Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 10 (1846)
- Issue
- Heft 29 (13.7.1846)
- Date
- 1846-07-13
- Page
- Seite 428 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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428 gebildeten Herren Lehrer Lustig und Fleischmann — welches Letztern Scheiden bedauernd erwähnt werden muß — mit voller Befriedigung hingewiesen werden kann. — Und so giebt sich im Ganzen eine würdige Strebsamkeit, ein Sinn für das Schöne und Gute kund, der auch erst vor Kurzem durch die Gründung eines „Humanität-Vereins der «gramer israelitischen Jugend" auf so glänzende Weise dargethan wurde, daß Sie ausnahmsweise wol eine Auseinandersetzung gestatten. Dieser Verein — auf Anregung und durch den Feuereifer und viele Opfer eines einsichtsvollen jungen Mannes, des Herrn Jaques Epstein, gegründet — umfaßt, laut den tüchtigen, von der hiesigen löbl. Behörde bereitwilligst in geneigten Ausdrücken genehmigten Statuten, folgende Bestrebungen, die hier ausgeführt werden können, weil der Wirkungskreis nun klein und die Sympathie für das Unternehmen groß ist. So haben außer bedeutenden Spenden, die zur Einrichtung von vielen Gemeindemitgliedern und Anderen zugcflossen, nun die hiesigen israelitischen Damen in edler Bereitwilligkeit dieses humane Institut zu fördern eine erkleckliche Anzahl werthvoller künstlicher Handarbeiten und anderer Gegenstände eingeliefert, deren Verloosungsertrag sehr erheblich werden dürfte*). — Die Zahl der Mitglieder, welche bei der (durch eine begeisternde Rede des Herrn Rabbiners und einige eindringliche, gut gewählte Worte des Begründers und Direktors Herrn I. Epstein interessanten) Begründungsfeier wie ich glaube 58 war, ist nun nahe an 88. Die Zwecke sind: Unterstützung: An Kindern unbemittelter Eltern als Hülfe zu Studien, ferner um zur thatkräftigen Erlernung von Handwerken hinzuwirken, endlich an Waisen und Wittwen rc. *) Zur Vermehrung des Fonds wurde gegen ein mäßiges Entree, von dem Direktor eine musikalisch-deklamatorische Akademie veranstaltet, worin sowol derselbe als dessen Brüder, der Kantor — ein Violin-Virtuose (die nebenbei gesagt bereits in mehreren öffentlichen Konzerten rühmlichst sich hervorihaten) — und noch einige Herren und Fräulein, Alle israelitischer Religion, einen glänzende» Erfolg erzielten. Korresp. Belehrung und Unterhaltung: Durch daS Lesezimmer und die Vorträge*). Weckung und Belebung eines religiössittlichen Sinnes, in Folge dessen streng moralisches Betragen und die Mitwirkung zur würdevollen Gestaltung aller öffentlichen religiösen Vorkommenheiten — stets im Einvernehmen mit dem Herrn Rabbiner — erzielt werden soll. A *) Das Lesezimmer, geziert mit einer Gallerie berühmter Männer, besonders Israeliten, worunter auch das Porträt des Red. d. Blätter, einige seltene Exemplare, wie z. B. Menaffe Ben Israel, Amsterdam; Rabbiner Max. Aelyon k., enthält eine wcrthvolle Bibliothek, 18 bis 2V Zeitschriften, worunter mehre jüdische und diese in mehren Exemplaren. Durch die Bemühungen und die hohe Kunstfertigkeit des Kalligraphen H. Hofmann ist Alles auf das Glänzendste ausgestattet. Vorträge, meist moralischen, auch launigen Inhalts hielten bis nun die Herren Lehrer Lustig, Fleischmann, Jaques Epstein, G. Spizer, Joh. Frankl, und versammelten diese stets fast sämmtliche israelitische Einwohner. Korresp. Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1'/« Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Seile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Gesuche. Ein unverheiratheter Nellgionslehrer, Schächter und Vorbeter wird zu Michaelis d. I. bei 150 Thlr. Fixum außer nra'nw und Akzidenzien von hiesiger Gemeinde gesucht. Portofreie Briefe oder persönliche Meldung (ohne Kostenvergütigung) bei dem Vorsteher S. Marcus Salomo». Gommern, den 28. Juni 1848. Ein junger Mann, der eine gründliche Gymnasialbildung genossen, an einer preußischen Universität die philosophische Doktorwürde erlangt hat und in der Mitte deS nächsten Monats das Rektor-Examen zu machen beabsichtigt, wünscht zu Michaelis d.J. an einer jüdischen Schulanstall als Lehrer angestellt zu werden. Hierauf Reflektirende wollen sich gefälligst per Adresse?. J. 138 an die Baumgärlnerschr Buchhandlung in Leipzig wenden. Bemerkung. Herr M. J. B. in L. nebst Kollegen können unfrankirt schreiben. Druck von I. B. Hirschfeld.