und praktisch, als auch mit den gewöhnlichen Regeln des mm» in keiner Verwandtschaft steht, von Grund zu erforschen, und endlich durch viele Umwege gefunden, daß diese Formel alle Prinzipien und Regeln des jüdischen Kalenders, die im Buch mm» beschrieben sind, in sich gefaßt hat. Und dies nennt er eine große Entdeckung, die der Oeffentlichkeit übergeben zu werden verdient. Wie jener pttb, der nach vieljährigem Studium endlich mit Erstaunen entdeckte, daß fast jede Stelle des m aus einer Stelle des Talmuds entnommen sei! — Es scheint, daß Herr E. bis dahin geglaubt hat, eine solche Formel müsse von der höher» Analysis hergebracht werden, und mathematisch genau beweisen, daß man vtn u. s. w. Endlich verspricht uns Herr E. auf Verlangen auch in Bezug auf meine zweite Formel nachzuweisen, daß sie aus dem Buche mm» entnommen worden ist. Ich spreche also hiermit den Wunsch aus, daß es Herrn E. bald gefallen möchte, uns mit diesem Nachweis zu erfreuen, und bei dieser Gelegenheit die damals ausgebliebene Bedingung von R=0 zu erwähnen, was ich seit damals zu thun nicht Gelegenheit hatte. Auch möchte er alle Zahlen selbst nachrechnen; für alles dies würde ich ihm meinen Dank schuldig bleiben. Was aber die Erläuterungen betrifft, so möge er, wie es eigentlich erforderlich