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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-07-27 · Heft 31 (27.7.1846) · p. Seite 442

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 31 (27.7.1846)
Date
1846-07-27
Page
Seite 442 (sequence 2)
Language
German
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442 Wiederherstellung einer würdigen Sabbatfeier arizustrebe§, schlägt sie Ihnen Folgendes vor: 1) Die Versammlung wolle erklären, daß die Aufmerksamkeit dahin gerichtet sein müsse, durch erhöhte gottesdienstliche Feier die Heiligkeit des Sabbats immer lebendiger ins Bewußtsein zu rufen, daß zur Weihe nothwendig ist die Enthaltung von aller Thatigkeit, welche der werktägigen gewerblichen Beschäftigung angehört oder welche eine Anstrengung erfordert, während hingegen eine jede nicht gewerbliche und nicht anstrengende Thatigkeit erlaubt ist. 2) Die Versammlung wolle ferner erklären, daß die würdige gottesdienstliche Feier des Sabbats von solcher vorzüglichen Bedeutung ist, daß für sie auch eine Thätigkeit, welche anstrengend ist, nicht untersagt sein kann, daß demnach Alles, was zu einer würdigen Ausstattung des Gottesdienstes gehört oder was dem Einzelnen erst die Theilnahme an einem erbaulichen Gottesdienste möglich macht, auch durch einen Juden geschehen dürfe. 3) Die Versammlung wolle ferner erklären, daß wo Lebensgefahr drohe oder wo zu erwarten ist, daß eine solche herbeigeführt werde, Alles zur Abwehr desselben zu thun erlaubt, ja geboten sei. 4) Die Versammlung wolle endlich erklären (wie früher 5). Die Kommission weiß, daß sie einen der wichtigsten Punkte hier übergangen hat, nämlich die oft entstehende Kollision der Sabbat-Heiligung mit dem zeitlichen Lebensglücke und sie weiß eS sehr wohl, daß nicht damit geholfen ist, wenn man das Drängen des Lebens ignorirt; allein sie bekennt es offen, daß sie darüber zu einem übereinstimmenden Resultate zu gelangen nicht vermochte, und behalten sich die einzelnen Mitglieder derselben ihre besonderen Anträge über diesen Punkt vor. Möge die an diese kurzen Satze sich anschließende Diskussion ein fruchtbares, das Leben reifendes Resultat werden; möge wenigstens der heilige Tag der Weihe und der Ruhe dadurch in seiner Wichtigkeit immer mehr erkannt und das Bedürfniß, ihn demgemäß zu feiern, immer lebendiger angeregt werden." Hierauf forderte der Präses die Mitglieder der Kommission auf, sich über diesen Gegenstand auch ihrerseits auszusprechen. Wechsler verlas daher eine anderweitige Arbeit. Er erkennt in der Ruhe einen selbstständigen Zweck, indem der Mensch nicht in ununterbrochener Thätigkeit sich aufreiben solle. Der Hauptzweck des S. ist daher die Heiligung, aber die Ruhe selbstständiger Nebenzweck. Eine Hauptfrage ist daher, wie weit geht das Verbot der Unthätigkeit im Stillstände der EewerbSthatigfeit? Reicht es so weit, daß das ganze Gewerbe darüber untergehen soll, oder daß man ohne eigne Betheiligung daran es fortgehen lassen könne? Dies müssen wir beantworten, auch wenn wir nur wenig biblische und talmudische Grundlage dabei haben. Seine Ansicht ist: Ein Beruf, den wir uns nicht geben, im Staate, kn der Gemeinde rc., oder ein Beruf, wenn wir ihn auch selbst gewählt, wozu uns aber die ganze Richtung unsres Geistes zwingt, kann sich dem Sabbatgesetze nicht ganz und gar untcrordnen, weil sonst der Jude wenig Folgen der erlangten Bildung genießen könnte. Und auch die rabbinischen Kasuisten erlaubten schon Zöllnern und Münzpächtern durch Nichtjuden am S. arbeiten zu lassen, so daß der Jude in solchen Gewerben, wo seine ganze zeitliche Existenz davon abhängt, durch Nichtjuden sie auch am S. vollziehen lassen kann. Der Redner fügt den Antrag hinzu: den Vorabend des S. und der Festtage V* Stunde vor der wirklichen Nacht erst anfangen zu lassen.— Das Kommissionsmitglied Kahn will das Verbot des Feueranzündens hinzugefügt haben, und bemerkt, daß die Juden am S. jetzt um so eher durch Nichtjuden arbeiten lassen können, da diese jetzt doch einen Ruhetag für sich haben. — Endlich hielt daS Kommissionsmitglied S. Adler einen ausführlichen Vortrag. Er bemerkt, daß die Tradition, welche aus dem lebendigen Volksbewußtsein hervorgegangen, die Kette zwischen Mosaismus und Talmud sei, und der Letztere nur hieraus begriffen werden kann. Dem Mosaismus ist die Ruhe das Hauptmoment. Der S. enthält ihm die Schöpfungsidee, daher die Ruhe symbolisch; er enthält aber auch die Sittlichkeitsidee, denn Herr und Knecht sollen gleicherweise ruhen. Die Tradition hat aber außer der gewerblichen und anstrengenden Thatigkeit auch die produzirende und vernichtende verboten; und dies müssen wir festhalten. Er unterscheidet nun genau was vom S., und imn?, was von den Festtage» gebraucht ist; das Letztere ist ihm die anstrengende Thatigkeit, aber mehr die absolute Ruhe als Zeremonie. Im Staatsdienst will er hiervon Anwendung machen; die Aemter, wo eine mn? will der Redner dem Juden entziehen, die, wo am S. zu machen sei, gestatten. — Ihm folgte Einhorn als erster Redner; er findet im Sabbat nur ein Symbol, daS die Befreiung aus Aegypten symboliflrt und darum die Heiligkeit Israels darstettt, wodurch

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