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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-08-10 · Heft 33 (10.8.1846) · p. Seite 474

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 33 (10.8.1846)
Date
1846-08-10
Page
Seite 474 (sequence 2)
Language
German
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allen verschiedenen Richtungen der GlaubenSMisichten ßW^ so dW aM Mr vttk fM; ga*| VW der HetWuckFg davoü trvtztztt, ä* Weck HrO die ewig wiedergekäueten Schmähungen auf die Versammlung gegeben worden war. Sie fanden sich von dem Eifer, von der Wärme, von dem wahrhaften Konservatismus in der Versammlung ebenso überrascht, wie von der Würde, der Ruhe, dem gemessenen Charakter der Debatten angesprochen. Es ist daher hier auch der Ort, dankend zu erwähnen, was die Gemeinde für die Versammlung gethau, um sowol dieselbe zu ermöglichen, als auch den Teilnehmern nach dem Ernste der Diskussion angenehme Stunden zu bereiten. Daß die Mitglieder sämmtttch von Privaten auf's Trefflichste logirt und bewirthet wurde», daß für ein sehr zweckmäßiges Sitzungslokal gesorgt war, haben wir schon erwähnt. Die gemeinschaftliche Speisung war sehr liberal von der Gemei-nde getragen, und selbst zu den Reisekosten die üöthigen Zuschüsse bewilligt. Außer der vom Kantor Herrn Deutsch unternommenen matinee musicale, die trefflich und gut exekutirte Piecen brachte, hat die Gemeinde der Versammlung ein splendides Festmahl von wehren hundert Gedecken bereitet, so wie am Sonntag nach dem Schluß der Versammlung einen Festzug nach dem „Fürstensteiner Grunde", an dem viele Herren und Damen Theil nahmen, veranstaltet. Im Theater wurde zu Ehren der Versammlung „der Jude von Cümberländ" auf treffliche Weise gegeben, und hierzu den Mitgliedern der Versammlung Freibillets zugestellt. Außerdem wurden gesellschaftliche Genüsse vom Komitv Ln der Bürgerressource", „auf dem Schwcizerhäuschen" rc. dargeboten, so wie auch einzelne Private die Versammlung theilweise b-ewittheten. Endlich war den Mitgliedern Gelegenheit gegeben, das Jonas Fränkel'sche Institut im Detail kennen zu lernen. — Daß aber die von der Gemeinde an die Versammlung gerichtete Adresse am Schluffe der Sitzungen für die Versammlung ein noch höher geschätztes Zeichen der Theilnahme und Anerkennung war, brauchen wir kaum zu bemerken. Ueberhaupt hat es sich uns auch hier bewährt, was man zu beobachten im Leben so oft Gelegenheit hat: in der Rahe betrachtet, sehen die Dinge gar nicht so arg aus, wie man nach den extravaganten, übertreibenden, aus parteiischen Motiven hervorgehenden Schilderungen glauben müßte. Das hat die Gemeinde Breslau an der Rabbinerversammlung ersehen; das hat aber auch die Rabbinerversammlung an der Gemeinde Breslau ersehen. Welch ein Bild mußte man sich nach den Berichten, die seit Dhrew iFHe Welt geschleudert wurden, tat Ueser Geuninde ttkachMt Anstatt dessen fand matt Me Höchst zahlreiche Gemeinde, in der allerdings, wie natürlich, die verschiedenartigsten Richtungen vorhanden sind, wo durch die bisherige, auflösende Tendenz des staatlichen Verhältnisses zur Gemeinde große Theilt atS gar nicht zur Gemeinde gehörig hingestellt sind — was nach dem bald emanirenden Gesetze aufhören wird — wo aber dennoch eine kompakte Masse um den statutenmäßig gewählten Obervorstand geschaart ist, in dieser der allmälige Fortschritt zu einem zeitgemäßen Kultus vorherrscht, zu welchem Ende sehr viele edelgesinnte und eifrige Männer bedeutende Opfer bringen; wo endlich der Versuch, in die dem Fortschritt ergebene Partei eine Spaltung zu bringen, und eine Sonderung zu organisiren, gänzlich mißlungen ist. So ist denn auch die Aussicht nicht fern, wo eine friedliche Ausgleichung der Differenzen ermöglicht fein wird, und wo Breslau seinen hohen Rang unter den, durch tüchtige Institute und kräftige Entwickelung ausgezeichneten Gemeinden wieder einnehmen wird. Wir werden nun in der folgenden Nummer noch ein kritisches Resume und den Bericht Einhornes geben. Zeitungsnachrichten. Italien. Rom, 17. Juli. Das Diario meldet, daß der Papst am 13. eine Deputation der hier wohnenden Israeliten empfangen und derselben sein Wohlwollen zugesichert hat. Frankreich. Straßburg, 25. Juli. (La pure ver.) Bei den neuen Wahlen der Munizipalräthe sind im Elsaß 9 Israeliten im Oberrhein, worunter auch ein Maire (Bürgermeister) und Maireadjunkt, und 10 Israeliten im Niederrhein zu Munizipalräthen gewählt worden — ein hinlängliches Zeugniß, daß auch im Elsaß die Emanzipation nicht nur auf dem Papiere, sondern auch in dem Herzen steht. — In Winzenheim hat der Rabbiner, um die Lange des Gottesdienstes zu vermeiden, rcnrna von ri'p und gänzlich getrennt, und läßt zwei Stunden dazwischen vergehen.

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